• Battle of the Bands @ Steinbruch-Theater Darmstadt, 4.Vorrunde 28.10.09 - Les Autres

    Out 29 2009, 11h00



    Freunde, Römer, Musikfans!

    Dergestalt absagengeplagt geht der Bandcontest weiter in seine vierte Vorrunde, dass man sich entschied, drei dieser kurzfristigen Absager noch eine letzte Chance zu geben. Das bedeutet, dass das Trio in einer fünften Vorrunde am 11.11. den letzten Kandidaten für das zweite Halbfinale ausspielen darf - das Nachsehen haben dabei (vermutlich) Lykewake , welche den direkten Vergleich gegen New Blast Chaos als besten Gruppendritten verloren haben und somit ausscheiden.

    Das ohnehin schon bunt besetzte erste Halbfinale am Freitag den 13. November wurde gestern komplettiert - gesucht wurden zwei Bands aus vieren, und die angepriesenen Stilrichtungen gingen ebenfalls wieder weit auseinander.


    Erste Band:
    Smokedown

    Als Herkunft Rhein/Main/Südhessen anzugeben ist natürlich vielsagend - Smokedown bezeichnen sich laut ihrer Myspace-Seite zudem als The South Hessen Rebels und lassen damit schon vorher andeuten, in welche Richtung ihre Musik geht. und , den sie vom Ansager DJ Doom selbstbewusst als METAL! dem Publikum verkaufen, stehen bei ihnen auf dem Programm. Und das nicht mal so schlecht.


    Smokedown

    Leicht fühlte man sich dazu verleitet, Phil Anselmos Down als Paten anzugeben. In der ungefähren Stimmlage bewegte sich auch Sänger Thorsten, dem aber irgendwie die Stimme für den halbstündigen Auftritt nicht langen mag. Wenngleich mir die Performance gefiel, bemängelten meine nicht ganz neutralen Mitbesucher die Eintönigkeit bei den Songs. Alles wie bei Down also.



    Zweite Band:
    Thornbridge

    "Geht nicht" gibts nicht bei diesem Contest, der sein fünfjähriges Jubiläum feiert. Bei so vielen verschiedenen Musikrichtungen in diesem Jahr (dem breitesten Spektrum bisher) darf natürlich auch eine Band nicht fehlen. Jawohl, Power Metal! Mit Eiern, aber so richtig ... pardon, Melodic Power Metal, laut DJ Dooms Ansage. Melodic als Beisatz verschlimmbesserte schon so manches Genre.

    Thornbridge kommen aus dem Main-Kinzig-Kreis und Aschaffenburg, laut offizieller Webpräsenz (mein neues Lieblingswort seit diesen Journals), und bleiben mir persönlich vor allem wegen des Begriffs Jubiläum in Erinnerung: so bezeichnete Sänger Mo Naneder ihren ersten gemeinsamen Auftritt, man hätte sich erst kürzlich zusamengefunden. Vermutlich beim World Of Warcraft - Zocken.


    Thornbridge

    Da Power Metal bedeutet, dass man geschickt sämtliche altbekannten Klischees bedienen und dabei trotzdem wie etwas Neues verkaufen muss, bewegen sich Thornbridge im übersichtlichen Rahmen. Texte wie Neverwinter Nights animieren zum Schmunzeln, das epische Fanfaren-Intro gabs vom Band dazu, und obendrein huldigt die Kapelle ihren musikalischen Vorbildern Helloween - auch das ein Novum dieses Jahr: die erste Band, welche in der Vorrunde eine Coverversion zockt. Sah man von den sehr durchwachsenen Drums ab war das schon ein recht ordentlicher Auftritt - eingeölte und in schwärzestes Leder gehüllte Joey diMaios belieben uns auch noch erspart.



    Dritte Band:
    Perditions Departure

    "Untergangs/Verdammnis' Abreise/Aufbruch" - ungefähr so lässt sich dieser nach ein paar Bier leider nicht mehr unfallfrei aussprechbare Bandname der Egelsbacher übersetzen. Die jugendliche Truppe (Myspace gibts hier) zockt laut eigener Aussage Metalcore in der frühen Form, also damals, als es noch keine zwölftausend Bands gab, welche das Gleiche immer und immer wieder spielten oder sich jedes Dorforchester berufen fühlte, sich in die Stapfen der Großen shouten zu müssen.


    Perditions Departure - merkt euch diesen Namen für Scrabble

    Pure Böswilligkeit ließ mich beim Sänger zunächst an Eric Cartman erinnern, der sich jedoch ordentlich einen abbrüllt und uns verbal durch eine Handvoll nicht sehr abwechslungsreiche Songs führt. Die langsamen Parts wurden mal weniger, mal mehr gut ausgeschmückt - wie im zweiten Song (Name ist mir nicht mehr bekannt - das Alter, sorry), der besten Darstellung an diesem Abend. Danach gabs jedoch nur Stückwerk. Song drei und vier unterschieden sich zum Beispiel minimal. Immerhin blieb dem Brüllwürfel erspart, eine schnulzige Emoballade zu trällern.



    Letzte Band:
    Out Of The Depth

    Es fiel mir wirklich schwer, mich noch möglichst freundlichst durch die vier Journale zu schreiben - letztes Jahr wurde an gleicher Stelle die Gehässigkeit und Häme kritisiert, mit welchen ich die Kinder bedacht habe. Und wahrscheinlich wird das auch heute wieder der Fall sein. Dachte ich noch, dass Crystal Finch aus der ersten Vorrunde den Bodensatz darstellten, so gaben sie die rote Laterne dieser Veranstaltung gestern an Out Of The Depth ab.


    Aus der Tiefe des Raums

    und - das heften sich die Wiesbadener auf die Fahne, und ein schmuckes Banner haben sie ebenfalls mitgebracht. Hat ja auch bei ANNY. und Sardaukar geholfen. Nur ... die Musik. Die ersten zwei Songs undefinierbarer Musikbrei, so richtig schön auf die Bühne geklatscht. Dazu enervierend oft Soundchecks zwischen den Darbietungen. Da sich die Zuschauerränge eh gelichtet hatten (Thornbridge schleppte den größten Anhang mit) hätten Out Of The Depth direkt mit dem ersten Song punkten müssen. Aber nach ein paar scheppen Tönen war das auch passé. Die Post-Rock Einlage war zwar bemüht und nicht ganz so schlecht wie der Death-Versuch, aber das interessierten nur noch die wenigsten.


