• 2013 - Here comes the night time

    Jan 6 2014, 15h42

    Top Albums:
    1. Arcade Fire - Reflektor
    2. Kurt Vile - Wakin on a pretty daze
    3. Nick Cave & the Bad Seeds - Push the Sky away
    4. Vampire Weekend - Modern Vampires of the city
    5. Inside Llewin Davis - Soundtrack
    6. The National - Trouble will find me
    7. Franz Ferdinand - Right Thoughts, Right Words, Right Action
    8. Tocotronic - Wie wir leben wollen
    9. Foxygen - We Are the 21st Century Ambassadors of Peace & Magic
    10. Naked Lunch - All is Fever

    Honourable Mentions:
    The Strokes - Comedown Machine
    Veronica Falls - Waiting for something to happen
    Rogue Wave - Nightingale Floors
    Billy Bragg - Tooth & Nail
    Pixies - EP (& Bagboy)

    Top 10 Songs:
    1. Kurt Vile – wakin on a prety day
    2. Oscar isaac – farewell (dinks song)
    3. Arcade Fire – afterlife
    4. The Strokes - Big in Japan
    5. Pixies – andro queen
    6. Queens oft he stone age – if i had a tail
    7. Vampire weekend – ya hey
    8. Franz ferdinand – love illumination
    9. Tocotronic – chloroform
    10. Paul McCartney – alligator

    Flop 5:
    1. Queens of the Stone Age - ...like Clockworck
    2. Arctic Monkeys - A.M.
    3. Okkervil River - at the silver Gymnasium
    4. Black Rebel Motorcycle Club - Specter at the feast
    5. David Bowie - The Next Day

    Top 5 Konzerte:
    1.Pixies - Gasometer
    2.Nick Cave - Gasometer
    3.Yo la tengo - WUK
    4.Kurt Vile - WUK
    5.Black Rebel motorcycle club - Gasometer

    New old stuff:
    1.Dave van ronk – inside dave van ronck
    2.Nick Drake - Pink Moon
    3.Fred Neil - Fred Neil
    4.The Brain jonestown masscacre - Their Satanic Majesties' Second Request
    5.Ry Cooder - purple valley

    RE-discovered:
    1.Velvet underground – the velveet underground
    2.The Smiths – the Queen is dead
    3.Tom Petty – Full Moon Fever
    4.Chuck Berry – Anthology
    5.Bob Dylan – Self Portrait

    10 best Retro songs:
    1.Fred Neil – the dolphins
    2.Nick Drake – Fly
    3.Dave van Ronk – green rocky road
    4.Suede – so young
    5.The animals – don’t bring me down
    6.Badfinger – baby blue
    7.The brian jonestown massacre – straight up and down
    8.The smiths – panic
    9.Chuck berry – naidene
    10.The velvet underground – begining to see the light
  • 2012 - it feels like we only go backwards

    Dez 31 2012, 19h11

    Wenn mir im letzten Jahrzehnt einmal wer gesagt hätte dass einmal im selben Jahr Bob Dylan, Bruce Springsteen und Neil Young in den Top10 zu finden wären hätte ich denjenigen ausgelacht. Sonst gibt es an neuen Trends oder Newcomern im Jahr 2012 leider nicht viel zu melden. Sicher, Tame Impala, sind Newcomer und der mehr als verdiente Platz 1 der Jahrescharts. Aber sonst gibts es leider nicht viel zu vermelden. Keine neuen trends, außer einem gelinde gesagten 80er Synthie Revival. Keine neue Szene wie letztes jahr mit Phily. Aber oder gerade deshalb eben starke Alben alter Helden. Wie gesagt. Eigentlich unglaublich wie die großen 3 alle ein nahezu perfektes Album abliefern. Und Alle auch noch in ganz verschiedenen Arten. Bob Dylan bleibt bei seinem 50er Jaher Swing/Folk/Rock der letzten alben besinnt sich aber vorallem Textlich und mit der Länge der Songs auf alte Werte. Auf alte Werte besinnt sich auch Neil Young ohne wirklich eine neue Note hinzuzugeben. Aber genau dass hat man nach all den zerfransten Werke der letzten Jahre wieder einmal gebraucht. Crazy horse laufen aus. Zum ersten Mal seit über 20 Jahren wieder so richtig. Bruce Springsteen hingegen probiert etwas ganz neues. Loops, Folk, Hip Hop, und macht sein bestes Album im Rockformat seit wahrscheinlich 30 Jahren. Der Titel dieses jahr ist einfach ein Songtitel von Tame Impala der es wohl nicht passender beschreiben könnte. Alles ist Retro. Aber sowas ähnliches hab ich wohl schon letztes jahr geschrieben. Deshalb mach ich iher Schluss und wünsche viel Spass mit dem Rückblick.

    1.Tame impala – Lonerism
    Im mit Newcomern spärlich gesäten Jahr 2012 hat es trotzdem oder gerade deshalb einer an die Spitze geschafft. Genau betrachtet sind auch Tame Impala keine da sie vor 2 Jahren schon ihr relativ gut beachtetes Debüt „InnerSpeaker“ veröffentlichten. Aber erst mit „Lonerism“ gelingt Kevin Parker, der im Studio fast alles selber einspielt, ein wahres Meisterwerk. Natürlich hört sich seine Stimme erstaunlich wie John Lennons Stimme an und ja auch sonst hört man genug Spielereien die man schon bei z.b. Pink Floyd gehört hat. Aber ähnlich wie bei Kurt Vile letztes Jahr sind die Retrovergleiche und Vorwürfe absolut unpassend. Parker mischt seine hörbaren Einflüsse zu einem unglaublich schönen blubbernden Psychedeliarock den man so noch nicht gehört hat. Wunderbar wie man bei „keep on lying“ in das Geschehen eingefadet wird und später während eines grandiosen Gitarrensolos die Stimmen von Gesprächen im fast schon Vordergrund hört. Als wär man gerade zufällig vorbeigekommen. Übergroß natürlich die Hitsingle „Elephant“ mit seinem grandiosen Orgeln. Neben diesen 2 Highlights befindet sich kein einziger Füller auf dem Album. Lediglich im Albumcloser „Sun’s oming up“ wird am Ende zu viel gedudelt. Aber das darf bei dieser Art Musik schon sein.
    Bester Song: Elephant

    2.Jack White – Blunderbuss
    Er es wieder geschafft. Nachdem sich Jack White während und nach dem Ende der White Stripes mit den verschiedensten Musikern herumgetrieben hat und die Erwartungen eigentlich nie erfüllen konnte, wartete man nun seit dem letzten Stripes Album „Icky thump“ (immerhin schon aus dem Jahr 2007) auf ein weiteres Meisterwerk. Mit seinem ersten Soloalbum löst White nun das Versprechen ein auch ein musikalisch poliertes und abwechslungsreiches Album abzuliefern. Der größte Kritikpunkt bei den White Stripes war für die meisten ja dass ihre Werke musikalisch zu simpel und eintönig waren. Das größte Problem seiner Nebenprojekte war aber das schwache Songwriting. Beide Kritikpunkte sind auf „blunderbuss“ nicht mehr zu bemängeln. Er vereint auf kurzen 41 Minuten in 13 Songs das Beste beider Welten und verhilft auf Songs wie dem Opener „Missing Pieces“ auch noch dem Rhodespiano zu einem Comeback.
    Bester Song: Hip (eponymous) Poor Boy

    3.Bob Dylan – tempest
    Der alte Meister ist seit gefühlter Unendlichkeit Omnipräsent. Aber wenn er es verdient hat wieder vermehrt in den Medien zu stehen dann wegen seinem nunmehr 45. Studioalbum „Tempest“. Natürlich hat „His Bobness“ seit seinem legendären Comeback mit „Time out of Mind“ im Jahr 1997 kein schlechtes Album mehr veröffentlicht. Aber genauer betrachtet auch kein wirklich großes Meisterwerk. V.a. seine letzten beiden Studioalben blieben etwas hinter den Erwartungen zurück. „Together through Life“ hatte ein tolles Cover und durchwegs tolle Songs aber was er dieses Jahr abliefert ist ein Meisterwerk welches sich durchaus mit seinen größten Alben messen kann. Zu verdanken ist dass vorallem den Monumentalen Erzählungen „Tin Angel“, „Scarlett town“ & das im Vorfeld schon durch analysierte Titellied. Auf über 1 Stunde und 8 Minuten erzählt der alte Geschichtenerzähler vom Untergang der Titanic, oder tragischen Dreiecksgeschichten. Der berührendste Song bleibt aber wohl „Roll on John“. Eine Hymne an seinen alten Freund John Lennon. Indeed John. Roll on.
    Bester Song: Tin Angel

    4.Divine fits – a thing called…
    So muss Rockmusik wohl in den frühen 10er Jahren klingen. Brit Daniel hat das begriffen und merkwürdiger Weise findet sich dieses Album in den wenigsten Best of Listen 2012. Daniel lies für sein neues Projekt seine Stammband Spoon zu Hause und machte gemeinsam mit dem ehemaligen Wolf Parade Sänger dieses unglaubliche “Debüt”. Der Drive der Songs trägt ganz klar Spoons Handschrift aber vorallem die Songs von Dan Boeckner mit ihrem Synthiegewand sorgen für die angenehme Überraschung. Das allein würde wohl nicht für die Top 5 reichen aber die Songs sind durchgehend stark. Bis auf “What gets you alone” befinden sich nur starke Songs auf “a thing called”. Für Daniel wurde es auch wirklich allerhöchste Zeit wieder ein paar catchy Songs zu schreiben da das letzte Spoon Album ziemlich enttäuschte und die letzten großen Spoonssongs somit aus dem Jahr 2007 stammen. Unbestritten coolster Song seit “the Underdog” ist “would that not be nice” dann wohl auch geworden.
    Bester Song: would that not be nice

    5.Neil Young & crazy horse – psychedelic pill
    Endlich Endlich Endlich. Das letzte Album von Crazy Horse ist fast 10 Jahre alt. Das letzte wirkliche Meisterwerk von Mr. Young ist eher 20 Jahre alt. Jae s gab im letzten Jahrzehnt ein paar gute Alben. “living with War” und auch das zuletzt ganz allein aufgenommene “le noise” hatten durchwegs tolle Songs und auch ein paar Lärmorgien die an beste Rustzeiten erinnern ließen. Aber nichts kam an die Genialität der alten Klassiker heran. Und jetzt das. Nachdem e rim sommer zum aufwärmen eine Neuinterpretation von alten Traditionals veröffentlichte (siehe Flop 5) war für die nächste Zeit nichts mehr zu erwarten. Aber dann auf der Tour im Sommer die große Überraschung. Die Folksongs warden nicht gespielt und das alte Pferd holt ein paar neue giganntische Songs quasi aus dem nichts hervor. “Ramada Inn” und “Walk like a Giant” und “She’s always dancing laufen insgesamt über eine Albumlänge. Diese drei Songs machen Psychedlic Pill zum besten Album von Neil Young seit seinen Grungegroßtaten “Ragged Glory” und “Mirrorball”. Daziwschen nette kurze Füllsongs die durchwegs auch begeistern können. Twisted Road mit seinen Remeniszenzen an Dylan or the Dead. Oder “Born in Ontario” wo Neil Young textlich als auch musikalisch wieder ganz an den Anfang geht. Abzüge gibt es lediglich für das etwas zu lange “Driftin Back” (blöderweise auch gleich am Anfang der Platte) und den unnötigen Phaser auf der ersten Version von Psychedelic Pill. Bester Song: “Ramada Inn”

    6.Calexico – algiers
    Calexico haben schon viel ausprobiert in den langen Jahren ihres Bestehens. Zuerst vorallem Instrumentalmusik. Dann schließlich mit “Feast of wire” eine perfekte Mischung aus Soundtrackmusik und Indie/TexMex Musik. Mit dem meiner Meinung nach großartigen “Garden Ruin” versuchte man die mexikanischen Wurzeln fast ganz hinter sich zu lassen. Leider waren sie damit so unerfolgreich dass sie mit “Carried to Dust” einen etwas uninspirierten Nachfolger zu “Feast of Wire” veröffentlichten. Aber nach dieser längeren Pause von über 4 Jahren haben Calexico mit “Algiers” ungefähr das perfekte Album veröffentlicht was Beck 2009 mit “Modern Guilt” gelungen ist. Nach vielen tollen Alben mit vielen Songs ist Algiers die Perfektion des Calexicosounds. Kurz im Umfang bietet es alles was Calexico groß macht. Mariachisongs (No te Vayas) gleichberechtigt mit Indiehymnen (Fortune Teller), düstere Epen (Sinner in the Sea) und zum Abschluss ein großer Rauswerfer (the Vanishing Mind).
    Bester Song: Fortune Teller

    7.Bruce springsteen – wrecking ball
    Und schließlich nach Dylan und Young ist auch Springsteen in den Top 10 gelandet. Wirklich unglaublich. Aber wie auch schon bei young liegen für mich die guten Bruce Springsteen Alben schon sehr lange zurück. Sicher “The Rising” hatte die Hymnen für 9/11 aber war dann doch zu sehr pop. Dann kamen 2 große Alben mit dem tollen Folckinterpretationen alter Traditionals gmeinsam mit Pete Seeger. Kurz darauf das grandiose “Devil’s Dust”. Beides aber keine klassischen Springsteenalben. Die kamen mit “Magic” und “Working on a dream” und beide entäuschten im großen Stil. Aber mit dem diesjährigen Werk zeigt der Boss dass er am besten ist wenn er wütend ist. Die Texte sind politisch plakativ aber verfehlen ihre Wirkung nicht. “Death of my Hometown” oder “Jack of all trades” zeigen ein durch Kapitalismus zerstörtes Amerika in dem der Blue Collar Amerikaner nichts mehr gillt. Auf “Land of Hope and Dreams” last er den letztes Jahr verstorbenen Clarence Clemons noch einmal auferstehen und zitiert den großen Bombast von “Born to Run”. Und als Bonus zum Abschluss gibts noch ein etwas absurdes Countryzitat mit großem Text. Lediglich “Rocky Ground” mit Rap und Gospel ist etwas zu experimentell geworden
    Bester Song: “Jack of all Trades”

    8.Mumford & Sons – Babel
    Die letzten 3 Plätze gehen jeweils an Künstler die Werke in dieser Form schon einmal in ähnlicher oder besserer Qualität abgeliefert haben. Da es dieses Jahr aber wenig neues auf diesem Sektor gab und gute Alben dieser drei immer noch besser sind als vieles andere was dieses Jahr erschienen ist gibt es ein Wiedersehen. Mumford & Sons haben sich nach ihrem Megaerfolg von „sigh no more“ ganze drei Jahre zeitgelassen. Klar man will nichts falsch machen. Aus dieser Überlegung kommt wohl dann auch die Entscheidung nur ja keine Experimente zuzulassen. „Babel“ ist ganz simple ein „Sigh no More“ Part II. Keiner der 12 Songs hätte sich auch schon vor drei Jahren auf dem Album befinden können. Zu ihrer Verteidigung muss man aber sagen dass bis auf „Lover oft he Light“ wirklich nur grandiose Songs darauf zu finden sind. Highlights sind das pathosgetränkte „Holland Road“ das düstere „Broken Crown“ und das stürmische „Hopeless Wanderer“. Eine Hymne wie „little lion man“ oder „Winter Winds“ fehlen leider aber auch. Trotzalledem ein grandioses Nachfolgewerk aber beim nächsten Mal bitte weniger Zeit und mehr Innovation.
    Bester Song: „Broken Crown“

