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  • Konzertreview: Maintain, Born From Pain, And Still I Bleed im FZB Schneverdingen

    Abr 23 2007, 8h04

    Fri 20 Apr – Maintain, Born From Pain, And Still I Bleed

    Meine Herren, das war ja mal wieder ein Konzert, dass sich gewaschen hat. Im Grunde war bei dem Billing aber auch nicht zu erwarten, dass es am Freitag in Schneverdingen ein langweiliger Abend werden würde. Das hatten sich wohl auch die ortsansässigen und zugereisten Besucher gedacht, die in so zahlreicher Form erschienen waren, dass mir schon bei der Parkplatzsuche am FZB klar wurde, dass der Laden wohl gut gefült sein würde.

    Nachdem ich mein Kfz sicher in die Seitenstraße verbracht hatte, wurde ich vor dem Eingang der Lokalität einer sehr umfangreichen Menschenmenge angesichtig, die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf den Bus zu warten schien, die Ankündigung des zu erwartenden Unterhaltungsprogramms hatte also wohl seine Kreise gezogen. Dank des konsumenten- und handlingfreundlichen Eintrittspreises von nur 5,- € ging es an der Kasse aber recht schnell voran und so war ich kurze Zeit später auch schon in der Aula des FZB angekommen, wo mich Timo von maintain freundlich begrüßte, sich dann aber auch gleich wieder verabschieden musste, wohl um noch einige Details vor dem Gig zu klären. Es blieb noch etwas Zeit und Platz, um mal kurz das Equipment auf der Bühne zu bewundern und ein paar Testaufnahmen für die Belichtungseinstellungen der Kamera zu machen, dann füllte sich der Saal auch schon zusehends bis zu einer für hiesige Verhältnisse sehr ansehnlichen Füllmenge. Timo kommentierte das später von der Bühne mit den Worten “Ich weiß nicht, wann ich das FZB das letzte Mal so voll gesehen habe!” - mir ging es ähnlich…

    Ziemlich pünktlich begannen dann auch die Opener And I Still Bleed, die sofort derart furios loslegten, dass man meinte, man hätte schon den Headliner des Abends vor sich auf der Bühne. Das Publikum nahm die Vorlage dankbar an und setze die seitens der Bühnenbesatzung vorgelebte Bewegungsenergie umgehend in eigene körperliche Wallung um, so dass innerhalb kürzester Zeit die Thermometer einige Gradzahlen höher anzeigten und sicher auch der eine oder andere Seismograph im Nebenraum recht weit ausgeschlagen hätte, sofern er vorhanden gewesen wäre. Nach ca. einer Dreiviertelstunde und einem sehr ansprechenden Auftritt der sechs “emo-geladenen Metalcore’ler” (s. Bandinfo) hatte die Veranstaltung Ihren ersten Zwischenstopp und ging in die verdiente Umbaupause.

    Nach einer kleinen Amptauscheinlage und kurzfristigen Unstimmigkeiten bei der Verteilung der Wasservorräte auf die strategisch wichtigen Punkte auf der Bühne durch den Shouter höchstpersönlich lief als Zeichen der akkustischen Machtübernahme das Intro von maintain an. Kaum verklungen gab es dann sofort richtig Rabatz aus der Anlage und auch die Mitgereisten vor der Bühne ließen sich nicht lange bitten, von stehender in tanzende Tätigkeit überzugehen. Wie für Veranstaltungen dieser Art üblich ist “Tanz” in diesem Zusammenhang nicht unbedingt im klassischen Sinne zu verstehen und so konnte man umgehend diverse Gliedmaßen durch die Luft wirbeln sehen.
    Der Soundtrack zu dieser Form der körperlichen Ertüchtigung war mehr als amtlich und maintain schafften es von der ersten Minute an, das Publikum für sich zu begeistern, was angesichts der dargebotenen Song- und Soundqualität auch niemanden groß verwundert haben dürfte. Neben bekannten Klassikern wurden auch einige Stücke von der am 15.06. erscheinenden neuen Scheibe “With A Vengeance” präsentiert, die nicht nur bei mir ziemlich große Erwartungen auf den kompletten Tonträger geweckt haben dürften. Wie schon im Vorbericht geschrieben: wenn die Qualität der Scheibe sich ingesamt auf dem Niveau bewegt wie die vorgestellten Songs, dann dürfte da eine ganz dicke Nummer auf uns zu rollen. Unterm Strich gehen die Daumen für Maintain nach diesem Gig also kerzengrade nach oben, allein für diesen Auftritt hatte sich die Anreise schon gelohnt.

    Nach diesem “Vorprogramm” war die Aufgabe für Born From Pain eigentlich schon fast als unangenehm zu bezeichnen und wenn mich nicht alles getäuscht hat, waren sogar schon einige Leute nach Maintain nach Hause gegangen, jedenfalls kam es mir so vor, als wenn es im Saal nicht mehr ganz so voll war, wie noch vor der zweiten Umbaupause. Vielleicht hatten sich auch einige Zuschauer von den kurzfristigen technischen Problemen mit dem Bassdrum-Mikrofon irritieren lassen, die den Umbau etwas verzögerten und den Beginn des B.F.P.-Gigs so etwas nach hinten verschoben. Die verbliebenen Gäste erlebten im Anschluss aber eine sehr gut aufgelegte niederländische Truppe, die ganz gewaltig Dampf machte. So war es dann auch kein Wunder, dass der Rest der Belegschaft seine Begeisterung über die energiegeladene Show der Band, die es ordentlich aus den Boxen krachen ließ mehr oder weniger 1:1 in Form von Bewegung vor der Bühne ausdrückte und die Temperatur im Raum um einige weitere Grade ansteigen ließ. Natürlich wurde die Band nicht ohne Zugaben von der Bühne gelassen und nach zwei weiteren Songs in Ergänzung zum Hauptprogramm waren alle Beteiligten schließlich erschöpft aber sehr glücklich. Als ein sicheres Zeichen dafür darf bspw. gewertet werden, dass ich zum ersten Mal in meiner Konzertbesuchlaufbahn eine Crowdsurfing-Einlage über die hinausströmende Menge hinweg und durch die Ausgangstür hindurch bewundern durfte - sehr interessante Performance :)

    Fotos zu den Auftritten aller drei Bands gibt es hier:
    Fotogalerie Maintain | Born From Pain | And I Still Bleed