    Das Urteil:

    Meine Punkte verteile ich mit zweien an Smokedown (für mich die Besten dieses Abends) und einem an Thornbridge, geschuldet der Tatsache, dass die anderen beiden Kapellen nicht wirklich gut bzw. abwechslungsreich waren.

    Nicht dass Thornbridge darauf angewiesen wären: bei 71 gewerteten Stimmzetteln heimsen sie mit 71 Punkten ein Drittel aller möglichen Punkte ein und und stehen somit im Halbfinale. Smokedown setzen die Erfolgsserie der Bands, welche als Erste ran mussten, fort und belegen mit 65 Punkten Platz zwei, was ebenfalls fürs Semifinale reicht. Für Perditions Depature (39 Punkte) und Out Of The Depth (28 Punkte) dagegen ist hier Endstation.

    Falls es nicht wieder zu lustigem Platzwechselspielchen kommt, ist das erste Halbfinale am 13.11. damit komplett:

    Bläuen Szöök
    Bionic Ghost Kids
    Underkill
    Thornbridge
    Smokedown

    Das zweite Halbfinale steigt am 20.11., mit bislang folgenden Bands:

    Sardaukar
    Mortal Existence
    Out Of Damage
    New Blast Chaos

    Und wie gesagt, drei mir noch nicht namentlich bekannte Bands ermitteln am 11.11. an gleicher Stelle den fünften und letzten Teilnehmer - auch wenn dieser nichts daran ändern wird, dass im ersten Semifinale die deutlich abwechslungsreicheren und im zweiten die wesentlich härteren Genres zusammengefasst worden sind.
  • Battle of the Bands @ Steinbruch-Theater Darmstadt, 3.Vorrunde 21.10.09 - METAL!

    Out 22 2009, 13h35

    Liebe Spaßgesellschaft,

    der Bandcontest im Darmstädter Tanzbunker, dem Steinbruch-Theater, ging gestern in seine dritte Runde. Immer noch bemühen sich zehn Bands musikalisch direkt oder beste Drittplatzierung ins Halbfinale zu spielen.



    Der gestrige Abend hatte im Schwerpunktprogramm Bands mit einer härteren Gangart parat - also harte Knüpller und Brecher an Riffs. Nach reinrassigem Rock und -Coregeschrubbe durfte man dieses Mal etwas erwarten, weshalb der Laden nochmal eine Schippe mehr Besucher als vergangenen Mittwoch drauflegen konnte. Es hat sich schon längst herumgesprochen, dass eine überzeugende Performance auf der Bühne eben nur die halbe Miete ist - wer die meisten Anhänger in den Bruch zur Abstimmung mobilisieren kann, darf sich ebenso gute Chancen ausrechnen.


    Durfte auch heute wieder durchs Programm führen: DJ Doom.


    Erste Band des Abends:

    Underkill

    Um gleich jeden Verdacht zu bestätigen: Ja, diese Reportage ist ein wenig parteiisch. Meine Wenigkeit verdingte sich aushilfsweise bei The Hammerschmidts , aus welchen sich (quasi wie KISS aus Wicked Lester und Bullfrog Beer) nun Underkill entwickelten.

    Das Quartett praktiziert musikalisch den , ähnlich wie Mastodon (v.a. auf Blood Mountain oder gar Opeth - natürlich sind sie da vom Können noch mehr als gefühlte zehn Autominuten entfernt. Den Lokalmatadoren aus Darmstadt kommt zugute, dass die Truppe als Erste auf die Bühne müssen - ein gutes Omen, schaffte es in diesem Wettbewerb bisher noch jede Band auf Startplatz Eins ins Semifinale.


    Underkill - v.l.n.r.: David (g), Jack Daniels (dr), Flo (v,b) und Simon Steel (g)

    Ihr aus fünf Songs bestehendes Programm rockt die Truppe gekonnt runter, sieht man von den üblichen Ausfällen ab - das Effektpedal hat keine Lust, und auch der Verstärker verzieht sich vorzeitig an die Fleischtheke. Und dabei haben Underkill noch Glück - Mischer und Drumkit waren bis kurz vor Auftritt noch keineswegs selbstverständlich gestellt.


    Sänger Flo mobilisiert alle Stimmbänder und grölt in einer angenehmen Tonlage, die man ihm nicht zugetraut hätte. Nervosität aufgrund mangelnder Bühnen war allen anzumerken, außer Simon an der Klampfe, der schon öfters vor Publikum gezockt hat.

    Tracklist:
    TocarSolidity
    Judas Hole
    TocarLife Is War
    Behold
    und der Rausschmeißer TocarPower To The Crowd

    Der Menge schmeckte der musikalische Cocktail jedenfalls, vereinzelt gab es sogar Headbanger, welche körperlich dem Takt folgten.
    Einen Höreindruck kann man sich hier auf last.fm oder auf ihrer Myspace-Seite machen - lohnt sich auf jeden Fall.



    Zweite Band:


    Amity

    Im Halbdunkel des Soundchecks dachten nicht wenige zunächst: schon wieder Mortal Existence? Ein weibliches Wesen am Mikro sowie eine mit etwas mehr Lebenserfahrung ausgestattete Band? Nein, die Wiesbadener Amity brauchen keinen Keyboarder, schlagen aber mit Heavy Prog in eine ähnliche Kerbe wie die bereits Qualifizierten.
    Wohlgemerkt: ähnlich. Nicht dieselbe. Genauer betrachtet machen es Amity nicht ganz so anspruchsvoll.



    Ich weiß nicht - Amity machten ihre Sachen an den Instrumenten schon ordentlich, auch die Sängerin gab ihr Bestes. Aber die dargebotenen Songs hauten mich nicht vom Hocker. Ehrlich gesagt waren die relativ eintönig und vermittelten auf mich eher den Gedanken an Hintergrundbeschallung. Eine offizielle Webrpäsenz war nicht auszumachen, die namensverwandete Metalcoreband, auf die ich mich auch eingestellt hatte, war's jedenfalls nicht. Ebensowenig wie eine musikalische Offenbarung.