    9.Get well soon – the scarlett beast of seven heads
    Get Well Soon haben sich mit diesem Werk wohl endgültig zur besten deutschen Band gekrönt. Ähnlich wie bei Mumford & Sons haben Get Well Soon bei ihrem letzten Ablum schon ähnliches abgeliefert aber erstens haben sie sich nur 2 Jahre Zeit gelassen und zweitens kann man Konstantin Gropper auf diesen Eklektischen Werken wohl kaum Innovationsarmut vorwerfen. Wenn er wohl etwas falsch gemacht hat dann das “Vexations” wohl zu gut war um wirklich etwas besseres als Nachfolger abzuliefern. “roland I feel you” und vorallem aber “Oh my! Good heart” sorgen aber für würdige Nachfoler zu z.b. “A buriel at sea”. Was “Scarlet” sicher besser macht ist dass alles etwas mehr aus einem Guß wirkt. Es gibt weniger Samples und mehr Melodien. Wie z.b. auf der Homage “Disney” die wie direct aus einem solchen Film entsprungen wirkt. Get Well Soon bleiben seit 3 Alben eine stabile GRöße mit dieser in den Abbey Roads produzierten Großtat.
    bester Song: Oh My! Good Heart

    10.The XX – coexist
    Im Prinzip gilt das über Mumford & Sons gesagte ebenso für das Zweitwerk von The XX. Genauso lange gebraucht und genauso wenig Innovation. Aber auf nahezu gleich hohem Niveau ein Nachfolgewerk zu präsentieren ist eben auch eine respektable Leistung. Außerdem darf man XX und auch Mumford & Sons wohl zu Gute halten dass beide einen so einzigartigen Sound kreiert haben dass es ihnen wohl vergönnt sei wenn sie noch etwas länger darin verbleiben wollen. XX bilden die perfekte mischung zwischen Club und Konzert. Jeder kann sich auf sie einigen und dass kann und konnte ihnen bis jetzt niemand nachmachen. Wenn auf Songs wie „reunion“ dann auch noch eine Steel Pan ertönt dann zeigen die 3 Londoner was wirkliche Fusion bedeudet. Sicher auch hier fehlen die großen Hits des ersten Albums wie „VCR“ aber Songs wie „Swept Away“ zeigen mit ihrem hypnotisierenden Beats durchaus neue Wege. Zum Abschluss bliebt wohl nur zu sagen Vorfreude auf das dritte Werk ist schon jetzt sehr groß.
    Bester Song: „Reunion“

    Top 10 Songs:

    1.Neil young – ramada inn
    Was Neil Young hier an berührenden Tönen und Lärm aus dem alten Pferd herausholt ist unglaublich. Niemand hätte ihnen so ein grandioses Comeback wirklich zugetraut. „Blacky“ lärmt als wäre es 1969. Und dazu eine melancholische Geschichte über Alkoholismus und Treue.

    2.Tame impala – elephant
    Solos spielt außer Neil Young im Jahr 2012 leider niemand mehr wirklich. Umso schöner dass sich Tame Impala auch noch trauen in ihrem Hit ein wahnsinniges Orgelsolo einzubauen. Dazu auch noch der stampfende Beat und ein Hypnotisches Riff. Beatles trifft Pink Floyd trifft ELO

    3.Jack white – hip (eponymous) poor boy
    Die Abrechnung von Jack White mit den White Stripes. Unterlegt mit Mandolinenfolk. Kurz Knackig bringt Jack White hier erstaunlich viele Dinge auf den Punkt (I’ll be using your name but I’ll be happy for you cause you got nothing to do) und offenbart auch viel über sich selbst (But I can’t sit still cause I know that I will)

    4.Bob dylan – tin angel
    Was Bob Dylan an Symoblik in diesem düsteren Epos alles erzählt ist erstaunlich. Er sagte er wollte ein religiöses Album mit Tempest machen aber hatte nicht die Geduld es fertig zu stellen. Wenn man sich Tin Angel so anhört kann man das ohne Zweifel glauben.

    5.Divine Fits – would that not be nice
    Britt Daniel kann es also doch noch. Nach dem enttäuschenden letzten Spoonalbum zeigt er hier mit neuer Band dass er wohl das musikalische Zentrum dieses coolsten aller 00er Jahre Sounds ist. Verziehrt mit ein paar Synthies hört sich dieser Sound so an als könnte er auch das nächste Jahrzehnt überdauern. Would that not be nice?

    6.Shins – simple song
    Mit port of Morrow gelang leider nicht das erhoffte Comeback von James Mercer. Aber wenn die anderen Songs mehr Hitpotential wie der „Simple Song“ gehabt hätten wär ein durchaus tolles Album dabei entstanden. Leider bleibst damit nur bei einem Platz in den Topsongs

    7.Calexico – fortune teller
    Sicher der berührendste Song den Calexico je aufgenommen haben. Ganz Intim ohne große Mariachi Klänge erinnert fortune Teller eher an Songs wie New Slang. Joey Burns berührender Gesang und John Convertino zarte Drums reichen auch im Jahr 2012 aus um einen zu Tränen zu rühren

    8.The XX – reunion
    Wann wurde das letzte Mal eine Steel Pan in einer Hitsingle oder überhaupt einem großen Song benutzt? Allein für diese Wiederentdeckung gebührt The XX eine Ehrung. Erstaunlich gut funktioniert auch die Teilung des Songs in der Mitte. Der Break der Beat und dazu diese gespenstischen Stimmen. Zeitlos.

    9.Fanfarlo – tunguska
    Fanfarlo haben ähnlich wie Brit Daniel mit Divine fits ihren Sound geändert. Am Anfang etwas verstörend wie man von Album 1 Folkindie innerhalb von ein paar Jahren zu Elektropop geht hatte das Album dieselben Stärken wie ihr Debüt. Grandiose Melodien. „Tunguska“ mit seinen träumerischen Bläsersätzen vereint das Beste aus Fanfarlo zu einem grandiosen Song.

    10.Mumford & sons – broken crown
    Der düsterste Song des albums zeigt wohin Mumford & Sons sich bewegen könnten wenn sie sich etwas mehr zutrauen. Düstere Stimmung und Lyrics lassen vermuten warum im Vorfeld von Babel über folkmetal geredet wurde.


    Flops
    1.Cloud nothing – attack on memory
    Was pitchfork an dieser Hardcoreband so grandioses findet bleibt mir leider komplett verschlossen. Bemühter Lärm im refused Stil der aber nicht einmal annähernd die Größe der Vorbilder aus Schweden trifft. Auf gerade einmal 8 Songs und 33min. (darunter auch viel Instrumental) versuchen Cloud nothing hier nicht einmal ansatzweise etwas neues zu kreieren und scheitern fabei sogar famos. Hype des jahres

    2.Delta Spirit
    Folk stagniert im Jahr 2012. Während Bands wie Great Lake Swimmers oder Wooden Sky großartige aber wenig Innovative Alben veröffentlichen versuchen sich Delta Spirit am Synthiepop der 2010er zu orientieren. Leider mit wenig Erfolg. Furchtbar matschig produziert landen Delta Spirit leider in der selben Spalte wie ihre großen Vorbilder Cold War Kids. Bemühte Anbiederung an den Zeitgeist hat noch den wenigsten Bands gutgetan. Zu allem Überfluss fehlen auch die guten Melodien.

    3.The shins – port of morrow
    Nach dem schönen Kooperationsalbum mit Danger Mouse war es um James Mercer etwas ruhig geworden. Die Shins in waren aber immer schon Mercer allein und daher spielte er das Comebackalbum im Alleingang ein und holte sich die Band lediglich als Liveverstärkung. Leider fehlt dem Album das gute Songwriting früherer Werke. Lediglich die Hitsingle „Simple Song“ kann wirklich überzeugen. Vielleicht das nächste Mal doch gleich mit Band

    4.Band of horses – mirage rock
    Beliebiger Standardrock der leider auch nicht sonderlich spannend produziert ist. Schön langsam muss man wohl leider einsehen dass man von Band of Horses auf einen Übersong wie „Funeral“ wohl nicht mehr warten braucht. Albumlänge war schon immer ein Problem der Band aus Seattle. Aber leider gelingen ihnen nach dem großartigen „Infinte Arms“ leider nicht einmal ein paar gute Songs auf „Mirage Rock“.

    5.Neil young – americana
    Gleichzeitg in den Top 5 und Flop 5 in einem Jahr zu sein ist eine große Kunst die bisher noch niemand geschafft hat. Gartulation Mr. Young der dieses Jahr so fleißig war dass er auch noch seine offizille Autobiographie veröffentlicht hat. Wie schon weiter oben gesagt erstaunte mich das Ergebnis von Americana zunächst nicht sonderlich da neil Young die letzen jahre weing überzeugendes ablieferte. Aber Rückblickend betrachtet muss man sich schon die Frage stellen ob es überhaupt notwendig war diese Aufwärmjams als Platte zu veröffentlichen.


    Beste konzerte:
    1.Bob dylan – salzburgarena
    2.Calexico – konzerthaus
    3.Beirut – arena open air
    4.War on drugs – arena
    5.Bruce springsteen – ernst happel stadion


    Als Aussicht für nächstes Jahr gibt es wieder einmal einiges. Nick Cave, Naked Lunch, Frightened Rabbit, Tocotronic, Low etc. Man darf also gespannt sein. Vorallem wann Beck endlich ein echtes Album veröffentlicht. Der hat kurz vor Weihnachten ein Songsheet Album veröffenlticht. Ohne definitive Versionen. Das muss ich noch nachholen. Da ich dieses jahr so viel altes Zeug gehört habe gibt es als besonderen Bonus dieses Jahr noch eine Retro Best of Liste. Viele Pflichttitel die mir einfach noch fehlten. Enjoy. Vielleicht gibt’s da auch noch Text dazu.


    Retroliste 2012

    New Old Stuff:
    1.Rodriguez – Cold Fact (1970)
    2.Nuggets
    3.Van Morrison – Astral Weeks
    4.The Beach Boys – Pet Sounds
    5.Gene Clark – No other

    RE-discovered:
    1.David Bowie – Hunky Dory
    2.The Rolling Stones – Between the Buttons
    3.Wilco & Billy Bragg – the Mermaid Avenue
    4.The Who – My Generation
    5.The Kinks – Arthur (or the decline and fall oft he british empire)

    10 best Retro songs:
    1.Rodriguez – Crucify your Mind
    2.Desmond Dekker – Israelites
    3.Edith Piaf – non, je ne regrette rien
    4.Van Morrison – astral weeks
    5.Beach Boys – Heroes and Villians
    6.Odetta – Santy Anno
    7.The Rolling Stones – She smiled sweetly
    8.David Bowie – the bewlay brothers
    9.The kinks – Days
    10.The Who – the kids are allright
  • Calexico stelist

    Set 23 2012, 10h45

  • 2011 - smoke ring for my couch

    Dez 31 2011, 13h23

    Das war also das erste Jahr eines neuen Jahrzehnts und man kann sich in punkto Action wirklich nicht beklagen. Arabischer Frühling, Eurokrise oder Fukushima auf beiden Seiten große Ereignisse. In Der Musik steht 2011 für mich zuerst einmal für 2 große Verluste:
    Allen voran natürlich R.E.M.! Selten gab es eine größere Band die sich so wenig verändert hat für den großen Erfolg. Wie sagte es Mike Mills so schön: Sie haben einen Weg gezeigt für zukünftige Bands. Wie man es richtig macht. Und wenn man sich Bilder ansieht von den Anfängen dann beginnt man sich zu Fragen wie es vor 30 Jahren für diese 4 Außenseiter die alle nicht zusammenpassten möglich war eine der größten Bands des Planeten zu werden. Erstaunt war ich von der Häme die teilweise im Nachruf bei vielen mitschwang. Aber wahrscheinlich waren R.E.M. auch einfach zu nett für die heutige Zeit. (Fast) Keine Skandale, keine großen Gesten wie ihre Artverwandten von U2, einfach nur gute Musik. Die natürlich einen Bruch bekam mit dem Ausstieg von Bill Berry und auch das letzte Album war nicht mehr das erhoffte Meisterwerk (fehlt auch in meinen top 15). Aber es war das erste Album in dem sie sich wiederholten und im Nachhinein zu Recht da „Collapse into now“ wohl als Rückblick konzipiert war. Mit Großtaten wie „oh my heart“, „it happened today“ und der Neil Young homage „me, marlon brando, marlon brando and i“ war es auch eine mehr als gelungene. Mit dem letzten Song „Blue“ , einer quasi alternativen Version von Country Feedback (einer der besten songs von R.E.M., v.a. Live) und der Unterstützung von Stipes Idol Patti Smith schließt sich der Kreis zum Beginn des Albums und der ganzen Diskographie. Wie schreibt der Rolling Stone: „Sie haben uns alles gegeben.“
    Noch nicht alles gegeben aber trotzdem nicht mehr da sind „the white Stripes“. Nach „Icky thump“ war es lange still um die Stripes aber die Luft noch lange nicht draußen. Die Erkrankungen von Meg White machten den Fans und ihnen selber aber einen Strich durch die Rechnung. Meg zog sich zurück und Jack probierte die verschiedensten Kollaborationen aus. Leider alle nicht mit der Klasse der Stripes. Mit Meg am Schlagzeug erzeugte Jack die perfekte Transformation des alten amerikanischen Blues in etwas Neues. Dieses Jahr setzten sie nach Jahren des Hoffens einen Schlussstrich unter das Projekt. Mit 6 Alben zwischen 1999-2007 stehen sie als eine der ganz Großen im letzten Jahrzehnt da und haben vielen den Weg bereitet (the black keys genießen gerade ihre Vorarbeit). Aber die Lücke im Bluesrock bleibt vorerst zurück.
    Popkulturell blieb ein Frühling aus, im Großen und Ganzen konnte sich auch kein Trend wirklich durchsetzten. Aber dafür ist das erste Jahr wohl noch zu früh. Die stecken meistens noch im letzten Jahrzehnt fest. Wobei 2 Trends lasen sich anscheinend wirklich mit dem letzten Jahr festlegen:

    .)Im Internet gibt es keinen Mainstream mehr und der Underground ist überall
    (der link streift dass ein bisschen an, finde derzeit keinen besseren, aber das Internet ist voll von solchen.)[url= http://www.cracked.com/blog/5-reasons-calling-someone-nerd-officially-meaningless_p1/] http://www.cracked.com/blog/5-reasons-calling-someone-nerd-officially-meaningless_p1/)

    .)Rockmusik hat seinen kulturellen Einfluss in diesem Jahrzehnt (wieder) komplett [url=verloren[http://www.cracked.com/article_19423_rock-timeline-from-classic-rock-to-modern-crap-5Bcomic5D.html]verloren[http://www.cracked.com/article_19423_rock-timeline-from-classic-rock-to-modern-crap-5Bcomic5D.html

    Und hier noch meine persönliche Vorrausage: Die 10er Jahre werden die 80er des neuen Jahrhunderts. Überall 80er Synthies, Auto-tune und andere schwere Verbrechen gegen gesunde Ohren. In Wien kann man nicht mehr weggehen ohne ausschließlich mit Elektronischer Musik beschallt zu werden(neben Pratersauna und Fluc hat jetzt noch ein möchtegern Berlinclub namens Grelle Forelle am Donaukanal aufgemacht). Die einzige Institution bleibt der Mittwoch im Flex. Aber eigentlich ist das ein ganz anderes Thema. Kommen wir lieber zu positiven Dingen, den Preisträgern:

    Spezialpreis: Albumbrainfuck des Jahrzehnts
    Radiohead - OK Rainbows/In Computer
    Dieser Preis hat mit dem Jahr 2011 soviel zu tun wie Lou Reed mit Metallica (sieh unten) aber ich muss dass hier erwähnen weil ich es erst dieses Jahr erfahren habe und es einfach unglaublich ist. So unglaublich dass Radiohead noch viel beängstigender wirken als sie ohnehin schon waren. Ich will hier jetzt gar nicht die Überraschung verderben. Das steht hier
    http://puddlegum.net/radiohead-01-and-10/
    und hier
    http://www.cracked.com/article_18896_10-mind-blowing-easter-eggs-hidden-in-famous-albums.html

    viel besser erklärt. Nur soviel: Eigentlich ist OK Rainbows/In Computer das Album des Jahrhunderts!

    Top 10 Alben:

    1.War on Drugs – slave ambient/ Kurt vile – smoke ring for my halo + So outta reach

    Dieses Jahr gibt es eine Ausnahme nämlich einen gemeinsamen ersten Platz v.a. weil die Sounds und Stories von WOD und Kurt Vile so eng miteinander verknüpft sind. Kurt vile spielte auf dem ersten Album von WOD und ist noch immer ein geleg. Livebandmember. Beide kommen sie aus Philadelphia und haben gemeinsam einen Sound kreiert der an Schönheit und Innovation ihres Gleichen sucht. Beide haben keine Berührungsängste mit den Sounds der 80er Jahre. Was meiner Meinung nach an sich kein Vorteil ist, wie man bei so vielen derzeit erfolgreichen Künstlern sieht. Aber WOD und auch Kurt Vile mixen diese an sich nicht tolle Sache zu einem unglaublichen Sound, der zum einen stark an die alten Großen erinnert. Bei Kurt Vile ist das ganz klar „the Boss“. Allein das Cover von „Downbound Train“ zeigt wie perfekt Vile zwei so verschiedene Dinge wie Grunge mit Bruce Springsteen mischen kann. „Smokering for my Halo“ hat so viele wunderschöne Gitarrenmomente aber trotzdem kein einziges klassisches Solo. Es ist mehr dieser mäandernde Sound angelehnt an „My bloody Valentine“ und Sonic Youth. Sofia Copolla müsste Vile eigentlich für den nächsten Soundtrack benutzen. Viles Texte sind pures Slackertum: „Think I’ll never leave my couch again. Cuz when I’m out, I’m on it in my mind“ („Ghost town“).
    War on Drugs orientieren sich stimmlich v.a. bei „His Bobness“ zitieren wie Vile aber auch die Pose und die Outfits ganz klar den Grunge. Gleichzeitig muss man beim Gesang an den 80er Jahre Underground denken (Dinosaur Jr, Sonic Youth) v.a. im bewussten Verzicht von großen Gesten und Mitsingrefrains. Slave Ambient bietet z.B. keinen einzigen Refrain und ist trotzdem ein perfektes Album. Vielleicht ein paar „echte“ Tracks zu wenig aber dafür in einem Stück durchhörbar. Die 12 Minuten von „Your love is calling my name“ über „The Animator“ bis zum Albumhighlight „Come tot he City“ sind ein perfektes Stück Albumkunst die nahtlos ineinander übergehen. Mit diesem unglaublichen Mix von Elementen die vor 20 Jahren unmöglich gewesen wäre zeigen diese 2 Interpreten wo die Rockmusik der 10er Jahre hingehen wird. Und sie machen es dabei wie schon alle großen vor ihnen, sie mixen alles Große und schon da gewesene der amerikanischen Musik zu etwas noch viel Größerem. So wie Dylan, Young und Cobain vor ihnen. Phili, das Seattle des neuen Jahrzehnts. Wenn es nach mir gehen würde lieber heute als morgen.
    Beste Songs:
    War on Drugs – „Baby missiles“
    Kurt Vile – Jesus fever/Downbound Train

    3.Arctic monkeys – suck it and see/Alex turner – Submarine EP
    Und auch hier gibt es eigentlich einen kleinen Doppelplatz denn Alex Turner unglaublichen Soundtrack hier nicht zu erwähnen würde an Hochverrat grenzen. Eine kleine unaufgeregte Akustik-EP von 20min. die gleichzeitig aber den gesamten Soundtrack für einen der Filme des Jahres liefert und zeigt was für ein unglaubliches Songwritingtalent Alex Turner auch ohne seine Backingband ist. Als Verbindungsglied gibt es den „Piledriver Waltz“ der auf beiden Platten in verschiedenen Versionen zu hören ist. Natürlich hört man hier den Unterschied zwischen der Klasse der Monkeys und der selbst eingespielten simplen Version auf Submarine, aber gerade hier liegt der Reiz von Submarine. Turner ganz ohne Effekte. Aber kommen wir nun zu „Suck it and See“. Der Titel ist natürlich auch ganz klar eine Provokation aber bezeichnet anscheinend auch ein britisches Sprichwort welches frei übersetzt sowas wie „schau ma mal“ heißt. Die Arctic Monkeys haben die Höhrer wirklich überrascht und auf Suck it sich ganz klar dem Pop verschrieben. Entgegen dem ersten Eindruck durch die Hau drauf Single „Brick by Brick“ und dem psychedelischem Meisterstück „Don’t sit down cause I’ve moved your chair“ sind fast alle anderen Songs lupenreiner Pop im Stil von anderen Britgrößen wie den Smiths und sogar ein bisschen Travis lassen sich z.b. auf „love is a Laserquest“ raushören. Und somit haben die Arctic Monkeys es wieder geschafft sich mit jedem Album neu zu erfinden und trotzdem ein paar Verbindungen zu ihrer Vergangenheit zu behalten. Diese fließende Weiterentwicklung die quasi unbemerkt passiert macht sie meiner Meinung nach zur größten britischen Band des letzten Jahrzehnts. Noch vor FF oder den libertines. Diese Konstanz in all ihren 4 LPs ist unübertroffen. Es bleibt nur noch zu Rätseln was als nächstes kommt weil bis jetzt immer ein Song den Weg fürs nächste Album vorgegeben hat. Ob es jetzt „505“ für Humbug oder Cornerstone für Suck it war. Mein Tip ist diesmal „That's Where You're Wrong“ auf dem sie einen wirklich interessanten Sound Richtung 80er Underground haben.
    Bester Song: That's Where You're Wrong/Piledriver Waltz

    4.Wilco – the whole love
    Neben den Arcitc monkeys der 2. Alte Bekannte aus dem Jahr 2009. Diesmal 2 Plätze weiter unten und das obwohl es sicher das beste Wilco-Album seit „A Ghost is Born“ ist. Das sieht auch die Presse so, der RS wählte es zum Album des jahres. Warum ist es dann nur Platz 5 wenn es doch klar besser als Wilco(the album) ist? Zum einen weil der Paltz vor 2 Jahren sicher etwas zu hoch gegriffen war (ja auch ich mache Fehleinschätzungen ;) da ich Wilco relativ neu entdeckt hatte und sicher in einem Art Wilcofieber war. Und zum anderen bin ich trotzdem wieder ein bisschen entäuscht weil mir mehr versprochen wurde und auch sicher möglich gewesen wäre.
    Aber genug der Meckerei denn „the whole Love“ ist natürlich ein großartiges Album geworden von Anfang bis Ende ohne wirklich schlechten Song aber vor allem wegen 2 Tracks. Zum Glück sind die gemeinsam fast die Hälfte des ganzen Albums. Zum einen einmal der Abschlusstrack. Eine 12minütige Countryballade die aber eigentlich nur aus 1er Strophe und einem Riff besteht! Aber trotz alledem wird einem beim hören nicht langweilig. Der schönste Rauswerfer des Jahres. Und zum anderen bietet „the Whole Love“ auch den besten Opener bzw. besten Song des Jahres. Und jetzt kommen wir zum Grund meiner Enttäuschung. Wilco gründeten zur Feier ihrer Vertragsauflösung mit Nonesuch Records ihr eigenes Label welches auf denn wunderbaren Namen dBpm-Records getauft wurde. Damit war schon mal der Grundstein für neue Yankee Erwartungen gelegt. Kein dummes Label welches in den sound reinredet. Und mit „Art of Almost“ wurde auch der Trailer zum Album unterlegt. Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Den mit diesem Song lösen sie alle Erwartungen ein die man in Wilco hat. Ein elektronisch waberndes >7min. Monster welches einem zum Schluss mit meinem Clinesolo wegbläst. Und das als Opener. Leider bleibt es auch dabei. Zwischen diesenbeiden Großtaten liegen 10 mal bessere mal schlechtere Songs aber leider klingen die meisten zu sehr nach beliebigen Wilcosongs (Sunloathe, open Mind). Wenn 1 oder 2 Songs im Stil von Art of Almost gewesen wären dann hätten wir hier das Album des Jahres und ein echtes 2. Yankee. Aber wie gesagt, dass ist Jammern auf sehr sehr hohem Niveau.
    Bester Song: Art of Almost


    5.okkervil river – i am very far
    Endlich sind Okkervil River wider zurück. Nach ihrem Durchbruch 2007 mit dem Doppelerscheinungen „The stage names“ und „The Stands In“ war es leider sehr ruhig geworden. Wenn man sich die nicht vorhandene Resonanz um ihr neues Album ansieht anscheinend schon zu ruhig für diese schnellen Zeiten. Okkervil River gaben ihrem neuen Album einen wirklich passenden Titel denn Sänger und Mastermind Will Sheff hört sich auf den meisten Songs wirklich sehr weit weg an. Eine Americana Wall of Sound steht meistens zwischen ihm und dem Hörer. Am deutlichsten wird das auf „White Shadow Waltz“ bei der die Band einfach über ein Demo des Sängers gespielt hat. Okkervil River wiederholen nur selten den Popappeal der sie mit ihren letzten Werken so groß werden hat lassen und experimentieren viel an den einzelnen Songs. Viele sind zu verschiedenen Zeiten und in anderen Studios entstanden. Ein paar Songs sind dann auch nicht die erhofften Meistwerke und wirken mehr wie Füllmaterial. „We need a Myth“ oder „Piratess“. Insgesamt erreicht „I am very far“ daher nicht die Klasse von „the stage names“ aber ist nichts desto trotz eine Großtat geworden. „Riders“ ist mit seinen Eleanor Rigby Streichern wahrscheinlich ihr bester Song seit „Westfall“. Und auch Experimentalltracks wie „Show yourself“ verlieren nicht gegen klassische Hits wie „Wake and be fine“.
    Bester Song: Rider

    6.other lives – tamer animals
    Other Lives sind sicherlich der interessanteste Newcomer in der diesjährigen Liste. Tamer Animals bietet einen großartigen Mix aus Alternative, Americana und Morricone. Den Stilbogen den sie zwischen „Dust Bowl III“ (Americana) über „Old Statues“(Morricone) bis „Landforms“ (asiatisch geprägter Pop) in nur einem Album ziehen ist mehr als beeindruckend. Und in alledem steckt auch immer eine Prise Radiohead die v.a. im Gesang und der Atmosphäre durchscheint, die öfters sehr beklemmend ist. Große Gesten für einen großen Sound bei dem man sich unglaubig die Ohren reibt dass der von einer so kleinen Band kommen soll. Other lives stecken hiermit ihre direkten Konkurrenten um den Enio Morricone Gedächtnispreis locker in die Tasche. Und das sind immerhin Jack White und Danger Mouse die gemeinsam mit dem Originalorchester der meisten Spagetti western in Rom eine Soundtrackplatte aufgenommen haben. „Rome“ kommt aber trotz der großen Namen und des wahrscheinlich riesigen Budgets nicht an diese 5 Kerle aus Oklahoma heran. Jack White hatte aber auch ein eklatantes Handicap: Norah Jones.
    Bester Song: as I lay my head down

    7. The strokes – angles
    Wie schon bei meinem Platz 5 zu sagen war. Sie sind zurück! Und niemanden interessiert es. Die großen (bald schon alten) Herren des letzten Jahrzehnts haben nach 5! Jahren wieder ein Album herausgebracht und ich war begeistert. Platz 2 der meist gehörten Alben. Das liegt v.a. an Songs wie „Two Kinds of Happiness“ und „Taken for a Fool“ in dem die Strockes versuchen sich neu zu erfinden und dass auch sehr gut hinbekommen. Insgesamt ist es ähnlich wie Platz 5 ein sehr vielseitiges Album geworden auf dem viel experimentiert wurde und daher auch nicht alles 100% funktoniert. „You’re so Right“ und „Games“ zählen sicher dazu und bei einem kurzen Album wie es Angles ist läßt einem dass schon ein paar Plätze einbußen. Aber trotz dieser Füller ist Angles ein tolles Album geworden welches einen daran erinnert warum diese Band vor einiger Zeit die größte der Welt war. „Under Cover of darkness“ rockt so läßig daher als ob noch immer 2003 wäre. Schön dass sie wieder da sind und möge es diesmal nicht mehr 5 Jahre bis zum nächsten Mal dauern.

    8. j. mascis – several shades of why
    J.Mascis ist eigentlich ein Dauergast in meinen Jahreslisten. Diesmal aber nicht als Nerdfrontsau von Dinosaur jr. Sondern in einem etwas ungewohnten Ambiente. Nämlich als Akustikgitarrist (fast) ganz allein. Und es ist wirklich unglaublich wie gut auch dieses Gewand passt. Fast so wie bei Neil Young stehen J.Mascis diese beiden Seiten der Rockmusik gleich gut und wär hätte das gedacht? Er selber wohl am wenigsten weil sonst hätte er sicher nicht so lange gewartet, bis er sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Eigentlich ist es ein perfektes Album geworden welches alle Variationen der Akustikmusik auslotet. Ob Violine im titeltrack, Säge und Bottleneck in „make it right“ oder dann doch eine kleine E-Gitarre in „Where are you“. Natürlich spielt Kurt Vile auf ein paar Tracks mit und in Amerika gab es sogar eine gemeinsame Tour. Da kann man schon neidisch werden.