    Dritte Band:


    Sardaukar

    Der Name lässt die Vermutung zu, dass die Ortsnamen und Begriffe von Tolkiens Mittelerde noch nicht vollständig zwecks Bandname abgegrast wurden. Cirith Ungol, Gorgoroth, Minas Morgul - und Burzum. Die Odenwälder Sardaukar haben sich allerdings nach einer Gruppierung aus Frank Herbert's Dune benannt. Und ihren eigenen Arzt haben sie auch mitgebracht.


    Kopfnicken bis der Arzt kommt - Sardaukar

    Der Fünfer lässt sich musikalisch am besten in Richtung einordnen, Debauchery, Cannibal Corpse und Co. lassen grüßen. Endlich eine Band, welche die derbe Keule auspackt. Die Zuschauer wussten dies zu goutieren:


    This hair was made for banging


    Mit dem bis dato dichtesten Gedränge vor der Bühne sowie lautesten Beifall empfehlen sich die Odenwälder mit ihrem selbst betitelten Gorecore fürs Weiterkommen. Wer mehr sehen und hören will, der kann das hier.



    Vierte Band:


    New Blast Chaos

    Als heißestes Eisen fürs Weiterkommen werden die Mainzer New Blast Chaos gehandelt - ihre Hörproben auf Myspace jedenfalls hinterließen einen starken Eindruck.
    Hardcore mit Technical Death Einschlag steht da auf der Brust, und der Sänger Vogo sieht auch so aus, als würde er es damit ernst meinen:


    Tigerente: Nebenberuf

    Mit ordentlichem Einsatz und growligem Organ gibt der Frontmann alles und verlässt als Erster des Abends die Bühne um das Publikum Auge in Auge zu beschallen. Weiter hinten hörte sich das Dargebotene allerdings nicht so prickelnd an - technisch und qualitativ liefern New Blast Chaos zwar die beste Vorstellung ab, nur war der Musikstil nicht jedermanns Sache. Mir persönlich war es zu wenig Gefrickel und ordentliches Gegniedel an der Gitarre, um das Technical zu rechtfertigen. Besser als Amity war die Show jedoch allemal. Und auch als das was nach ihnen die Bühne betritt.


    Letzte Band:


    Set a Seed

    Die Heppenheimer gaben mir von Anfang an dasselbe Gefühl, welches mir auch Crystal Finch (raus in Durchgang 1) und The Green River Burial (Abflug in Durchgang 2) - nämlich dass man alles irgendwie schon mal woanders gehört hat, und das obendrein auch besser. Bei so einer Veranstaltung allerdings auch nichts, was man sonderlich bemängeln sollte. Set A Seed praktizieren Metal mit Alternative Einschlag, und mehr als eine an bekanntere Töne angelehnte Passagen ließ sich auch herausfiltern.


    Set A Seed

    Mir jedenfalls sagte das nicht zu - schade, der erste Eindruck auf ihrer Website ließ mehr erhoffen. Selbst ohne Underkill, welche meiner Unterstützung bekommen, hätten sich Set A Seed hinter Sardaukar und New Blast Chaos eingeordnet.

    Auf den Stimmzettel landeten bei mir nach Underkill die Odenwälder Sardaukar, Letztere sah ich auch sicher in der zweiten Runde.



    DAS URTEIL

    Bei der bislang höchsten Stimmteilnahme gab es keine wirklichen Überraschungen. Amity (30 Punkte) und Set a Seed (35) belegen die Plätze fünf und vier, hätten damit bestenfalls noch Chancen als etwaige Nachrücker (was extremst gering wäre).

    Mit 55 Punkten landen New Blast Chaos auf dem Bronzetreppchen. Weil sie im direkten Vergleich mehr Stimmen abgreifen konnten als Lykewake (41) letzte Woche, sind sie ebenfalls sicher im Halbfinale.

    Beifall ernteten die beiden direkt Qualifizierten: Sardaukar kam auf 81 Punkte und fährt die bis dahin höchste Punkzahl der drei bisher absolvierten Vorrunden ein. Underkill folgen ihnen mit 62 Stimmen. Glückwunsch den Weitergekommenen!

    Damit stehen bereits folgende Teilnehmer für die Halbfinals fest:



    1.Halbfinale (13.11.)
    Bläuen Szöök
    Bionic Ghost Kids
    Underkill

    2. Halbfinale (20.11.)
    Mortal Existence
    Out Of Damage
    Sardaukar


    Dazu wird noch ganz sicher verteilt:
    New Blast Chaos


    Chancen aufs Weiterkommen als einer der beiden besten Drittplatzierten:
    Lykewake - 41 Punkte.



    Den Abschluss der Vorrunde gibt es nächste Woche, mit Namensverrenkungen wie The Hellavator oder Perditions Departure .
  • Battle of the Bands @ Steinbruch-Theater Darmstadt, 2.Vorrunde 14.10.09 -…

    Out 15 2009, 12h26





    Hallo liebe Liebenden,

    bevor wir uns der zweiten von vier Vorausscheidungsrunden des diesjährigen Battle Of The Bands widmen, hier einige Aktualisierungen zu letzter Woche:

    Die Kapelle ANNY. hat sich fürs Halbfinale abgemeldet und gibt damit den Bläuen Szöök den Vortritt.

    Es gibt tatsächlich eine weitere Band namens Mortal Existence , allerdings sind das Holländer ohne nennenswerte Präsenz im Netz, wie es scheint. Dafür haben sie bereits ein Live-Video . Natürlich sind die nicht aus Langen.

    Und es gab ein Update für mich, was die Regeln angeht: demnach rücken nicht bloß die besten beiden, sondern auch die zwei besten Gruppendritten aus den vier Vorrunden ins Halbfinale vor. Von ~19 Bands kann es also die Hälfte weiterschaffen.


    Die zweite Vorrunde weißt diesmal mit fünf Bands die volle Besetzung auf, allerdings mit zwei Veränderungen. My Sacrifice und diptera haben abgesagt, an deren Stelle spielen Ablaze und Lykewake . Schwerpunktmäßig wurden dieses Mal Corebands zusammengefasst, allerdings ist das ein sehr dehnbarer Begriff, wie der folgende Abend beweisen sollte. Zu meiner standesgemäßen Begleitung gehören drei Viertel der Band Underkill , welche sich nächste Woche eine auf dem Papier deutlich härteren Konkurrenz stellen müssen.