    9. The low anthem – smart flesh
    Sicherlich der umstrittenste Artist dieser Liste. Eine strangere Band und Sound als the Low Anthem gibt es dieses Jahr sicher nicht. Man könnte auch sterbenslangweilig sagen. Wenn man Songs wie „Love and Altar“ oder „matter of time“ beschreibt geb ich sogar sicher recht. ABER gleichzeitig gibt es auf Smart Flesh welches in einer verlassenen Spagettifabrik aufgenommen wurde großartig berührende ruhige Songs wie „Ghost Woman Blues“ oder „Take out your Ashes“ bei der ein kaputtes Banjo von einem rauschendem Radio zu einem der traurigsten Texte seit langem begleitet wird. Überhaupt sind die ruhig vorgetragen Sätze von ben knox miller eine Stärke dieser Band. „I ain't no lamp, but my wick is burning low“ singen sie in beängstigender Gemeinsamkeit. Oder der Abgesang an das Leben überhaupt im 7min. Brocken am Ende des Albums, welcher auch mit der ungewöhnlichen Instrumentierung begeistert (Maultrommel!). Highlight des Album bleibt aber der Americanapunk in „Boeing 737“. Eigentlich nur Lärm der großartige Bilder heraufbeschwört (der „Man on the wire“ Philippe Petit, kleine Vögel und Gatling Guns).
    Bester song: Boeing 737

    10. The head and the heart – the head and the heart
    The Head and th Heart hab ich als Vorband von The low Anthem im Flex kennen und sofort lieben gelernt. Neofolkrock at it’s best. Harmonien mit mehrstimmigen Gesang, die an die meiner Meinung nach noch immer ein bisschen überschätzen Fleet Foxes erinnern (welche mit ihrem 2.Album aber viele Erwartungen wirklich einhalten konnten und diese Liste nur knapp verpasst haben). Live zeigt sich eine unglaubliche Dynamik zwischen den beiden Hauptsängern und der Violine spielenden Backroundsängerin Charity Rose Thielen. Das Album ist ähnlich wie J.Mascis Album eine perfekte Ansammlung von Akustiksongs aber zusätzlich mit einem starken Piano als Leadinstrument. Der Beat erinnert von seinem treibenden Charakter an die großen Mumford & Sons. Keine Experimente im Sound zeigt dass Album eine gerade Linie durch 10 tolle Folkhöhepunkte. Die exzessiven Touren durch die ganze Welt machten sich dieses Jahr anscheinend bezahlt. NPR machte dass Album zum 28. Platz in den Jahrescharts und sie gelten als bester Newcomer aus Grungecity.

    Honourable mentions:
    Beirut – the rip tide
    Fleet foxes – helplessness blues
    Tom waits – bad as me
    Portugal. The man – in the mountain in the cloud
    PJ Harvey – let england shake

    Hier noch ein paar Interpreten die den Einzug knapp verpasst haben. Beirut machte zwar ein wunderschönes 3.Album konnte aber gegen die starke Konkurrenz nicht komplett bestehen. Dazu war es dann doch zu beliebig, außerdem konnte man nach einem Meisterwerk wie „The Flying Club Cup“ wohl nur enttäuschen. Die Fleet Foxes konnten mich im Gegensatz zum ersten Album schwer begeistern. Trotzdem bleibe ich dabei dass der Hype etwas übertrieben ist. Tom Waits feierte ein tolles Comeback ebenso wie PJ Harvey, die ein unglaublich verstörendes Themenalbum über Krieg und Verderben am Anfang des Jahres veröffentlichte und zu recht überall ganz oben ist. Zum Schluss muss ich noch Portugal. The man erwähnen die die Top 10 auch nur knapp verpasst haben. Ein beatlesques Meisterwerk mit denen ich mich früher nie so wirklich anfreunden konnte.

    Top 10 songs
    1.Wilco – art of almost
    Im Sound des Jahres 2011 gibt es keinen Song der aktueller klingt als von diesen alten Herren des Americanas. Könnte in der Pratersauna laufen ohne dass die Hipster aufhören zu tanzen und ist trotzdem wunderschön berührend.
    2.Okkervil river – rider
    Die Streicher sind eine Remeniszenz an Eleanor Rigby. Der Text erinnert an die Ramones (Rockaway Beach ;) Und trotzdem ist er purer Americana. Verbindet somit alles schöne des Rocks
    3.Arctic monkeys – when you’re wrong
    Eine neue Rrichtung die die Monkeys einschlagen, man darf auf das nächste Album gespannt sein. Selten haben Bass und Gitarren besser harmoniert.
    4.Other lives – as i lay my head down
    Die großartigen Stilkombinationen hab ich oben schon erwähnt aber dieser Song schlägt alle anderen des albums durch die bedrohliche Atmosphäre
    5.Beirut – paynes bay
    Wie sich am Ende des Songs unerwartet die Bläser steigern ist einmalig.
    6.Kurt vile – downbound train
    Bestes Cover der letzten Jahre. Hat mich erst dem Original näher gebracht welches neben Born in the USA natürlich unbemerkt bleibt.
    7.Portugal. The man – got it all (this can’t be living now)
    Bester Refraintext des Jahres, beschreibt die Stimmung in der westlichen Welt erstaunlich gut. Streicher auch hier ein Wahnsinn
    8.War on drugs – baby missiles
    Die Blaupause für den Sound der WOD. Eigentlich schon letztes Jahr auf einer EP erschienen aber so gut hat noch niemand Synthies mit Mundharmonika gemixt.
    9.The black keys – lonely boy
    Der größte Tanzflächenhit in dieser Liste, tolles Riff, eingängiger Rhythmus. Geht schwer aus dem Kopf
    10.R.E.M. – oh my heart
    Der Abgesang aus ihrem letzten Album der REMs Stimmung am besten beschreibt. Oh my heart….

    Top 5 Konzerte:

    Arcade Fire – Wiesen

    Kurt Vile – chelsea

    The low anthem & the head and the heart – Flex

    Portugal. The man – WUK

    My jerusalem – chelsea

    Zu meiner Schande muss ich leider gestehen dass das überhaupt die einzigen 5 Konzerte waren die ich dieses Jahr besucht habe. Iron & Wine musste ich krankheitsbedingt absagen und die Fleet Foxes hab ich im Arbeitsstress verpasst. Sonst war Konzertmäßig wenig los dieses Jahr aber Arcade Fire war eine Macht und entschädigte für die Langeweile dazwischen. Nächstes Jahr wird es besser (siehe unten)

    Flop 5 Album:

    1.Lou Reed & Metallica – lulu
    Man schlägt eigentlich nicht auf Menschen ein die schon am Boden liegen aber ich sage nur:“ I am the table, the table the table…wahhhhhh“ und frage mich ob Lou Reed und metallica nicht doch mehr Humor haben als man immer denkt und nicht doch für den größten Scherz in der Musikgeschichte im Stile eines Andy Kaufmann verantwortlich sind.

    2.Red hot chili peppers – I’m with you
    Leider haben sie es trotzdem ohne Frusciante probiert und weitergemacht. Eigentlich unglaublich. Wäre so als würden die Stones ohne Richards weitermachen. Und der kann nicht mal singen, ganz im Gegensatz zu Frusciante. Der eigentlich das tragende Element in den Harmonien der Peppers war. Jetzt ist Flea der Chef und er zaubert ein paar tolle Bassriffs. Aber aus Bassriffs entstehen nicht per se gute Songs. Zu meinem Erstaunen waren die Kritiken nicht so schlecht wie erwartet und das obwohl der Untergang bei Stadium Arcadium schon klar zu erkennen war. John hat es rechtzeitig gesehen und bei Kiedis war leider der Schnauzer im Weg.

    3.Eddie vedder – ukulele songs
    Leider leider geht der 3.Platz an Eddie Vedder. Obwohl sein erstes Soloalbum sicher zu den besten 10 im Jahr 2007 gehört hat. Rückblickend war es eine Stilgebende LP. Die Kürze und der Folk waren in Wahrheit Vorbild für viele folgende Künstler. Als ich hörte dass er an einem Album arbeite welches nur der Ukulele gewidmet ist, konnte ich die Vorfreude kaum zurückhalten. Aber leider ist das Songwriting größtenteils eine Enttäuschung und die Ukulele allein gibt auch nicht genug für ein Album her da Eddie es nicht so wie J.Mascis macht und seine Akustiksongs mit anderen Instrumenten aufmotzt. Das ist zwar mutig aber bleibt auch das größte Manko.

    4.Cold war kids – mine is yours
    Leider muss man es jetzt sagen. Cold War kids waren und bleiben eine One-LP Band. Das schmälert ihr Erstlingswerk natürlich nicht aber es ist schon sehr traurig wie sehr die Band in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist. Ein paar tolle Songs sind aber trotzdem noch dabei die das großartige Talent der Kids aufblitzen lassen: „Royal Blue“, „Bulldozer“ und vor allem „Cold Toes“ sind mehr als ein anspielen wert.

    5.Radiohead – King of the limbs
    Der Rolling Stone schreibt: Wer wissen wollte, wie Radioheads Soundabenteuer nach "Kid A" und "Amnesiac" weitergehen könnten, musste schon Thom Yorkes Soloalbum und Jonny Greenwoods fantastische Soundtrackarbeiten hören, denn die folgenden Bandalben waren alle eher ein Schritt zurück als nach vorn.“ Für jemanden der „OK Rainbows/In Computer“ nicht kennt ist „in Rainbows“ vielleicht ein Rückschritt aber wenn man dass kennt kann einem der bemühte Dubstep/Elektro Versuch auf King of Limbs in punkto „Innovation“ nur ein müdes Lächeln entrauben. Sicher Radiohead bleiben die Großen der Aktualität, die Könige des Grenzlands zwischen Elektro/Rock. Und King of Limbs bietet ganz großartige wunderschöne Songs v.a. auf der 2.Hälfte: Codex, Give up the ghost oder Seperator. Aber trotzdem ist King of Limbs nur eine weitere Ergänzung im „Kid A“ und „The Ereaser“ Kosmos und schaut neben den beiden sehr Konservativ aus. Außerdem 8 Songs sind kein Album.

    Knapp nicht geschafft haben es hier zum einen iron & Wine der mit seinem 70er Jahre Popalbum „Kiss each other clean“ dann doch zu viel am Sound herumgeschraubt hat und zum anderen Bright Eyes mit „the People’s Key“ welches schlicht und einfach untergegangen ist in der Fülle der Alben. Aber hätte sich mit seinem furchtbar sterilen Sound und merkwürdigen eso-gerede sicher Platz 6 verdient.

    Aussichten 2012:
    Wie immer werden die Rückblicke jedes Jahr länger und dieses Mal hab ich wohl alle Rahmen gesprengt. Deshalb gibt’s jetzt nur einen ganz kurzen Ausblick aufs nächste Jahr. V.a. auch weil ich sehr unwissend bin in Bezug auf nächstes Jahr bin:
    .) Freuen kann man sich schon mal auf den Konzertsommer: „the Boss“ und War on Drugs schauen schon fix vorbei.
    .) LP-technisch freue ich mich auf: XX und Mumford & sons, die immer gemeinsam auftauchen und warte noch immer auf folgende Herren: Two Gallants, Calexico und Beck. Wobei nur bei den ersteren etwas konkret angekündigt ist. Calexico aber durchaus noch aktiv ist. Selbiges kann man von Herrn Hansen wohl nicht behauoten, der jetzt wohl entgültig unter die Produzenten gegangen ist (Stephen Malkmus, Thurston Moore & Charlotte Gainsbourg alleine dieses Jahr).
  • 2010 - the tallest year on earth

    Dez 30 2010, 14h03

    also das war das erste Jahr einer neuen Dekade. Wirklich neues gabs dieses Jahr nicht. Gabs in 0er Jahren der Dekaden aber nie. Die großen kamen immer erst von 1-3. Insofern ist es also nicht verwunderlich dass es vorallem alte Helden (Arcade Fire, Black Rebel Motorcycle Club) oder Bands die schon lange dabei sind, deren großer Durchbruch aber auf sich warten ließ (The National, The Walkmen), endlich schafften Alben in die Liste zu bringen. Andererseits sind in dieser Liste wahrscheinlich so viele neue Interpreten wie noch nie (The Tallest Man on Earth, Menomena). Aber das sind eher persönliche Helden als ein allgemeiner Trend. Natürlich haben auch dieses jahr wieder große Hoffnungen versagt, manche (Spoon, Gorillaz) sind aber noch nicht ganz verloren andere wahrscheinlich schon (Kings of Leon, The Coral). Aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Meine Vorhersagen waren bis jetzt eigentlich immer daneben.

    Aber jetzt,
    Manege frei für die Sieger des Jahres:

    1.The WalkmenLisbon
    Sie haben es endlich geschafft. Das perfekte Album. Nachdem das letzte (You & Me) schon sehr nah an die perfektion kam, schaffen sie mit Lisbon zwar ein etwas kürzeres aber dafür ohne einen Lückenfüller beinhaltendes Album abzuliefern. Sicher der Sound ist etwas straighter und nicht mehr so sperrig wie in den früheren Werken. Im Vorfeld hörte man viel von alten Sun Aufnahmen im Stil der 50er und tatsächlich erinnern Songs wie „Torch Song“ an alte Sun-Klassiker. Nach dem gemütlichen Opener folgt der erste Höhepunkt, ein „the Rat“ würdiger Nachfolger: „Angela surf City“. Dann ein beim ersten Mal vielleicht etwas sperriger 2 Minuten Song ohne Refrain („Follow the Leader“). Aber sogar der liegt hier perfekt und leitet zu ihrem wahrscheinlich besten Song „Blue as your blood“. Und am Ende kommen noch 2 Balladen, die ziemliche Slow Grower sind aber spätestens nach ein paar Durchgängen ebenfalls überzeugen.
    Bester Song: „Blue As Your Blood

    2.The NationalHigh Violet
    The National haben es eigentlich schon geschafft ein perfektes Album abzuliefern. „The Boxer“ sorgte für einen ziemlichen Bekanntheitsschub. Vorallem hier in Europa, wo der Name vorher eher für Verwunderung sorgte. In Indiekreisen waren sie nach 2007 durch Songs wie „Fake Empire“ den meisten ein Begriff. Aber das ist kein Vergleich zu ihrem Durchbruch dieses Jahr -> Arena Open Air, ausverkauft. (bzgl. Livequalitäten siehe weiter unten ), Es gibt jedoch wenige Bands denen man dies mehr gönnt als Matt Berninger und den Dessner/Devendorf Brüdern.
    High Violet ist eine richtige Symphonie. Perfekt produziert schweben die Songs durch den Raum und bieten die perfekte Grundlage für Berningers eindrucksvollen Bariton, der auch gerne mit Tom Smith (Editors) verglichen wird. Dies entbehrt jedoch jeglicher Grundlage da sich die Editors nach ihren Hitsingles als Joy Division Gedächtnisband im Jahr 2007 eher in Retorten-80er-Elektro/Newwave verabschiedet haben. Damit haben die großartigen the National nicht viel zu tun. Sie kommen ursprünglich aus der Folkrock-Szene um Ohio. Der Folk ist nach „Boxer“, bei dem man solche Momente noch hören konnte auf High Violet zwar komplett verschwunden aber in Songs wie „Runaway“ oder „England“ läßt er sich zumindest erahnen. Für die Zukunft bleibt zu hoffen dass der Erfolg sie nicht zu sehr in Richtung U2 biegt (siehe Coldplay oder aktueller Kings of Leon). Aber dafür wirken sie eigentlich zu intelligent.
    Bester Song: „England

    3.The Tallest Man on EarthThe Wild Hunt
    Geprießen sei “the tallest man on earth”. Er ist Schuld dass ich dieses Jahr einmal mehr Bob Dylan näher kam. Und zwar nicht mit dem Rocker-, Crooner-, Cowboy- oder Weihnachtsmann-Dylan. Nein, mit dem klassischen Ur-Dylan: der Folkie, Woddy Guthrie liebende Protestsänger. Natürlich kannte ich chimes of freedom. Selbstverständlich konnte ich zu Masters of War im Schlaf singen. Aber was ist mit seiner ersten LP, als er noch hauptsächlich Tradiotionals sang. Die großartig traurige Version von „man of constant sorrow“. Oder so frühe Perlen wie „Don’t think twice, it’s allright”.
    Naja aber eigentlich sollte es hier um den größten Mann der Welt gehen und es wäre wirklich eine Schande wenn ich in hier nur als Dylan Abklatsch hinstelle. Sicher seine Stimme und seine Art zu singen klingt mehr als ähnlich aber andererseits so großartiges Fingerpicking habe ich eigentlich noch nie gehört. Das erfrischende an Kristian Matsson, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, ist aber vorallem dass er seinen Folk nicht schüchtern flüstert sondern in die Welt hinauschreit. Zum Beispiel bei „Love is all“ der übrigens der Song des Jahres ist. Und zum Schluss sei nochmal erinnert: Dylan kopierte am Anfang auch nur Woody Guthrie. Also fürs nächste Album wünsch ich mir ein paar Protestsongs.
    Bester Song: „Love Is All