    Führte auch heute wieder durch das Programm: DJ Doom

    Erste Band des Abends:


    Out Of Damage

    Den Anfang im nicht ganz optimal gefüllten Steinbruch machen Out of Damage aus Einhausen. Der Aussage ihrer Myspace-Seite zufolge zocken sie Metal/Hardcore und werden dem auch gerecht.


    Out of Damage

    Bei mir sammelt der leider erkältete Sänger für sein Down-Shirt erste Pluspunkte. Und sah man letzte Woche von Mortal Existence ab, so gaben sie auch die bis dahin beste Show aller teilnehmenden Bands ab. Sicher, die Erkrankung der Rockröhre warf die Truppe leicht zurück, aber in den dargebotenen, für dieses Genre abwechslungsreichen Songs zeigen Out of Damage ihr Potential. Wüsste da jetzt nichts Negatives zu berichten - höchstens dass wenn andere Bands früher ihre Alben und sonstigen musikalischen Dreingaben verschenkten (die guten unheil z.B. - RIP!) sollte man nicht noch 5 Öcken dafür verlangen wollen. Reinhören lohnt sich allerdings vollkommen.


    Zweite Band:

    Lykewake

    Definitiv die vertrautesten Gesichter dieses Contests sind Lykewake , die habe ich schon 2007 auf dem Merry Axe-Mess (u.a. noch mit Bösedeath) gesehen und eine Demo-CD abgreifen können. Als Ersatz für eine thematisch bessere hineinpassende -Core-Kapelle fallen Lykewake mit ihrem Thrash/Death Metal ein wenig aus dem Rahmen, und das ist im Grunde auch gut so.


    Lykewake

    Sänger D.K. entpuppt sich als Energiebündel, welches bangend, growlend und Bier vernichtend über die Bühne hüpft und auch zu den Zuschauern hinabsteigt. Lykewake erfinden musikalisch das Rad nicht neu, sind aber dank ihrer Erfahrung souverän unterwegs und zeigen eine solide Vorstellung. Bei dem auf eingestellten Publikum (selbst ich als Dezentmetaller laufe im Arsonists Get All The Girls - Shirt herum) stößt das jedoch abgesehen von einigen wahren Metalseelen auf relativ wenig Gegenliebe. Und das, obwohl ihr Gitarrist direkt von der Arbeit zum Wettbewerb hergedüst kam.
    Sich von der Qualität dieses Quartetts kann man sich hier überzeugen.


    Dritte Band:
    Ablaze

    Bei allem Nachforschen ist es mir nicht gelungen, eine Homepage oder gar mehr Informationen auszumachen. Bands dieses Namens gibt es mehrfach, u.a. Abalze aus China, Japan, Schweden und Brasilien. Die hier auftretende Truppe ist dagegen schon ortsnah beheimatet und zelebrieren progressiven Hardcore.


    Ablaze

    Ich persönlich bin von der Stilrichtung nicht so der Freund, daher auch mein eher verhaltener Kommentar dazu. Was auffällt, ist, dass der Sänger, der sich sichtlich alle Mühe gibt, aufzufallen, im Gitarrenlärm ein ums andere Mal untergeht - er ist schlicht und ergreifend zu leise. Was mich auch ärgerte, war, dass hier und dort der Bass die interessanteren Parts übernahm, welche um Längen besser klangen, nachdem die Gitarre einsetzte. So mein Fall waren die Wiesbadener Ablaze jetzt nicht.


    Vierte "Band":
    Bionic Ghost Kids

    Dieser Contest hatte schon einiges erlebt. Einen Dildo als Mikrofon, geigespielende Damen, eine Paganband, welche zum kollektiven Selbstmord aufrief ("Wollt ihr für uns sterben, Steinbruch?"), und natürlich die Kinder (Black Smile) letztes Jahr. Das alles toppen jedoch die Bionic Ghost Kids aus Darmstadt. Naja, in Wahrheit kommen sie aus Berlin, wie auch aus ihrer überaus opulenten Seite zu entnehmen ist. Ein Mitglied soll aber aus Darmstadt kommen, so richtig aber blicke ich da auch nicht durch.

    Das Foto spricht für sich:

    Blue Man Group - Clubtour

    Die weißen Masken ließen viel Spielraum zur Fantasie:


    Das Trio (ein vierter Mann versteckte sich hinter einem Verstärker) folgte den an Scooter erinnernden Technobeats vom Band mit Gitarreneinlage und möglichst irren Aktionen des Shouters. Die Bionic Ghost Kids (welche sich während des Auftritts von Ablaze über die Bühne gut sichatbar für alle in den Backstagebereich schlichen - auch nicht die feine englische Art) forderten ihren Zuhörern einiges ab: erstens waren sie um Längen lauter als der Rest, und zweitens haben nur die wenigsten mit und verzerrtem Kindergesang gerechnet. Der Shouter, der sogar auf den wackeligen Stehtischen herumturnte (und dabei mein Getränk verschüttete - danke!) gab wirklich sein Bestes. Nur das Drumherum war stark gewöhnungsbedürftig. Wobei man aber anrechnen muss, dass Soundtrack for Violence sogar kompatibel klang. Den meisten Zuhörern zauberte es ein amüsiertes Schmunzeln aufs Gesicht - oder aber sie zogen sich zum Rauchen zurück, möglichst weit weg von der Konfettikanone - die kam auch zum Einsatz.
    Auf der einen Seite bin ich persönlich froh, dass hier auch mal was Originelles am Start ist, andererseits, wenn lediglich zwei Instrumente live gespielt werden und der Rest vom Band kommt, wirft das einen gewissen Schatten.
    Ferner hat mein fränkisch-bayerischer Radar richtig gelegen und Saupreißn auf der Bühne detektiert, als der Sänger bei den Ansagen sein bestes Berlinerisch von sich gab. Tiersprachliches außerhalb des Grindcore hatten wir auch schon lange nicht mehr auf dieser Bühne.


    Letzte Band:
    The Green River Burial

    Dass es jede Band nach so einem (in welcher Form auch immer) beeindruckenden Auftritt schwer hat, das bekamen The Green River Burial aus Frankfurt zu spüren. Nach dem Besuch ihrer Webseite hatte ich die Jungs auf dem Zettel in Richtung Halbfinale.


    The Green River Burial

    Bedauerlicherweise kommen die live nicht ganz so prickelnd rüber. Sänger Georg quält sich ab, den Deathcore, den sich diese im Kern Hardcore spielende Truppe ebenfalls auf die Weste geheftet hat, mit Growlen und Tierhaftem an den Mann zu bringen. Was blieb, waren einfach austauschbare Elemente, und dazu noch das schwere Los, dass sich die Mehrheit der Zuhörer in die Kneipe respektive ins Raucherzimmer verzog. Übel nehmen kann man es ihnen nicht: so richtig im Ohr hängen bleiben wollte nämlich gar nichts.


    Meine Stimmen gingen demzufolge an Lykewake (zwei Punkte) und an Out of Damage (einen Punkt).



    DAS URTEIL



    Nach kurzem Auszählen der Stimmzettel verlas DJ Doom vor einem fast nur noch aus Bandmitgliedern bestehendem Publikum das Ergebnis:

    Mit jeweils 22 Punkten scheiden Ablaze und The Green River Burial aus, Lykewake werden mit 41 Punkten Dritte und haben noch berechtigte Chancen auf ein Weiterkommen ins Halbfinale. Fantomas' Enkel von den Bionic Ghost Kids sichern sich mit 49 Punkten Platz zwei und stehen damit ebenso im Halbfinale, wie Out Of Damage, welche mit 55 Punkten den Tagessieg abräumten. Glückwunsch!


    Damit derzeit der Stand der Dinge:


    Im Halbfinale sind

    Mortal Existence
    Bläuen Szöök
    Out Of Damage
    Bionic Ghost Kids

    Noch Chancen als einer von zwei besten Gruppendritten:
    Lykewake , 41 Punkte.



    Nächste Woche geht es ans Eingemachte, da erwartet uns die harte Metalfraktion. Unter anderem mit Sardaukar und den von mir favorisierten Underkill .
  • Battle of the Bands @ Steinbruch-Theater Darmstadt, 1.Vorrunde 7.10.09 - Rockbands

    Out 8 2009, 12h42

    Zum dritten Mal verfolge ich den alljährlichen Bandcontest im Tanzschuppen meiner Wahl:



    Oh, sorry, ich meinte natürlich das Steinbruch-Theater in Darmstadt, welches wieder anderthalb Dutzend Bands die Chance gibt, sich in einem knallharten Wettkampf um eine ordentliche Finanzspritze und einen Support-Slot für namhaftere Bands zu verdienen. Die Mittwochabende im Oktober sind allesamt reserviert für die Vorrunden: Pro Abend steigen vier bis fünf Kapellen auf die Bühne und versuchen, sich die Gunst der Zuhörerschaft zu erspielen. Für zwei Truppen geht es weiter ins Halbfinale, der Rest hat bestenfalls noch die Chance auf krankheit-/unfallbedingte Ausscheider.

    Für den ersten Abend wurden sämtliche Bands gegeneinander gesetzt, welche in die Kategorie "Rock" fallen - die späteren Vorrunden fassen dann die -corebands und Metalorchester zusammen. "Rock" ist damit ernst gemeint - Röhren, Schweinegrunzen und infernalisches Geschrei sind heute fehl am Platze. Schade eigentlich ...


    Applaus, Applaus, das wird heute wieder eine tolle Show heute Abend ...

    Der Ansager und Oberschiri des Abends, DJ Doom, führte uns durch das Programm - statt fünf Bands gibt es heute nur vier, und jede hat 30 Minuten Zeit, die Zuschauerstimmen einzufangen. Man durfte/musste/konnte für zwei Bands votieren, die Erststimme zählte doppelt, so einfach geht das.




    1. Band

    Anny .

    So schnell kann es gehen, gestern noch legten Vaderund die Kreischsägen von Marduk den Bruch beinahe in Schutt und Asche, heute stehen Anny . (mit Punkt) auf der Bühne. Die versuchten es mit poppigen Rock und deutschen Texten. Anhören kann man sich das auf ihrer Webseite ... zumindest theoretisch, denn live gefiel mir diese Art von Tonkunstdarbringung eher weniger, bis gar nicht.


    Anny. In. Aktion.

    Unter uns - das hatten wir schon letztes Jahr mit In-Human . Feuerzeug, softe Texte, Hände zur Decke empor gestreckt - ich kann mich dafür leider Gottes nicht begeistern. Was ich aber aus Konzerterfahrungen weiß, ist, dass gute Bands die Zuschauer nicht auffordern, die Feuerzeuge auszupacken - entweder tun die das automatisch, oder sie lassen es. Anny. brachten reichlich Support mit und sollen dem Hörensagen nach viel Zeit mit Werben verbracht haben - jedenfalls findet man öfters Aufkleber von ihnen in der Innenstadt. Positiv anzumerken ist, dass die Jungs professionell und souverän auftreten und nichts verkrampft wirkt. Eben halt nicht mein Geschmack. Als Lokalmatadoren waren Anny. aber auch so auf meine Stimme nicht angewiesen.


    2.Band

    Crystal Finch

    Ihre offizielle Webpräsenz ließ nichts Gutes erwarten. Heruntergelassene Hosen, Spiegelsonnenbrillen und Atzenlook - gut, die heutige Jugend, wir waren früher ja auch nicht weniger affig unterwegs. Crystal Finch aus Egelsbach betonen ausdrücklich, einen Schuss Heavy Metal zu ihren Songs hinzuzugeben. Nun denn ...


    Goldener Käfig, Leute ...

    Live sieht das nicht so prickelnd aus. Sicher, einige Passagen sind souverän heruntergezockt, aber der Gesang war gräßlich. Ehrlich, meine Begleitungen fanden das Gegniedel in Ordnung, aber dann kam der Text, und der wurde nicht gerade angenehm vorgestragen. Songs wie "Valley of Ashes" hatten für mich nichts, was erinnerungswürdig war, höchstens dass ich mich an Damiera, Dance Gavin Dance und LoveHateHero erinnert fühlte. Ärgerlich fand ich "The Golden Cage" - wahrscheinlich ist damit der "goldene Käfig" gemeint, und der Ausbruch aus selbigen wurde schließlich auch besungen. Nur heißt der auf Englisch eigentlich "The Gilded Cage". Ich weiß, Übersetzungsfaschisten haben keine Freunde ...
    Immerhin war das Gezocke annehmbar und erträglich, das fand auch die Jugendabteilung unter den Zuschauern. Nur am Gesang müsste ein wenig gefeilt werden.