    4.TocotronicSchall & Wahn
    Und auch hier ist ein perfektes Album nach langer Vorgeschichte endlich entstanden. Die Entwicklung von Tocotronic ist sowieso ein eigenes Kapitel und kann hier gar nicht erörtert werden. Aber wie sich die 3 (jetzt 4) von ihrer ersten Platte bis heute entwickelt haben ist einfach unglaublich. Der letzte Schritt dieser Entwicklung hat damals 2005 mit der LP „Pure Vernunft darf niemals siegen“ und die im Anschluss daran stattfindende Aufstockung auf 4 Bandmitglieder, stattgefunden. Das Rick Mcphail als Gitarristen mit an Bord zu holen kein Fehler war zeigt sich spätestens jetzt mit „Schall & Wahn“. Die mäandernden Gitarren in Stücken wie „Eure Liebe tötet mich“ oder „macht es nicht selbst“ wecken Erinnerungen an die besten Zeiten von Neil Young & Crazy Horse. Und das auch noch von einer deutschen Band! Wär hätte sich das je gedacht.
    Was eigentlich schon klar sein sollte aber hier noch einmal eine Extraerwähnung verdient: Die großartigen Texte von Dirk von lowtzow. Der Text von „Im Zweifel für den Zweifel“ ist wohl der schönste und wahrste Text der je in der Geschichte des Deutschsprachigen Rock veröffentlicht wurde.
    Bester Song: „Im Zweifel für den Zweifel

    5.MenomenaMines
    Menomena sind die Überraschung des Jahres. Bester Newcomer, tolle Liveband. Und sicherlich auch das innovativste Album des Jahres. „Mines“ ist das 2. echte Album der drei Portlander. Es verlangt sicherlich einen aufmerksamen Hörer und ein paar Durchgänge bevor es seine volle Größe entfallten kann. Andererseits zeigen Songs wie „Dirty Cartoons“ oder „Five little rooms“ mit ihren eingängigen Refrains schon gewaltigen Ohrwurmcharakter. Leute denen das erste Album gefiel werden diese Songs sicherlich schon als Anbiederung an den Mainstream verstehen aber für mich war dies die perfekte Weiterentwicklung des 1. Albums. Die Instrumentierung mit Klavier, Glockenspiel, viel Altsaxophon und vorallem der wenigen bis kaum vorhanden Gitarren lassen auf dem Papier zwar Langeweile vermuten, aber was Menomena vorallem auch Live (mit nur einem Gitarristen zusätzlich) daraus machen ist sehr beeindruckend. Selten haben drei so unterschiedliche Sänger die auch noch alle Multiinstrumentalisten sind einen so kompakten und gleichzeitig innovativen Sound zu Stande gebracht. „the Band“ des 21.Jahrhunderts von denen man sich noch viel erhoffen kann. Prognose: Mit dem nächsten Album verlassen sie den Geheimtipstatus.
    Bester Song: „Dirty Cartoons

    6.The Wooden Skyif i don’t come you know I’m gone
    the wooden sky haben mit ihrem 2. Album so eine Art „best of“ des modernen Folkrock kreiert. Jeder Song auf diesem großartigen Album erinnert einen an einen großen Song einer großen Band des letzten Jahrzehnts. Das kann man jetzt kopieren nennen aber wie heißt es doch so schön. Besser gut kopiert als schlecht erfunden. Außerdem muß ja irgendwer die Lücke füllen, die Bands wie okkervill river, devotchka oder calexico mit ihren längst überfälligen Alben hinterlassen. Eigentlich ist damit alles gesagt. Ein nahezu perfektes Folkrock album welche so gut wie keine Lückenfüller besitzt. Beginnend bei „Oh my God (it still means a lot to me)“ welcher alles besitzt was ein guter Folkrocksong besitzen muss (banjo, harp & Frauenbackround-gesang) über „(bit part)“ welches Vergleiche mit den besten okkervill river songs nicht fürchten braucht, bis zu einer der schönsten Songs des Jahres „Oslo“. Eine berührende Geschichte über einen Verlierer der Gesellschaft wie in bruce springsteen nicht besser schreiben könnte. Musikalsich erinnern sie dabei an low anthem, machen ihre Sache aber viel besser. Wie gesagt. Rad nicht neu erfunden aber das erwartet man von bärtigen holzfällerhemden tragenden Kanadiern wohl auch nicht.
    Bester Song: „Oslo

    7.Arcade FireThe Suburbs
    Arcade fire haben es nie in meine Listen geschafft. Irgendwie ist das eine Band die ich leider zu oft, zu unrecht verschlafen habe. Letztes Jahr hab ich gestaunt dass sie von FM4 und auch von Pitchfork zur Band des letzten Jahrzehnts mit „Funeral“ gekürt worden ist. Tja das habe ich wohl ein bischen verpasst. Sicher „rebellion (lies)“ war auch in meinen Listen aber trotzdem. Erst „the suburbs“ hat mich jetzt zu ihnen gebracht und dass obwohl dieses Album schon sehr weit von ihren 2 vorherigen ist. Ich kann hier gar nicht sagen wieso das ausgerechnet mit „the suburbs“ geschah. Weil es ist bei weitem nicht ein eingängiges oder auch wirklich perfektes Album. Wahrscheinlich liegt es an der Megalomanie. Ein episches Konzeptalbum über die Vororte Amerikas. Sowas ist derzeti eher unüblich da derzeit die Alben eher wieder in Richtung 60er Jahre gehen und kürzer werden und schneller hintereinander erscheinen. Wie es sich für ein langes album gehört hat es auch ein paar Füller bzw. sogar schlechte Songs. „ready to start“ oder „Sprawl II (Mountains beyond Mountains)“ klingen einfach zu sehr nach schrecklicher 80er Synthie Anbiederung. Und auch „empty room“ und „wasted hour“ sind jetzt keine Offenbarungen. Aber die Songs dazwischen machen dafür wieder alles richtig. Der Titelsong mit seinem unbeschwerten Falsett gesang oder „we used to wait“ mit seiner späten Steigerung würden für dutzende Synthies entschuldigen. Ein mutiges Meisterwerk und zu Recht in den Listen überall ganz oben aber durch die angesprochenen Songs bleibt ein Top 5 Platz verwehrt.
    Bester Song: „Suburban War

    8.Black Rebel Motorcycle ClubBeat the Devil’s Tattoo
    Black rebel motorcycle Club haben hier die ideale Mischung ihrer bisherigen Arbeiten abgelegt. Wer „howl“ mochte oder ihre ersten 2 Alben. Hier sind alle richtig aufgehoben. Die Folkfans werden vorallem mit dem Opener und „the Toll“ gut bedient. Aber auch „Sweet Feeling“ und das beatlesque „long way down“ zeigen dass auch in ruhigen Songs ihr Handwerk nicht verlernt haben. Der Hauptteil ist trotz dieser Ausflüge in „howl“-zeiten wieder auf ihren Noiserock gelegt. „River Styx“ und „Aya“ kann man sicher als Höhepunkte bezeichnen. Und am Ende wieder der obligatorische Rauswerfer mit Überlänge, das wabernde „Half-State“. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die neue Sschlagzuegerin des Clubs; Leah Shapiro, früher Hausdrummerin der Ravonettes bearbeitet jetzt ihre Toms bei dem BRMC. Und es ist wirklich ein Gewinn für die Herren Hayes und Bean. Shapiros exzessiver Einsatz der Toms wecken angenehme Erinnerungen an „the Velvet underground“. (Deren Drummerin hat sich dieses Jahr anderweitig angepatzt (siehe tea party & moe tucker). Der Grund warum es trotzdem nur Platz 8 geworden liegt in der fehlenden Innovation. Man hört nicht wirklich etwas neues im Motorcycle club.
    Bester Song: „Beat the Devil’s Tattoo

    9.laura & the comratsCreating Memories
    Endlich hat Laura Rafetseder es geschafft ihre großartigen Songs in Studioversionen zu bringen und auf eine Scheibe zu packen. 12 Songs des größten musikalischen Talents welche die heimische Szene derzeit hervorgebracht hat. Darunter so Klassiker wie die großartige Wienhymne „vienna at my feet“ oder das bezaubernde „Vast gigantic Sea“ welches ein überaschendes Ende spendiert bekommen hat. Aber auch neue und unbekannte Songs sind auf „Creating Memories“ zu finden. Einer davon, vielliecht erst nach dem 2. oder 3. Durchgang, ist „i hate this song“. Ein alleine vorgetragener Song mit verzerter Stimme welcher einen nicht mehr losläßt. Begleitet von den Comrats, welche alle unaufgeregte Ausnahmetalente an ihren Instrumenten sind wird hier Folkrock auf internationalem Niveau praktiziert. Einen großen Beitrag trägt hier sicher die simple Produktion bei. Bleibt nur zu hoffen dass die heimische Szene das auch so sieht und bald ein Nachfolger kommt.
    Bester Song: “Vienna At My Feet

    10.Get Well SoonVexations
    Den letzten Platz bestimmen ist immer schwierig, fast so schwer wie den ersten. Aber dieses Jahr war es wirklich fast unmöglich. Unglaublich viele Anwärter aus den verschiedensten Sparten buhlten darum. Darunter Newcomer wie Fanfarlo oder Wintersleep aber auch alte Bekannte wie Interpol oder Frightened Rabbit (siehe Honourable Mentions). Schlußendlich ging es wieder an einen Deutschen. Aber nicht unverdient. Auschlaggebend war wohl das Konzert welches „get well soon“ im November gemeinsam mit Menomena in der Arena spielten. Sonst hätte ich dieses im Jänner erschienene Miesterwerk glatt übersehen. Das „Musikgenie“ Konstantin Gropper zeigt hier noch viel mehr als auf seinem im Nachhinein gar nicht so grnadiosen Debüt wie man Musik Internationalen Formats macht. Und das ganz ohne Bescheidenheit. Sicher an manchen Stellen auf Vexations könnte es dem einen anderen schon zu dick aufgetragen sein. Aber gerade Songs wie „ a shot in the louvre“ mit seinem opernhaften Backgroundgesang oder „a buriel at sea“ mit seiner wuchtigen Bridge zeigen das Pathosgeladene Talent von Gropper. Normal gar nicht mein Fall sorgt es im gegeben Fall aber für eine schaurig schöne Atmosphäre. Bleibt fürs nächste Album zu hoffen dass er das Niveau halten kann.
    Bester Song: „a buriel at sea

    Honourable mentions:
    Frightened Rabbit – the winter of mixed drinks
    Fanfarlo – reservoir
    Wintersleep – new inheritors
    Interpol – Interpol
    Avett Brothers – I and Love and You

    Top 10 Songs:
    1.the tallest man on earth – love is all
    2.wintersleep – experience the jewel
    3.black rebel motorcycle club – beat the devil’s tattoo
    4.the wooden sky – oslo
    5.tocotronic – im zweifel für den zweifel
    6.the walkmen – blue as your blood
    7.the national – england
    8. Robert plant - monkey
    9.frightened rabbit – living in color
    10.menomena – dirty cartoons


    Top 5 Konzerte:
    1.the natinonal (+ Fanfarlo + the low anthem) – Arena, Open Air
    2.Wilco – Gasometer
    3.Black Rebel motorcycle club – Arena, Open Air
    4.Get Well Soon & Menomena – Arena, große Halle
    5.Frightened Rabbit - Felx

    Flop 5 Alben:
    1.Kings of LeonCome Around Sundown
    Herzlich willkommen in der U2-Hölle. Nachdem ich 2005 Coldplay dort verloren hatte machen es sich die Kings dort bequem. Was für eine Karriere. Von geglaubten One Hit Wonder zu großartigem Comeback.Und jetzt das. Wobei es war bei „Sex on Fire“ schon abzusehen.

    2.Tired PonyThe Place We Ran From
    gary lightbody, der sänger von der retorten-coldplay-band Snow patrol macht ein Nebenprojekt. Das hört sich nicht unbedingt interessant an. Interessant wurde es erst als das Genre (Americana) und die Mitstreiter (u.a. Peter Buck) bekannt wurden. Trotzdem wurde leider nichts gutes daraus. Das Ergebnis hört sich an wie Snow Patrol mit akustischer Gitarre. Wirklich sehr tired.

    3.GorillazPlastic Beach
    Sie mögen in der Presse noch so gefeiert werden. Mit ihrem neuen Album „Plastic Beach“ ging meiner Meinung nach der düstere Gorillaz Sound verloren. Zu viele Gaststars lenken von der musik ab. Was hab ich davon wenn auf dem Album eine halbe Clash-Reunion ist, wenn ich davon nichts höre? Vielleicht bietet ja das neue ipad-album mehr.

    4.The CoralButterfly House
    the coral haben ihren Zenit leider entgültig überschritten. Anscheinend war der jetzt ausgestiegene Gitarrist Bill Ryder-Jones derjenige der Ecken und Kanten in den Sound der Korallen bringt. Die waren am letzten Album schon fast verschwunden. Aber butterfly house ist leider nur noch fad. Das Konzert in der Szene war leider auch sehr unsinspirierend und trug nicht zum besseren Bild dieser anscheinend schon müden Band bei. Schade

    5.Spoon - Transference
    Nach dem Überaschungsalbum des Jahres 2007 „Ga ga ga ga ga“ hat man sich natürlich viel erwartet, dass es dann doch dermaßen Spröde und sperrig wurde war eine ziemliche Enttäuschung. Vielleicht wird man sich einmal reinhören können. Dieses Jahr geht sich das aber nicht mehr aus. Schlimm ist es auch, wenn einer der besten Songs schon vorheriges Jahr auf einer EP war ("got nuffin").


    Abschließend:
    Nicht unerwähnt sollte auch die mittlerweile wirklich großartige heimische Musikszene bleiben. Neben den oben erwähnten laura & the comrats haben auch Francis International Airport ein wirklich großartiges 2. Album veröffentlicht. Robert Rotifer hat neben der Etablierung eines Wiener Popfests am Karlsplatz auch ein gutes Album erschaffen. Und dan gibt’s da noch Ginga, die sich wirklich gut anhören. Da hat die Zeit aber zum Album hören/kaufen aber leider nicht gerreicht. Genauso wie für folgende Alben die ich leider bedauere nicht gehört zu haben:
    Fran HealyWhreckorder
    Neil YoungLe Noise

    Was kann man von 2011 erwarten? Einen neuen Trend? Mal sehen. Abgesehen davon dass ich von den wirklichen Trendbands eh schon ziemlich weit entfernt bin. two doors cinema club? Maps & Atlases? Crystal Castles? Sagen mir eigentlich nicht wirklich zu. Das FM4 meinen Geschmack wirklich trifft ist eh auch schon länger her.