    3.Band

    Mortal Existence

    Wie mir aus sicherer Quelle zugetragen wurde soll es noch eine zweite Band gleichen Namens geben, zudem aus Langen, was auch quasi um die Ecke liegt. Die hier auftretenden Mortal Existence kommen aus Frankfurt, sind keine brachialen Knüppler, sondern verstehen sich als Progrocker im Stile von Symphony X , Dream Theater und Threshold - wie man auf ihrer Homepage nachlesen kann. Zu sechst geht es auf die Bühne, Sängerin Isa darf freihändig vortragen, dazu gibts einen Keyboarder.


    Mortal Existence

    Zu Recht beschwerte sich die Sängerin mit Dolchblick beim Soundmann, denn der erste Song wird durch böse Nebengeräusche verhunzt. Danach aber gibts endlich Angenehmes fürs Ohr - die Sängerin (immer ein Pluspunkt, IMMER) und ihre Kapelle wissen zu gefallen. Songs wie "Hexenhaus" hatten es in sich und bestachen durch Abwechslung im bisherigen Einheitsbrei des heutigen Abends. Ab und zu fühlte ich mich was das Keyboard anging an Eisregen erinnert, von denen waren Mortal Existence allerdings stiltechnisch und textinhaltlich Galaxien entfernt - gut so, das hätte auch irgendwie nicht gepasst.

    Bis dahin die beste Vorstellung des Abends, und nur noch eine Band stand aus:

    4. und letzte Band:

    BLÄUEN SZööK

    Ab einem gewissen Promillegrad verliest man sich schnell und denkt, hier würden heute Abend die Bläck Fööss auftreten. Oder eine dänische Eismarke. Tiersprachliches aus Köln oder nach Pappkarton schmeckendes Straciatella blieb uns erspart, stattdessen gabs Bock Rock aus Mainhattan.


    Stimmt für uns, sonst Betonschuhe!

    Mein erster Eindruck war, dass die Anzugträger schon ein wenig Druck auf dem Kessel hatten. Sechzehn Jahre schon sind sie im Geschäft, laut eigenen Angaben, länger so mancher Fan von Crystal Finch alt ist. Ihre Homepage versprach einiges, und sicherlich hat eine erfahrene Gruppe wie Bläuen Szöök jene Abgeklärtheit, welche den Jungspunden fehlte.

    Und es ist wie schon bei Anny. auch dieses Mal nicht deren Schuld, wenn mir ihre Musik nicht zusagt. Drei Songs, bis zum vertrauenerweckenden "Spend More Time Naked", dann zog es mich trotz Nichtraucherseins in die Raucherecke. Ich war für den Abend auf Metal eingestellt, und nicht auf Rock.



    DAS URTEIL


    Fleißig sammelte man die Stimmzettel ein, ich trug an erster Stelle Mortal Existence und an zweiter Crystal Finch ein. Mit Anny. und Bläuen Szöök wusste ich nichts anzufangen, sorry.

    "Dank" zweier ungültiger Stimmzettel rauschen Anny. am Tagessieg vorbei und werden Zweiter hinter Mortal Existence, beide mit ordentlichem Abstand zu dem Drittplatzierten. Bläuen Szöök haben noch die minimale Chance als Nachrücker, für Crystal Finch endet der diesjährige Bandwettbewerb. Zurück in den goldenen Käfig. Glückwunsch an die beiden Halbfinalqualifikanten.

    Nächste Woche gibt es dann fünf Bands, diesmal aus dem Core-Sektor, u.a. die Bionic Ghost Kids und The Green River Burial . Das liegt mir schon mehr.
  • And you thought the Tipper sticker was bad ...

    Jul 10 2009, 10h46

    Just came home from the local CD store and getting new ammunition for my ears. I was anxious to get the latest Asphyx album Death... The Hard Way and so I went for getting the limited edition. But lord, how did they fuck up the alternative cover:



    It wasn't for the artwork (rusted metal and the band logo is what you expect from the dutch masters), but look at this, look at the insanely big age rating sticker. In fact, its not a sticker, which you could scratch away somehow - its printed on the cover and stays there for eternity. They fucked up the same with The Devil You Know - now that's bullshit. Huge massive devil on the cover but you only see half of it because of the fricking big green age rating.

    In Germany, movies are rated for watchers at age zero, six, twelve, sixteen and eighteen. Those age ratings were put on the DVD sides with a small symbol, and a bigger one on the back of the DVD box. But at worst it's half the size than the new age rating sticker for CDs!

    This is like raping some cover artist's work. Imagine some beautiful artwork by some album, and you can only see 3/4 of it. It's insane. Sure you wanna keep minors from getting their hands on infamous albums way too soon, but this scars a CD cover forever. The new Asphyx album was shrinked-wrapped on which advertisement sticker has been put on - and the new DevilDriver album had an age rating sticker that could be scratched off carefully. Why not doing this for all albums for the German market? Why disfiguring good cover artwork for no reason? This is the way people are driven to download albums illegally - Asphyx for ages 12 or older - yeah that's heavy metal. Remember there was once a time where people bought albums because of the cover artwork, be it on vinyl or on CD. Now those people get a hideous age rating sticker.
  • Picture game: Guess the band's name, part 2

    Mai 24 2009, 14h26



    Guess the band which is meant in the picture.
  • Picture game: Guess the band's name

    Mai 11 2009, 15h09



    Name the band which is meant in the picture :D
  • Norwegian and Danish Rock Leagues?