    Zum Schluss darf für 2011 ein bißchen Namedropping natürlich nicht fehlen:
    2 kommen direkt aus der letztjährigen Liste, die haben nämlich ziemlich getrödelt: The Strokes & Radiohead

    .) Im Jänner darf man sich auf Iron & Wine`s verheißungsvolles Album „Kiss Each Other Clean“ freuen.
    .) Im April kommen Kaizers orchestra mit dem ersten Teil einer angeblichen Trilogie. Beide übrigens auch Live zu sehen.
    .) Gitarrero J.Mascis versucht sich an einem Akustischen Album. Vorbote vielversprechend
    .) Und nicht zu vergessen: R.E.M. haben den letzten Herbst in Berlin verbracht. Mal schauen was da herausschaut. Auch wenn mich die erste
    Single nicht umhaut bin ich zuversichtlich denn wann war denn das bei REM schon der Fall? :)

    Alles in allem kann man sich also vom nächsten Jahr viel erwarten aber wem das nicht reicht hier noch ein paar Freunde die längst überfällig sind:
    Okkervill River, Calexico, DeVotchKa, Two Gallants.
    Und was noch gesagt werden muss: I want Beck BACK! Bring von mir aus den Record Club als LP, aber mach irgendwas!
  • 2009 - beyond here lies nothin

    Dez 31 2009, 14h51

    Tja der Bericht geht leider etwas unter in der allgemeinen 00er Jahre zu Ende Berichterstattung. Aber trotz aller anderen Listen mit denen man derzeit wieder erschlagen wird hier auch noch die ganz speziellen 09er Listen:

    Zur kurzen Analyse muss man sagen dass es dieses Jahr für mich unmöglich war mich auf nur 5 Alben zu einigen. Es gab dieses Jahr einfach zu viel gute Alben, sowohl von alten Helden als auch ziemlich tolle Newcomerbands. Deshalb hab ich sie jetzt auf 10 Plätze erweitert und sogar dass reicht eigentlich nicht.

    Man muss schon fast sagen zum Glück gab es auch dieses Jahr wieder viele Entäuschungen sonst wär es noch härter geworden ;)


    1.Arctic MonkeysHumbug
    Die Arctic Monkeys haben doch tatsächlich geschafft 3 großartige Alben hintereinander zu veröffentlichen. Weder den libertines (schafften insg. nur 2) oder Maximo Park (Quiken the heart war gut aber irgendwie nichts neues) noch den übergroßen Franz Ferdinand (s.u.) ist dieses Glanzstück gelungen. Und das beste an den monkeys ist dass sie sich auf der einen Seite nicht wiederholen aber andererseits auch nicht zu sehr ihren Stil aus den Augen verlieren. Somit bietet Humbug noch alte bekannte wie Tempiwechsel („pretty visitors“) oder großartige Gitarrenarbeit („crying lightning“) aber auch tolle Neuerungen. Auf „Secret doors“ hört man the coral und natürlich zeigt sich der Produzent Josh Homme auf Stücken wie „Potion Approaching“ oder Dangerous Animals. Hier kann man vielleicht einwerfen dass man von den Desert Sessions vielleicht zu wenig Einfluss hört, aber auch das zeigt eigentlich was für eine großartige Band die Arctic Monkeys sind. Nicht einmal Josh Homme kann ihren Sound beherschen und das schaffte der schon bei anderen (siehe bei them crooked vultures)
    Bester Song: My Propeller

    2.Them Crooked Vultures
    2009 war vor allem ein Jahr der Supergroups. Jack White hatte nach den Racounteurs schon wieder eine neue (the dead weathers) die aber eigentlich nur noch mehr Sehnsucht nach einem neuen White Stripes Album schürte. Conor Oberst machte mit ein paar Folkfreunden (u.a. jim james von My morning jacket) ebenfalls eine Supergroup und nannte sich auch noch lustigerweise Monsters of Folk. Aber die einzig wirklich tolle schafften nur die gewissen Herren Homme, Grohl & Jones. Ein großartiges Hardrock Album ohne gefällige Hitsingles oder Ohrwürmern. Allein der opener lässt einen zunächst verwirrt zurück. Aber nach ein paar Durchläufen offenbart sich die wahre Größe des Albums. Wobei man auch hier sagen muss dass es eher wie ein Queens of the stone age Album als etwas anderes klingt. Aber „NUR“ ein QuotSA Album ist viel wert wenn man sich das eher durchwachsene „Era Vulgaris“ anhört.
    Bester Song: Dead End Friends

    3.Wilco – the album
    Der erwartete und prophezeite Nachfolger zu YHF ist es dann leider doch nicht geworden, aber dafür haben Wilco mit ihrem „the album“ quasi ein best of… ihrer bis dato veröffentlichten Alben vorgelegt. Von „A ghost is born“ krautrock („bull black nova“) über „being there“ folk („deeper down“) bis zu „summerteeth“ pop („you never know”). Wenn nur jede Band ihren Rückblick so anlegen würden, blieben uns viele unnötige Compilations erspart.
    Bester Song: Bull Black Nova

    4.Dinosaur Jr.Farm
    Nach dem unglaublichen Comeback mit „beyond“ vor 2 Jahren hat es mich zunächst eigentlich nicht erstaunt dass Dinosaur jr. Es noch einmal schaffen ein gutes Album nachzulegen. Dass es dann doch so gut wurde ist natürlich sehr erfreulich. Exakt 1 Stunde und 4 Sekunden wird man von J. Mascis Gitarrensturm gefangen genommen ohne dass man sich langweilt. Und auch hier noch ein kleiner Querverweis auf ein Nebenprojekt. Lou Barlow, der Bassist, hat ein feines Lo-Fi/Folk Album dieses Jahr hervorgebracht.
    Bester Song: Pieces

    5.Bob DylanTogether Through Life
    Was für ein Comeback des großen Alten. Nachdem mich auf dem letzten Album „Modern Times“ max. nur jeder 2.Song begeistern konnte bleibt er hier auf konstant hohem Niveau. Auch wenn die extensive Verwendung von David Hidalgos Akkordeon zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirkt. Nicht unerwähnt sollte noch bleiben dass er dieses Jahr auch noch ein Weihnachtsalbum veröffentlicht hat. Very funny.
    Bester Song: Beyond Here Lies Nothin

    6.Delta SpiritOde To Sunshine
    Nachdem die Cold war Kids es letztes Jahr zeimlich versaut haben ist hier quasi ihre Ersatzband. Ähnlich prägnante Stimme und vom Genre ziemlich ähnlich. Vielleicht noch mit einer Prise Gospel. Das Debüt ist auch ähnlich hinreißend geworden wie dass der cold war kids. Kein einziger schlechter Song. Neben der Standardbesetzung gibt es noch draufgaben wie Trompeten („bleeding bells“) oder mistkübel („trashcan“).
    Bester song: Children

    7.Mumford & SonsSigh No More
    Mumford & sons hab ich am 26.dezember zum ersten mal im Flex gehört und trotz der kurzen Zeit haben sie es gleich auf Platz 6 geschafft. Wenn ich sie früher entdeckt hätte währe sich wohl noch ein besserer ausgegangen. Ein unglaubliches Debütalbum. Großartige Rockige Folk/Bluegrass-Songs mit viel Pathos versehen („Winter Winds“). Endlich bekommt das Banjo die Beachtung die es verdient.
    Bester Song: Little Lion Man

    8.White RabbitsIt’s Frightening
    Nicht so hinreißend wie das Debütalbum, aber trotzdem ein großartiges Album. Insgesamt geht es etwas entspannter zu. Auch wenn der großarttige Opener „Percussion Guns“ noch viel größeres erwarten ließ zeigen die White rabbits dass sie kein One hit wonder und auch viel besser als ihre Berühmten Kollegen von Vampire Weekend sind.
    Bester Song: Percussion Gun

    9.Great Lake SwimmersLost Channels
    great lake swimmers machen gemütlichen folkrock. Melodien die man vielleicht schon mal gehört hat, aber noch nie so gemütlich wie in Songs wie „the chorus in the underground“ oder „Still“. Toll auch die Drummbreaks in „she comes to me in dreams“.
    Bester Song: Pulling On a Line

    10.The Boxer RebellionUnion
    the boxer rebellion könnten noch ganz groß werden. Die ganz großen Gesten beherrschen sie schon so gut wie U2. Boxer rebellion machen perfekten Rock für große Hallen, der hierzulande leider erst in engen Räumen à la B72 dargeboten wird. Aber es würde mich nicht wundern wenn sie mal in der Stadthalle spielen werden.
    Bester Song: Forces

    Honorable mentions:
    Julian plenti – is skyscraper
    Broken Records – until the earth beginns to part
    The XX - XX
    Charlotte gainsbourg - IRM

    Top 10 Songs:
    1.white rabbits – percussion gun
    2.bruce springsteen – the wrestler
    3.wilco – bull black nova
    4.arctic monkeys – my propeller
    5.bob dylan – beyond here lies nothin
    6.mumford & sons – little lion man
    7.them crooked vultures – dead end friends
    8.dinosaur jr. – pieces
    9.franz ferdinand – ulysses
    10.monsters of folk – ahaed of the curve

    Top 5 konzerte:
    1.Them crooked vultures – zenit, münchen
    2.Julian plenti – arena
    3.Laura & the comrats – cafe carina
    4.Magnolia electric co. – WUK
    5.Delta Spirit – B72

    Flop 10 Alben:
    1.Franz ferdinand – tonight
    2.Pearl jam – Backspacer
    3.Neil young – fork on the road
    4.Weezer – raditude
    5.Magnolia electric co. – josephine
    6.John frusciante – the empyrean
    7.Placebo – battle for the sun
    8.Wolfmother – cosmic egg
    9.PJ Harvey – a women & a men walked by
    10.Bruce springsteen – working on a dream

    Das wars also mit diesem Jahr. Wie gesagt, auch sehr viele Entäuschungen. Bei Franz Ferdinand steh ich ja ziemlich alleine da mit meiner Meinung da. Aber ich bleib dabei. So lange warten und dann ein paar 80er Synthies als große innovation zu verkaufen ist zu wenig. Sicher es hatte große Momente aber troztdem insgesamt zu wenig.
    Bei Pearl Jam ist die Produktion das Problem. Sonst ganz gute Songs. Aber klingt alles nicht wirklich nach einer echten Gitarrenband. Live hauen die Sachen sicher ordentlich rein. Andererseits sind die Songs mit Eddie Vedder alleine auch nicht unbedingt notwendig. Da lieber Into the Wild hören.
    Sehr schade auch dass Magnolia Electric co. ein unglaublich eintöniges Album veröffentlich haben (zum Glück Live nicht sehr beachtet).
    Von John Frusciante darf man wohl jetzt wieder mehr erwarten seit er von den Peppers verschwunden ist. (Im Gegenzug kann man die Peppers jetzt wohl entgültig abhaken)
    Dass Placebo jetzt versuchen sich mit popppigen Happynummern und einem jungen Emo-drummer sich an ein jüngeres Puplikum anzubiedern ist auch sehr unerfreulich.
    Andere in der Liste (Weezer, Neil Young) sind echt keine Überraschung mehr, leider(siehe letztes Jahr).

    Aber wie gesagt es gab genug andere großen alben mit denen man sich trösten kann.

    Noch kurz: Was kann man sich von 2010 erwarten?
    Tocotronic kommen schon im Jänner mit dem letzten album ihrer Berlin-Trilogie -> Schall & Wahn
    Ebenfalls im Jänner Spoon, im Laufe des Jahres der Black rebel Motorcycle Club & Interpol
    Radiohead & the Strokes sind im Studio, aber das wird wohl noch dauern.

    Sonst ist nächstes Jahr wenig mit Vorfreude, aber nach so einem Jahr wie 09 hat man es natürlich schwerer und außerdem ist es auch noch der Beginn einer neuen Dekade, die wird sich ja noch was einfallen lassen müßen.
  • is this it??.......this is it!!!

    Dez 10 2009, 20h15

    Fragten am Anfang die Strokes ziemlich rotzig daher und bekamen heuer die Antwort von Michael Jacksons Grabräuber.....So sah es Robert Rotifer in einem musikalischem Rückblick auf das Jahrzehnt, in einer Herbstausgabe von Profil.

    ....und eine bessere Rahmenhandlung um ein Jahrzehnt zu beschreiben gibt es wohl nicht. Ich habe mir ebenfalls die Mühe gemacht hier ein paar 00er-Listen zum Jahresende zu veröffentlichen und wünsche viel Spass.
    Den Anfang macht die "Best of... Albums" Liste mit den Plätzen 25-20:

    25.MuseAbsolution 2003
    2003 was für ein Jahr, viele große Bands der 2000er hatten schon ihre Debütalbum abgeliefert aber jetzt erst begann für viele der große Durchbruch. So auch bei Muse. Ein perfekt zwischen 80er & modernem Indierock ausbalanciertes Album mit keinem einzigen Lückenfüller. Auch die viel zitierte Megalomanie war schon vertreten wie z.b. in Butterflies & hurricanes gut zu hören, aber nahm noch nicht so extreme Ausmaße wie in späteren Alben an. Außerdem hat man mit „thoughts of an dying Atheist“ wohl einen der besten Songtitel anzubieten.
    Bester song: Sing for Absolution

    24.Queens of the Stone AgeSongs for the Deaf2002
    Zum durchhören vielleicht mit ein paar zu vielen anstrengenden Nummern ausgestattet bietet das 3.Album der Queens of the stone age, trotzdem die größten Songs ihrer Karriere. Neben den 2 großen Breakthrough-Singles (no one knows & go with the flow) zeigen sich vor allem in Songs wie dem Mosquito Song oder durch die erfundenen Radiostationen, die Experimentierfreudigkeit von Josh Homme. Diese Leichtigkeit sollte bald darauf verschwinden nachdem Nick Oliveri ein paar mal zu oft den nackten Kasperl gab und aus der Band flog. Ein weiterer Faktor der dieses Album so groß machte fehlte auf den späteren LPs; Dave Grohl an den Drums(wo er eigentlich hingehört).
    Bester Song: No One Knows

    23.The VinesHighly Evovled2002
    Keine andere Band verstand es besser die brachiale Gewalt eines Nirvanasongs mit der Popharmonie der Beatles auf einem Album (manchmal sogar im selben Song wie „1969“) zu verbinden. Ein großartiges Debüt unter der Führung des Australischen Giftzwergs Craig Nicholls, dem nachdem er sämtliche Bandmitglieder entlassen hatte eine Form des Autismus diagnostiziert wurde. Im Video zu highly evolved wird er am Ende vom Blitz erschlagen…nach dem 2.Album war Schluss…fuck the world
    Bester Song: Autumn Shade

    22.Kings of LeonBecause of the Times2007
    Wer hätte sich gedacht dass ausgerechnet ein paar bärtige Südstaatler (die auch noch alle miteinander verwandt sind) es vom CCR inspiriertem Southern Rock einmal zu einem so perfekt ausbalanciertem Stadionrockalbum (->hier im Gegensatz zu U2 oder Coldplay-Beschreibungen positiv besetzt) wie „Because of the times“ schaffen. Allein der Titel des Debütalbums („Youth & Young Manhood) ließ einem nicht mehr als ein One-Hit-Wonder im Stile der Jets erwarten. Aber so kann man sich irren. Der Opener „Knocked Up“ ist wohl der mutigste den es dieses Jahrzehnt gab. Über 7min. und dann singt Caleb Followill auch noch dass er immer verückt und betrunken ist aber seine Freundin trotzdem sein Baby bekommen will. Im nächsten Album waren dann auch die Texte bereit fürs Stadion „sex on fire“.
    Bester Song: Knocked Up

    21.Black Rebel Motorcycle Club2002
    Das nächste Album in meiner Liste aus dem Jahr 2002,. Auch der Motorcycleclub lieferte ein beeindruckendes Debüt ab. Bis auf die erste Single „whatever happened to my rock’n’roll“ (Die in Zusammenschau etwas zu bemüht rockig daherkommt) wirkt das Album wie aus einem Guss. Eine Wall of Distortion fliegt dem Hörer 57min. lang entgegen. Vom Opener „Love Burns“ bis zur abschließender „Salvation“ zieht einem der Sound in seinen Bann, der sich vor allem an The jesus and mary chain orientiert. Sicher eine der meist unterschätzen Bands dieses Jahrzehnts.
    Bester Song: Love Burns

    20.Dinosaur Jr.Beyond2007
    Die 00er Jahre waren vor allem auch ein Jahrzehnt der Reunions. Led Zeppelin, Pixies u.v.m.….Aber nur die Dinosaurs schafften ein Comeback auf allen Ebenen, 2 großartige Alben inklusive. Dank dem 2009 erschienen „Farm“ kann man nicht einmal mehr von einem einmaligem Glücksgriff sprechen. J.Mascis soliert sich auf „Beyond“ zu Höchstformen mit Unterstützung seiner alten Weggefährten Lou Barlow & Murph. Der Sound schafft das unmögliche Kunststück die Lo-Fi Mentalität ins neue Jahrtausend zu transferieren.
    Bester Song: This Is All I Came to Do

    16/12/09

    19.The White StripesElephant2003
    2006, Sommermärchen, wie die Deutschen dass rührselig bezeichnen, obwohl sie nur 3. wurden. Okay, wir waren nicht mal dabei…aber hier soll es ja auch eigentlich nicht um Fußball gehen. Trotzdem erstaunlich, auf einmal singen alle Fußballfans dieser Welt einen Bluesrocksong, mit dem wohl hypnotischsten Bassriff welches die Welt je gehört hat. Und das witzigste daran, die Band weigert sich beharrlich überhaupt einen Bass(isten) zu benützen (der Sound kommt von einer Gitarre mit Effekt). So wurden die White Stripes zum Massenphänomen. Indiegötter waren Jack & Meg White natürlich schon seit spätestens 2003, als Elephant erschien, welches zeigt wie konsequent sich Jack White wirklich am Sound der Vergangenheit orientiert (ein Vorwurf den man wohl so gut wie jeder Band im letzten Jahrzehnt machen könnte, insofern also vernachlässigbar) und trotzdem aktuellen Alternativerock spielt.
    Bester Song: The Hardest Button to Button

    18.The CoralMagic and Medicine2003
    Ihre Hitsingle “dreaming of you” hatten sie auf ihrem Debutalbum, aber die wirklich großen Songs kamen dann auf ihrem Zweitling; „talking gypsy market blues“, „Don’t think you’re the first“ und natürlich dass wunderschöne „pass it on“. Nachdem Oasis jetzt Geschichte sind und eigentlich nicht mehr viel zu sagen hatten sind the coral wohl die letzte verbliebene Britpopband im Geiste der Fab Four. Nach dem Experiment „nightfreaks….“ kam noch dass ähnlich großartige „the invisible invasion“ nur um dann mit „roots & echoes“ leider in der Beliebigkeit zu verschwinden. Mal schauen ob da noch etwas kommt, Brüder sind keine in der Band.
    Bester Song: Pass It On

    17.Two GallantsTwo Gallants 2007
    Wieder ein Duo, und wieder hat es sich dem altmodischem Bluesrock verschrieben. Man könnte auch sagen ohne die White Stripes würde es Two Gallants gar nicht geben. Aber während die Streifen sich eher dem Indierock verschrieben haben, bleiben die 2 Gentleman dem Alt.County treu. Songs wie „the deader“ oder „miss meri“ bleiben tief im Amerikanischen Süden haften, werden aber mit einer unglaublichen Dynamik auf einen losgelassen. Eigentlich sind alle ihrer Alben gleich großartig aber auf diesem schafften sie erstmals alle Songs gut ineinander übergehen zu lassen und ihnen auch die richtige Länge zu geben.
    Bester Song: „Despite What You’ve Been Told

    16.Red Hot Chili PeppersBy the Way2002
    Was man so hört hat John Frusciante die Chili peppers verlassen. Umso größer erscheint dieses Album jetzt. Der Schlussstrich einer Phase der Band, die mit dem Opus Magnum „Californication“ begann und viel zu kurz dauerte; Die Übernahme der Peppers durch Frusciantes unglaubliches Melodieverständnis sollte nur 2 Alben halten. Der Einstieg von „by the Way“ mit dem Titelsong erinnert gemeinsam mit „Can’t Stop“ noch entfernt an die Funk-Vergangenheit der Band doch sonst ist es quasi eine One-Man-show. Natürlich, Flea bleibt der größte Bassist und Kiedis hat eine prägnante Stimme, aber ohne die Gitarrenriffs bzw. Backroundvocals würde nicht viel Musik übrig bleiben. Der letzte Song „Venice Queen“ gibt stilistisch schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Album-Tour-de-Force die John Frusciante 2 Jahre später durchziehen wird. Im Jahr 2006 kam dann der Ausverkauf mit dem Größenwahnsinnig überladenen Doppelalbum „Stadium Arcadium“. Unzählige Gitarrenspuren, die Live nicht mehr alleine reproduzierbar waren….. und seine Aushilfe dürfte jetzt der Nachfolger sein.
    Bester Song: Can’t Stop

    15.CalexicoFeast of Wire2003
    2006 spielten sie Open-Air in Wien (Arena). Ein unglaubliches Konzert wo einfach alles gepasst hat. Iron & Wine (der es knapp nicht hier rein geschafft hat) gab die Vorband und auch dass ist selten in Österreich, eine Vorband die was drauf hat bzw. vom Hauptact überhaupt hierher mitgenommen wird. Aber eigentlich soll es ja um das Album gehen: Feast of Wire ist wohl der Höhepunkt der klassischen Calexico Alben. Angefangen hat alles mit Joey Burns & John Convertino die Giant Sand verließen. Da sie eigentlich die Rythmusgruppe der Band waren wird in den ersten Alben von Calexico auch noch nicht viel gesungen. Aber ob Spaghettiwestern/Alt.Country/Indie/TexMex….alles findet Platz in dieser Band die sich nach einem Grenzort zu Mexiko benannt hat (Californien/Mexiko). Und in Feast of Wire stimmt dann auch das Songwriting: Die erste Hälfte hat unglaubliche Songs zu bieten („Sunken waltz“, „Quattro“, „Black Heart“) und die 2. erinnert sehr an die frühen „Soundtrack“ Alben ist aber vielleicht etwas zu experimentell geraten.
    Bester Song: Sunken Waltz

    21/12/09

    14.RadioheadIn Rainbows2007
    In so einer kleinen Liste kann leider nur Platz für ein Radiohead Album sein. „In Rainbows“ steht meiner Meinung nach am besten für ein perfektes Album. Natürlich, in jeder Liste die was auf sich hält ist „Kid A“ das beste Album. Aber die Wahrheit ist nun mal die, dass ich mich nie in Kid A reinhören konnte. Es fehlte einfach das Konzept dahinter. Das selbe, nur etwas vermindert gilt für „Amnesiac“. „Hail to the Thief“ hatte wahrscheinlich hochgerechnet die meisten großartigen Songs und sicher auch die größte Bandbreite aber im direkten Vergleich besticht „In Rainbows“ vor allem durch seinen roten Faden & Durchörbarkeit. Alles wirkt wie aus einem Guss und die elektronischen Elemente verschmelzen Perfekt mit den Rockelementen. Auf Songs wie „15 steps“ hört man auch sehr deutlich den Einfluss von Thom Yorkes Soloalbum welches 1 Jahr zuvor veröffentlicht worden war.
    Bester Song: Reckoner

    13.Cold War KidsRobbers & Cowards2006
    Was für ein Debütalbum!!! Ein Newcomer auf den sich so gut wie jeder einigen konnte. Sogar Leute die nichts mit Folkrock am Hut hatten sangen, dass sie nie wieder einen Drink anrühren werden („we used to Vacation“). Wie spielerisch Nathan Willett & seine Kollegen hier die traurigen, gescheiterten Gestalten im Geiste von Bob Dylan- oder Bruce Springsteen-songs, zu (Anti)-Helden von ganz großen Indiehits machen ist unglaublich. Und dann auch noch dieser Bandname. Leider hielt der Zauber nur 1 Album an. Dem Nachfolger „loyalty to loyalty“ fehlten die guten Songs und die tolle Produktion des Erstlings. Aber trotz allem lebt die Hoffnung für eine erneute Großtat. Leute die den wohl besten Text über Krankenhäuser schreiben und denn dann auch noch mit so einer bezaubernden Musik unterlegen dürfen einfach kein One-album Phänomen bleiben.
    „I've got one friend
    laying across form me
    I did not choose him
    he did not choose me
    we've got no chance of recovery
    Sharing hospital
    joy and misery
    Bester Song: Hospital Beds

    12.BeirutThe Flying Cup Club2007
    Die ultimative Balkan/pop/folk/rock Platte des Jahrzehnts, veröffentlicht zu einer Zeit wo es auch noch nicht abgedroschen war solche Elemente in seine Musik einzubauen. Wobei Balkanelement auch eine Untertreibung wäre. Zach Condon ist die Ultimative Inkarnation des Balkanfolcks. Und dabei ist er, wie bei Flogging molly, natürlich aus Amerika. Aber auch wer damit wenig anfängt, kann sich der unglaublichen, melancholischen Schönheit von Songs wie „A Sunday smile“ oder „Nantes“ nicht entziehen. Wo das erste Album „gulag orkestar“ noch stark mit Instrumentaler Musik begeisterte verbindet der Nachfolger diese Stärke perfekt mit klassischem Songwriting. Die Nachfolge Doppel-EP bot leider nur ideenlose Mariachiklänge auf Seite 1 und billig klingende Elektronikklänge auf der 2. Auf ein Nachfolgealbum warten wir noch.
    Bester Song: Nantes

    11.Pearl JamPearl Jam 2006
    Pearl Jam, die letzten Helden des Grunges, hatten im neuen Jahrzehnt vorerst nicht sehr viel zu melden. „Binaural“ (2000) & „Riot Act“ waren, keine Frage, großartige Alben mit einer großen Anzahl an unglaublichen Songs. Aber irgendwie wirkten sie etwas Ausgebrannt und Ziellos…..Man probierte neue Aufnahmetechniken aus („Binaural“), verarbeitete den schrecklichen Roskildeunfall (love boat captain) oder veröffentlichte die lange überfällige B-side Sammlung („lost dogs“). Aber erst mit „Pearl Jam“ konnten sie an „Yield“, (wahrscheinlich ihr bestes Album), anknüpfen. Großartige Balladen („parachutes“), die bei PJ eigentlich schon immer die besten Songs waren, folgten auf mitreißende Rocksongs („life wasted“). Und über allem steht die klare, rockige Produktion. Die jetzt noch viel mehr herausragt nachdem ihr neues Album „Backspacer“ einen furchtbar verwaschenen 80er Sound draufgepappt bekam. Bester Song: Severed Hand

    26/12/09

    10.BeckModern Guilt2008
    Im Jahr 2008 hat es Beck dann doch noch geschafft. Er hat ein perfektes Album veröffentlicht. Zu seiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass er es bei den wenigsten Veröffentlichungen wirklich probiert hat. Höchstens bei „Mutations“ und natürlich beim großartigen „Sea Change“ (welches hier ganz knapp den kürzeren zog). Aber was „modern guilt“ diesen Tick besser macht ist, so absurd es klingt, seine Kürze. Kein einziger Lückenfüller. Außer vielleicht „replica“ welches mir eine Spur zu hektisch geworden ist. Aber Songs wie „gamma ray“ oder „chemtrails“ zeigen dass dieser „bob dylan des 21.jahrhunderts“ noch lange nicht am Ende seiner Kreativität ist.
    Bester Song: Modern Guilt

    9.John FruscianteShadows Collied with People2004
    Und hier ist er wieder. Der wohl beste Gitarrist der letzten 2 Jahrzehnte. Diesmal mit seinem ersten Sologeniestreich des Jahres 2004. Es sollten noch 5 & 1 EP innerhalb eines Jahres folgen. Das keines der Nachfolgewerke mehr die Genialität von „Shadows…“ erreichte ist schade wahr aber auch nicht verwunderlich, bei einem so unglaublich guten Start. Der größte Track ist unbestreitbar gleich der erste („Carvel“). Das hohe Niveau kann aber durchwegs gehalten werden, denn solche Großartigen Melodien wie z.B. „second walk“ schaffte er sonst nirgends. Ausnahmen sind die etwas nervigen Instrumental-Experimente, praktischerweise immer mit Zahlen im Titel gekennzeichnet. Man darf gespannt sein was er mit der vorhanden Zeit ohne die Peppers anstellen wird.
    Bester Song: Carvel

    8.The StrokesFirst Impression of the Earth 2005
    Was für ein Befreiungsschlag! Natürlich das wichtigste Album war das Debüt. Aber nach dem Zweitling „Room on fire“ der more of the same war, hörte man schon die Kritiker; immer nur das selbe, Juilan Casablancas kann nur durch den Verzerrer singen usw… Aber dann eben „first impressions of the earth“, unglaubliche Gitarrenriffs & eine klare kraftvolle Produktion. Keine Spur mehr von Velvet underground, dafür Experimente in Beatlesmanier („ask me anything“) & Queen- remeniszenzen („you only live once“). Nach dieser Großtat gab es eine lange Pause in der jedes Mitglied sich in Soloalben austoben konnte.
    Bester Song: You Only Live Once

    7.Okkervil RiverThe Stage Names2007
    Nachdem Okkervil River mit ihren vorherigen großartigen folk/alt.country Alben nur Insidern ein Begriff waren wagten sie sich mit „the Stage Names“ an eine Mixtur oben genannter Genres, mit zusätzlichem Indierock und einer großen Extraportion Pathos. Ursprünglich als Doppelalbum geplant wurde die 2.Hälfte dann doch erst 2008 veröffentlicht (letztes Jahr in meiner Liste). Im Nachhinein betrachtet eine notwendige Fokusierung auf das wesentliche, da die rockigeren Nummern auf „the stage names“ vertreten sind, und diese bei Okkervil River schon immer das Salz in der Suppe waren.
    Bester Song: Our Life is Not a Movie But Maybe

    6.Arctic MonkeysFavourite Worst Nightmare2007
    Und auch hier ist es wieder nicht das “wichtigste” Werk welches in meiner Liste gelandet ist. Viel schlimmer noch, für viele ist das 2.Werk der Arctic Monkeys der erwartete Fehltritt, von wegen Schwieriges 2.Ablum…blablabla. Ich persönlich halte dieses Problem sowieso für ein von der Presse erfundenes. Aber egal. Nachdem ihr Debüt einschlug wie eine Bombe (schnellstverkauftes Album überhaupt) erwartete man natürlich auch sehr viel Und man bekam es auch. „Favorite worst nightmare“ zeigte sich um längen Vielseitiger („old yellow bricks“ & „505“ lassen einen an Morricone denken)als das teilweise etwas eintönige Debüt und hatte trotzdem auch die alten Stärken („brianstorm“). Man kann noch viel von diesen 4 Herren erwarten, denn auch das heuer erschienene „Humbug“ war alles andere als eine Enttäuschung.
    Bester Song: Fluorescent Adolescent