    Fev 22 2009, 14h43

    In the tradition of the Swedish Rock Artist League , I also think about starting leagues for both Norway and Denmark. The Norwegian League would have two divisions with 16 bands each, the Danish, as a smaller country, would go fine with two divisions à 12 bands.
    However, I am already running the Swedish League where I am doing everything, and while I asked for a little help (like a good rankings generator), I am still stuck with all work. Not that I complain, but for Norway and Denmark, I could ask for some support, provided that people would like to see those leagues.
  • Deadlock - Manifesto

    Nov 25 2008, 12h20

    [Lifeforce, 50:12, 12 Tracks]

    Im Janaur 2007 stolperte ich quasi über Deadlocks damaliges Album Wolves , weil mir Code Of Honor gleich auf mehreren Musikzeitschriftenbeilagen regelrecht ins Gesicht sprang und sich in meinen Ohren festsetzte. Damals war das dritte Album bereits wegbereitend für den Erfolg dieser sympathischen und integeren Truppe, und für die kalten Wintermonate legen sie nun ihren vierten Silberling nach. Mit Manifesto wollen Deadlock zeigen, wie man aus einem langsam abgedroschenen Genre noch das Beste herausholt.



    Schon der Vorgänger scherte sich nicht um Klischees - Deadlock bauten auf Wolves Electro-Beats und sogar einen lupenreinen Techno-Mix ihrer Hitsingle
    mit ein, und auf Manifesto werden weitere neue Elemente ihrem vom Metalcore zu Melodic Death Metal mit New Metal Einschlag gewandelten Stil hinzugefügt. Puristen und engstirnige Zuhörer werden vor dem Kopf gestoßen: Mal fühlt man sich an Scooter erinnert, ein anderes Mal ertönt ein Saxophon, und als Höhepunkt in Sachen Toleranzfragen bieten die letzten hundertfünzig Sekunden von TocarDeathrace eine lupenreine Hip Hop-Einlage. Das in ungewohnten Farben gehaltene Cover hat es bereits angedeutet: Deadlock unterwerfen sich keinen Zwängen und ziehen ihr Ding durch.

    Und das kann sich hören lassen: Sabine Weniger hat einen Tacken als Frontsirene zugelegt und bildet nun zu Röhrer Johannes Prem den hervorragenden Widerpart. Gleich mit Martyr To Science hauen sie dem Hörer ersten Hit um die Ohren. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Tierschutz durch das Album - allerdings weniger als kreuzbrave Lobhudeleien auf den von allen Bandmitgliedern praktizierten Veganismus, sondern aus Sicht jener, welche mit dem Leid von Tieren ihr Geld verdienen. In Martyr To Science sehen Tierversuche an dem Pranger, Deathrace hingegen die unwürdigen Methoden der Tiertransporte und Seal Slayer (der andere große Wurf dieses Albums) das Robbenschlachten, bekannterweise eine Domäne der Kanadier, gegen welche Deadlock schon im Rahmen einer PETA-Aktion diesen Song unter anderem Namen beigesteuert haben.

    Für TocarAltruism springt Scar Symmetry - Fronter Christian Älvestam zwecks gesanglicher Dreier-Einlage ein, und wer sich die limitierte Ausgabe geholt hat, bekommt TocarThe Brave / Agony Applause als Akustikausgabe dazu. Der größte Kritikpunkt des Albums ist jedoch die Neuinterpretierung (keineswegs eine Coverversion) von TocarTemple of Love von The Sisters of Mercy . Andrew Eldritch und Ofra Haza trugen ihn dereinst mit mehr Schmiss 'rüber, man ist geneigt zu sagen, dass Deadlock sich hier ein wenig übernommen haben.

    Im Ganzen sind Deadlock deutlich stärker geworden - Wolves war schon eine Ansage, doch mit Manifesto ebnen sie den Weg zu einer der größten Melodeath-Bands Deutschlands; die innovativste Kapelle auf diesem Sektor sind sie jedenfalls bereits. Wer seine Musik ohne Scheuklappen hört, wird hier bestens bedient werden.

    8,5 / 10
  • Battle of the Bands @ Steinbruch-Theater Darmstadt, FINALE vom 14.11.2008

    Nov 17 2008, 12h54

    Endlich ist es soweit: Nach insgesamt sechs Vorwettbewerben steht das diesjährige Finale des Bandcontests im Steinbruch-Theater Darmstadt an. Vier Bands haben sich qualifiziert und kämpfen nun um Ruhm, Ehre, einigen Geld- und Sachpreisen sowie die Chance auf einen Supportplatz bei einem zukünftigen Konzert im altehrwürdigen Gemäuer.

    Mit gemischten Gefühlen kann man sich den bisherigen Verlauf des Wettbewerbs betrachten. Einerseits haben es Kapellen verdient in die Runde der letzten Vier geschafft, andere wiederum konnten zwar live überhaupt nicht überzeugen, schleiften aber einen so großen Fan-Support in den Laden, um sich die notwendigen Stimmen für den Finaleinzug zu sichern.

    Und diese Taktik schien auch zu am Tag der Entscheidung wieder zur Anwendung gekommen zu sein: Deutlich ältere und wesentlich jüngere Semester als die übliche Freitags-Stammkundschaft fanden sich im Bruch ein, wahrscheinlich die (familiäre) Unterstützung der ersten Band des Abends. Immerhin war der Bruch ordentlich gefüllt mit Gästen.

    1.Band des Abends:
    Black Smile , alias "Die Kinder"

    Unter dem Beinamen ist das juvenile Quartett mittlerweile besser bekannt. Seit ihrem letzten Auftritt sind Black Smile zwar nicht unbedingt viel gewachsen, dafür drei Wochen älter und auch schlauer; entsetzt mussten sie feststellen, dass im Finale Coverversionen nicht erlaubt sind, weswegen sich ihr Repertoire an verfügbaren Songs dramatisch verringert hat. Aber mit ihrer zahlreich präsenten Familie als Unterstützung zockt die U14-Truppe eben alles, was sie bislang in Eigenregie auf die Beine haben stellen können. Da gab es dann so hervorragende Songs mit Titeln wie "Black Pig" oder "The Evil", wobei neben der bekannten Tonleiter-Verwurstung auch TocarHell Awaits von Slayer überdeutlich herauszuhören war.