    31/12/09

    5.WilcoYankee Hotel Foxtrot2002
    Die Geschichte der Veröffentlichung von YHF ist wohl die absurdeste des ganzen Jahrzehnts. Nachzulesen ist das ganze hier http://en.wikipedia.org/wiki/Yankee_hotel_foxtrot oder am besten die Doku „I am trying to break your heart“ anschauen. Warum das ganze zuerst von ihrem Label abgelehnt wurde kann einen schon wirklich wundern. Okay Wilco probierten hier ein paar neue Sachen aus wie z.b. das aus einer einzigen Soundcollage bestehende „I am trying to break your heart“ oder das langsam dahinschlurfende, textlich mutige „ashes of american flags“. Aber Wilco’s „Kid A“ (wie es oft genannt wird) ist es dann (zum Glück) doch nicht geworden denn 1. haben sich Wilco noch nie auf einem Album wiederholt und 2. sind die Songs die größten die Jeff Tweedy je geschrieben hat und dass in größtenteils ganz normalen Songstrukturen. Um wirklich Tweedys „kid A“ zu bekommen sollte man sich sein Bandprojekt mit Jim O’Rourke, „Loose Fur“ einmal anhören.
    Bester Song: Ashes of American Flags

    4.The WeakerthansReconstruction Site 2003
    Es gibt wohl kein Album welches ich öfter gehört habe als “Reconstruction Site”. Man könnte die Musik der Weakerthans auch als harmlos bezeichnen aber einmal reingehört kann man sich dieser tollen Mischung aus Folk& Rock schwer entziehen. Auf keinem anderen Album als auf „Reconstruction Site“schaffen die Kanadier es besser die Stimmung der süßen Melancholie, die man dort wohl in kalten langen Winternächten bekommt, einzufangen. Hier sei vor allem die großartige Hassliebe-hymne auf Winnipeg hervorzuheben, die es geschafft hat dass Menschen quer über den Globus eine Stadt diffamieren (I HATE WINNIPEG!) in die sie noch nie einen Fuß gesetzt haben.
    Bester Song: Reconstruction Site

    3.TravisThe Invisble Band2001
    Der 3. Platz an Travis ist wohl meine subjektivste Wahl in dieser Liste. Natürlich Traivs haben mit ihrem ruhigen Britpop das Rad nicht neu erfunden. Wobei man zu ihrer Verteidigung wohl auch sagen muss dass sie zumindest in dieser Art des Britpop Sehrwohl Vorreiter waren bis ihnen ein gewisser Chris Martin die Show stahl und damit wirklich berühmt wurde. Zum Glück muß man ja fast sagen, denn so wurde aus Coldplay U2 2.0 und Travis blieben eher im Untergrund und spielten weiter großartige Songs in kleinen Hallen. Mit „the invisible band“ begann für mich der Einstieg in die Musik. Vorher wusste ich nicht mal den Unterschied zwischen einem Bass und einer Gitarre. Aber diese 4 Schotten waren so sympathisch & unprätentiös, dass ich gar nicht anders konnte, als sie als Idole zu sehen und selber ein Instrument zu lernen.
    Bester Song: Pipe Dreams

    2.Franz FerdinandFranz Ferdinand2004
    Hier ist es also, das beste Debütalbum des Jahrzehnts. Und gleich noch mal sind es Schotten. 11 Songs, alles potentielle Singles. 5 davon wurden dann auch veröffentlicht und alle waren Hits. Man kann eigentlich sonst nicht mehr viel zu dieser Band und diesem Album sagen. Es wurde schon alles 2004 gesagt. Was für ein Hype & ausnahmsweise war er auch mal wieder gerechtfertigt. Zumindest was ihren Erstling betrifft. Danach verlierten sie sich leider ein bischen im eigenen Ruhm. Die 2. LP war ein ziemlicher Schnellschuss und hieß dann auch noch „You could have it so much better“ (-> nomen est omen). Danach ließ man sich sogar bis 2009 für das 3. Werk Zeit aber leider half auch das nicht viel. Zu bemüht wirkten die 80er Elektromomente. Umso erstaunlicher dass das alles dem Debüt nicht wirklich etwas anhaben kann. Man darf trotzdem gespannt sein wie es mit den Thronfolgern weiter geht.
    Bester Song: Take Me Out

    1.System of a DownHypnotize/Mezmerize2005
    Lange habe ich überlegt zwischen 1. und 2. Platz. Und ich hab mich dann doch für die düsterere anstatt der tanzbaren Entschieden. Wenn man sich die politischen & gesellschaftlichen Veränderungen im letzten Jahrzehnt so anschaut bin ich mit meiner Wahl wohl ziemlich nah am Geschehen. System of a Down großes Abschlusswerk, der Begleitsound zu 9/11 & Wirtschaftskrise. Keine andere Band traf den Zeitgeist wohl besser. Ob zum Irakkrieg (BYOB -> bring your own bombs) oder Unterhaltungsindustrie („lost in hollywood“), System of a Down hatten einen gehässigen Text auf Lager. Musikalisch waren sie seit ihrem Durchbruchsalbum „Toxicity“ schon far beyond…. Diese unglaubliche Mischung aus Metal/Rock & orientalischen Einflüssen war natürlich am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich einmal in diese verrückten Acidtrips, die diese Band als Songs bezeichnet, hineingehört hat gibt es kein Entkommen mehr.
    Bester Song: Hypnotize

    that's all folks!
  • 2008 - hard feelings

    Dez 22 2008, 8h33

    Bin ja eigentlich schon etwas spät dran wenn man es mit letzten jahr vergleicht.
    Auf jeden Fall präsentiere ich nun die Liste für das jahr 2008.

    Es war ein turbullentes jahr aber insgesamt großartig. Veränderungen die im letzten Jahr begonnen haben, sind dieses Jahr voll zur Geltung gekommen. Privat als auch öffentlich. Und das merkt man auch an der Musik (okkervil river, travis, kings of leon....sind nur einige Beispiele für bands die letztes Jahr ein Album gebracht haben und dieses jahr wieder dabei sind.

    Aber kommen wir zu den Preisen

    TOP 5 ALBEN:
    1,) Beck- Modern Guilt
    -> das erste Album von Beck welches auch wirklich wie ein durchdachtes Konzept klingt, bis jetzt klang jedes vorherige Album wenn auch gut mehr wie eine Compilation. Diesmal durchwegs gute Nummern. Dafür gibts den ersten Platz
    bester Song: Gamma Ray
    2.) R.E.M. - accelerate
    -> R.E.M. sind zurück und können rocken. und das ohne Bill Berry. Hat man eigentlich nicht mehr für möglich gehalten. kurzweilig, knackig und ohne Längen
    Bester Song: Accelerate
    3.) Scars on Broadway - Scars on Broadway
    -> Nach der Entäuschung von Serj Tankians Soloalbum letztes Jahr schafft Daron Malakian, mit seinem Debütalbum, einen tollen Einstand. Der Metal von System ist weg, dafür geradlinige Rocksongs mit tollen riffs.
    Bester Song: 3005
    4.) Kaisers Orchestra - maskineri
    -> Eigentlich haben die Norweger immer tolle Alben abgeliefert, aber erst dieses Jahr haben sie meine Aufmerksamkeit wieder nachdem ich das 2./3. Album eher vernachläßigt habe
    Bester Song: Bastard son
    5.) Okkervil River- the stands in
    -> nach dem genialen Stage Names hab ich länger kein Album mehr von okkervil river erwartet aber eigentlich war the stage names als Doppelalbum geplant. und das ist jetzt der 2.Teil. Nicht so gut wie der erste, ist dieses Album aber ein ziemlicher Slow Burner. Außerdem ist es in der Liste weil einfach keine andere Folkband an sie rankommt.
    Bester Song: loast coastlines

    TOP 5 Songs:
    1.) get well soon - you/aurora/you/seaside
    2.) Beck - gamma ray
    3.) kings of leon - sex on fire
    4.) slut - if i had a heart
    5.) R.E.M. - Accelerate

    TOP 5 Konzerte:
    1.) Neil young - Wiesen
    2.) Neil Young - Austria Center
    3.) Okkervil River - Porgy & bess
    4.) Bob Dylan - Stadthalle
    5.) Laura Rafetseder - cafe Kreuzberg

    Flop 5 Alben
    1.) Weezer - the red album
    2.) Tomte - heureka
    3.) Conor Oberst -
    4.) Cold war kids - loyalty to loyalty
    5.) Kettcar - sylt

    -> Tja es war wirklich ziemlich entäuschend. Kettcar und Tomte bringen wieder Alben und es ist wirklich deprimierend wie Ideenlos sie sind. Beide klingen einfach genauso wie ihre letzten nur langweiliger. und beide vorherigen waren schon ein Abstieg von "Hiner all diesen Fenstern/Du und wie viel von deinen Freunden"
    -> so ähnlich muss man leider über Conor Oberst und die Cold war kids reden. Nachdem beide letztes Jahr tolle Alben gemacht haben hätten sie sich eigentlich mehr zeit lassen können. naja vielleicht wird das nächste wieder was. Gerade bei den cold war kids, die noch immer die beste neue band der letzten Zeit ist (da konnte leider 2008 absolut nichts daran ändern).
    -> und Weezer entäuschen eigentlich seit dem grünen Album durchgehend. Eigentlich sollten sie gar nicht bei den Flops stehen weil ich mir gar nichts mehr erwarte. Aber Pork and Beans war eigentlich eine tolle Einstandssingle (ganz im Gegensatz zur letzte. Beverly Hills -> wahrscheinlich ihr schlechtester Song überhaupt).

    Was ich merkwürdig finde ist dass es mir ziemlich leicht viel die Enttäuschungen aufzuzählen. Musikalisch wie man jetzt sieht war eher ein Jahr alter Meister...Beck, R.E.M. und schon wieder Okkervil river ;)

    Ich hoffe nächstes Jahr wirds wieder etwas frischer. Wobei ein alter großer sich ja schon für jänner angekündigt hat. Franz Ferdinand. Man wird wohl schauen wollen.
  • Schnitzelsemmeln im Jugendvereinssaal

    Out 14 2008, 15h13

    Sa., 11. Okt. – Bandboost Tulln

    Mehrere Dinge gingen mir während der scheinbar ewig dauernden Wartezeit auf unseren Auftrtitt durch den Kopf:
    heringsalat, DDR, Schnitzelsemmeln des Todes, Sloariummiliz, Zipfelmütze, jugend ohne gott & Ortstafeln

    Der Auftritt in Tulln war in vielerlei Hinsicht eine merkwürdige Sache. Zuerst einmal war es unser bis dato kürzester Auftritt (15min.). Dies erfuhren wir von der netten Empfangsdame, die sich unser Gesicht nach 2 Minuten frische Luft schnappen nicht merken konnte und nach unserem Stempel verlangte.
    Organisatorisch war aber nicht nur hier der Wurm drinnen:
    5€ Eintritt, die einzige Nahrung-> Schnitzelsemmeln die einfach an der Theke lagen, teure Getränke (die man nicht mal auf die Bühne mitnehmen durfte), Solariumsecruities, eine zusätzliche 6. Band....die Liste ließe sich bis ins unendliche fortsetzen.
    Zu allem Überfluss zogen wir auch noch die letzte Startnummer, die letzte Schnellbahn konnten wir uns damit auch aufmalen. Ideale Voraussetzungen also um ordentlich zu rocken.
    Um ca. 23:30 betraten wir die Bühne und spielten unser auf 3 songs geschrunpftes Set (wall of hatred and scorn, Save You Again & the coming storm) runter. herbert mit einem gebrochenen Stick & punkrockpauli schließlich am Ende mit einer gerissenen Saite. Nur ich blieb diesmal verschont.
    Der Saal den wir zum beben brachten sah aus wie ein Jugendvereinsaal zu besten DDR-Zeiten, leider war er schon ziemlich leer. Was zum einen sicher daran lag dass die Tullner Band Jasalis ihren Heimvorteil schon ausgespüielt hatten, wohl aber auch an der Tatsache dass für die meisten Besucher schon Gitterbettsperre war.
    Nichts desto trotz konnten wir einige übriggebliebene Seelen für uns begeistern und staubten ein paar zusätzliche Stimmen ab. Mit diesen insgesamt 7 Stimmen konnten wir Gradient of Disorder auf den letzten Platz verweisen.
    Dann schließlich, die Siegerehrung. Auch hier kam die unglaubliche Motivation der Organisatoren zu tragen. Auf Verzicht eines Spannungsbogen wurder der Sieger der Publikumswertung einfach als erster genannt. Wenig überraschend
    -> Jasalis.
    Bei der Jurywertung gab sich der Moderator dann doch einen Ruck, 6.,5.,....und siehe da...die Slaves of Suppression auf dem 2. Platz (1. schon wieder jasalis). Wobei ich nicht nachvollziehen kann dass die einen Doppelsieg verschafft bekommen obwohl 2 Bands in das Finale aufsteigen sollten. Diese Organ....naja lassen wir das.

    Ein Achtungserfolg auf jeden Fall (was man von anderen nicht behaupten konnte).
    Ende des Kontests 00:30 das hieß eine ganze Nacht zum todschlagen. Glücklicherweise hatten wir eine Ortskundige an unserer Seite und so lernten wir die wichtgisten Plätze des berühmten Tulllner Nachtlebens kennen. Zuerst Wutzeln im Winzig (Der Name ist Programm), dann eine Privatparty im römerturem & schließlich ein Spaziergang am Donauufer (wo wir wichtige Fragen klärten wie z.B. Brennt eigentlich Tequilla?)
    Besorgniserregend war nur die unglaubliche Präsenz der Stadtmiliz: "SKORPIONS" (kein Scherz) die mit eigenen Dienstautos (auch kein scherz) bis in die Morgenstunden für die Sicherheit in der Stadt garantiert.
    Wie sie sich diese vorstellen sah man schon beim Bandkontest eindrucksvoll.

    Die Band Dizzy Drinks animiert Fans zum auf die Bühne kommen. der letzte der oben bleibt wird brutal von drei skorpions runtergezerrt und rausgehaut.
    Poggen verboten! Wir sind hier nicht auf einem Rockkonzert! oder so...
    Trotz der imanenten "Big Brother"-Paranoia war die Nacht nach dem Auftritt sicher eine Aufwertung des Abends. Auf jeden Fall ein Vorgeschmack auf eine Tour.

    Übrigens bekam der Sieger nicht nur den Einzug ins Finale sondern auch noch 100 Tullnereuro geschenkt (auch hier ist der Name Programm).
    Dass wir nicht gewonnen haben hat somit gleich mehrere Vorteile
    ...wir müssen nicht nach Tulln um im Finale zu spielen
    ...wir müssen nicht nach Tulln um einkaufen zu gehen
  • soooo.......ja!

    Mai 24 2008, 18h35

    Fr., 23. Mai. – SO:JA | sangReal

    tja, ein großartiger abend. SO:JA (aus wien) & Sang Real spielten auf und alle waren sie da, die Slaves of Suppression, Zodiac Sign und auch normale menschen.

    so oder so ein toller abschied in die sommerpause