    Hanson: Stimmbruch

    Der Auftritt polarisierte ordentlich. Wer ohnehin nicht schon mit den Kindern auf der Bühne verwandt war, empfand die Show als lustig, mutig, und "für ihr Alter und in der kurzen Zeit doch ziemlich beeindruckend", vom Knuffigkeitsfaktor ganz zu schweigen. Für die anderen war es schlichtweg eine Verzerrung des Wettbewerbs. Nicht auszudenken, würden Black Smile gewinnen und dann ein weiteres Konzert eröffnen. Der örtliche Running Gag an diesem Abend war die Vorstellung, sie dürften Eisregen supporten - aber wahrscheinlich hätten die vor Roth und Yantit zu viel Angst.
    Mein Ding waren die Kinder jedenfalls nicht, und die gewaltige Präsenz der mit Pappschildern und Black Smile-Shirts bewaffneten Erwachsenen (welche uns Stammgäste wie Freaks von einem anderen Stern betrachteten - zumindest in Sachen Freaks lagen sie richtig) stimmte mich mißmutig, was den Ausgang der Abstimmung anging. Ein Contestsieger, welcher die Titelmelodie von Löwenzahn anstimmte - das musste nicht wirklich sein ...



    2.Band:
    unheil

    Wie es der Ansager bereits verkündet hatte ging der Abend nun zu etwas anspruchsvollerer Musik über. Angesichts von Black Smile auch nicht unbedingt schwierig. Doch die Hainburger unheil bewiesen eindrucksvoll, dass sie vom Können her zu den professionellsten Bands dieser Veranstaltung zählten.


    Todbringer oder Lichtgestalt?

    Gegen die Stimmchen ihrer Vorgänger wirkte Sänger Olaf wie ein voll aufgedrehter Düsenjet, und auch sonst beweisen Unheil ihr ganzes Können. Mit einem neuen Song ging es direkt in die Vollen und es folgten Todesbleiorgien wie Cogito, ergo sum , Die Wahrhaftigkeit und dem abschließenden Abschlachtkommando. Ging man nur vom reinen Gesangs- und Spielvermögen aus, gehörten Unheil zu den Highlights des Abends. Angesichts der erdrückenden Präsenz von Anhängern anderer Bands aber blieb den Hainburgern lediglich die Rolle des Außenseiters. Das schmälerte ihre Leistung jedoch in keinster Weise: auf myspace.com/todesmetall kann sich der Skeptiker gerne selbst von ihnen überzeugen. Unheil teilen kräftige Arschtritte raus und geben sich nicht mit Allerweltsgespiele ab. Hintersinnige Texte treffen auf brachialste Gewalt.



    3.Band:
    Pentarium

    Von nun an stand der Abend ganz im Zeichen von Griesheim, denn die letzten beiden Bands stammten aus diesem Stadtteil von Darmstadt. Pentarium setzten im Halbfinale sich mit lediglich zwei Punkten Vorsprung gegen Static Attic durch - hinter den Kindern, welche damit erfolgreich bedeutend besser aufspielende Bands aus dem Wettbewerb kegeln konnten. Schon während ihrer letzten Performance bangten und moshten nicht wenige zahlende Gäste mit, und der keyboardgestützte Metalcore kam auch heute wieder prima an. Glaubt man den Gerüchten, so konnten sie zudem sechzig Karten im Vorverkauf an den Man bringen, was potentiell 120 Stimmen bedeuten konnte.


    Das Mikro zum Himmel

    Wer sich mit seiner Zweitstimme noch nicht sicher war, der war mit Pentarium bestens beraten - Moshpit, Bangreihen und die obligatorische Wall of Death sprachen eine eindeutige Sprache, wer das Haus rockte. Selbst die allerkleinsten Zuschauer wackelten aus sicherer Entfernung zum tobenden Mob mit. Klar war zumindest eines: Wer an den Sieg wollte, musste an dieser Vorstellung vorbeikommen. Die Zweitstimme von mir hatten sie jedenfalls sicher (allein schon weil der Keyboarder wieder mit Iced Earth - Shirt antrat).



    Letzte Band des Abends:
    Buried In Oblivion

    Kommen wir zu den abschließenden Teilnehmern, welche das letzten Halbfinale zwar gewannen, mich aber in keinster Weise überzeugen konnten. Die andere Griesheimer Band am Finalstart spielte damals so schepp und neben der Spur, dass es zweitweilig extrem nervte - abgesehen vom Soundbrei und einem Sänger mit Stimme ohne nennenswerten Wiedererkennungswert.


    Immerhin gut im Bild

    Und was für Gerüchte mir zu Ohren kamen: Buried In Oblivion gehörtend er Straight Edge-Bewegung an, machten mal Mathcore und mal Deathcore, und sie sollen sogar achtzig Karten im Vorverkauf losgeworden sein. Zumindest an Letzterem war etwas dran, denn Fans fanden sich doch in Scharen vor der Bühne ein - wobei das Griesheimer Lokalpatriotentum seinen Beitrag dazu geleistet haben mochte. Gegenüber der gruseligen Vorstellung vom letzten Mal haben sich Buried In Oblivion wesentlich steigern können, das Zusammenspiel war harmonischer, und der mit Emo-Mop ausgestattete Sängerknabe legte sich sogar richtig ins Zeug. An die deutlich ausgereiftere Präsentation von Unheil und Pentarium reichte es meiner Meinung nach zwar nicht ganz ran, dafür aber grenzten sich die Metalcore-Jungs von der Liga, in der die Kinder spielten, mehr als eindrucksvoll ab.


    DAS FINALE URTEIL

    Der Ausgang des Wettbewerbs war also völlig offen - der Familienbande von Black Smile wirkten Buried In Oblivion und Pentarium mit eigener Fanschar und Unheil mit professionellem Autreten entgegen. Letzten Endes verkündete DJ Doom zu später Stunde das Urteil, in diesem Video hier kann man das mitverfolgen.

    Der Sieg ging also nicht unverdient an Pentarium, welche eine Rekordzahl an Stimmen erreichte und die Griesheimer Nachbarn auf das Silberpodest verwiesen. Meinen Glückwunsch an den Sieger und dem Zweiten. Unheil landeten unverdient auf dem undankbaren vierten Platz, hinter den Kindern mit der ganzen Walton-Family im Gepäck - am Ende aber setzte sich der Mix aus guter Werbung und Können gegenüber der Familienbande durch, und der Veranstalter war sicher erleichtert, nicht vor Vader und Konsorten Black Smile ankündigen zu müssen. Glückwunsch und Respekt trotzdem an alle Teilnehmer.

    Das war's auch von der diesjährigen Berichterstattung, man sieht sich 2009 wieder zu einer neuen Runde Battle of the Bands im Steinbruch \m/