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  • Finnland rockt die Waterkant!

    Out 22 2007, 17h44

    Sun 21 Oct – Apocalyptica, Stam1na, Sturm Und Drang
    Auch wenn die Namen es nicht unbedingt erahnen lassen, alle drei Bands kommen aus Finnland - und machen ziemlich unterschiedliche Musik. Ehrlich, ich hatte keine Ahnung, mit was ich bei diesem Konzert in Sachen Vorbands zu rechnen hatte.

    Stam1na starteten um 20:30 Uhr. Nordischer Trash von fünf gut gelaunten und technisch versierten jungen Männern (2 Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug und - sicherlich eine Seltenheit beim Trash Metal - ein Keyboarder), die - nach eigenen Aussagen - bereits seit 11 Jahren zusammen spielen. Trash ist nicht so mein Ding, aber die Jungs waren engagiert und verbreiteten gute Laune... Was soll's, dazu wird gefeiert. Die Songs werden teils in Englisch, teils in Finnisch vorgestellt und der Sänger überrascht die Menge sogar mit ein paar Worten auf Deutsch. Nach etwa einer halben Stunde war das erste Gitarren und Double-Bass Gewitter vorbei.

    Was dann kam war der Hammer.
    Zuerst bauten die Roadies für eine Band auf, die offenbar unterdurchschnittlich groß sein sollten - so sah es dank der Mikrophonhöhe aus. Dann schlichen sich plötzlich ein paar Gestalten auf die Bühne, die als die finnische Version von Tokyo Hotel durchgehen könnten. 5 Teenager im Alter von etwa 14 bis 16 Jahren stimmen die Instrumente... und dann kam die Musik.
    Meine anfängliche Skepsis war nach den ersten Akkorden wie weggeblasen. Was Sturm Und Drang da ablieferten, war wie eine junge Version von Stratovarius oder Sonata Arctica. Soli, abwechselnd mit Gitarre und Keyboard, mal beide Gitarren zusammen, eine klare hohe Stimme (hoffentlich hat der Sänger den Stimmbruch schon hinter sich, damit uns die Band noch lange erhalten bleibt), schnell, kraftvoll... das einzige was eigentlich fehlte, war die Routine auf der Bühne. Die Jungs wirkten ziemlich verkrampft und hatten dem Publikum wenig mehr mitzuteilen, als den Namen des nächsten Songs. Ein kleiner Schnitzer passierte während einer Ballade, wo dem zweiten Gitarristen der Sound weg blieb, was aber flott durch einen Roadie (Vati?) behoben werden konnte. Umso stärker das Highlight: Eine Coverversion von Iron Maidens Fear of the Dark, die auf jeden Fall Lust auf mehr machte. Meine absolute Hochachtung! Ich hoffe, ich sehe die Jungs wieder.

    Ich hatte Apocalyptica noch nie in Action erlebt und keine Ahnung, wie vier Cellisten das Publikum einfangen können. Vier große Stühle beherrschten das Bühnenbild, in Apocalyptica-Manier dem Schädel-Cello nachempfunden und in der Mitte ein erstaunlich kleines Drumset. Die Stühle standen ziemlich weit hinten auf der Bühne und ich wunderte mich, was mit dem vorderen Teil passieren sollte.
    Die Band kam unter donnerndem Applaus auf die Bühne - sie wurden seit Stunden sehnsüchtig erwartet, es war bereits etwa 22:30 Uhr - und nahm Platz.
    Schnell wurde klar, wieso die Bühne so viel Platz lies. Als wenn man auf einer schnöden Gitarre spielte, wurde das Cello von den Artisten durch die Gegend getragen, mal hier oder dort aufgestellt und kräftig bearbeitet. Dazu wurde ordentlich die Mähne geschwungen! Der Schlagzeuge untermalte das ganze mit kräftigem Donner und die ausgefeilte Lichtshow rundete das ganze perfekt ab. Die Band zeigt ganz klar: Metal geht auch ohne Gesang - klar, zum Teil dank anderer Bands wie Metallica, deren Texte man auch bei einem Apocalyptica-Konzert einstimmig mitgröhlt.

    Mit einem so runden Programm hatte ich nicht gerechnet. Trash-Metal, Power-Metal und die Symphonien von Apocalyptica... So bunt, dass es sicherlich nicht jedem Gefallen hat - die verhaltenen, aber immer höflichen Reaktionen des Publikums bei den Vorbands machten dies deutlich - aber für Metal-Fans mit nicht all zu engem Blickwinkel ein ganz besonderer Ohren- und Augenschmaus!
  • Wagner wäre stolz gewesen!

    Mar 29 2007, 10h28

    Mi., 28. Mär. – Manowar, Rhapsody, Holyhell

    So wie es sein sollte: Metal - lang und laut!

    Als Holyhell aufspielte (die ich selber gar nicht kannte), war die Halle nur mäßig gefüllt. Nichts desto trotz wurde großartig gefeiert und die Pausen nur mit wenigen "Manowar, Manowar, ..." Sprechchören untermalt. Absoluter Höhepunkt war, als Andrew Lloyd-Webbers "Phantom Of The Opera" in Metal-Manier gespielt wurde und Eric Adams zusammen mit der Holyhell-Frontfrau im Duett sang.

    Rhapsody (den neuen Namenszusatzt finde ich bescheiden) starteten mit einer Textpassage, die offenbar von Christopher Lee himself gesprochen wurde und knallten von Anfang an mit großen Tempo ihre großartigen Stücke auf die Bühne. Wo ich aber über die Kombination an Bands für den Abend begeistert war, wurde hier schnell klar, dass Rhapsody in einer völlig anderen Liga spielt und zumindest reine Manowar-Fans sich nur schwer mit Rhapsody anfreunden konnten. Während der Lieder, der Pausen und auch sonst während des ganzen Rhapsody-Auftrittes "Manowar, Manowar, ..." oder "Hail and Kill" anzustimmen ist ein absolutes Armutszeugnis - allerdings nicht für die Italiener, die Ihr Programm perfekt spielten, sondern für die Riege eher geistig verarmter Metalfans. Perlen vor die Säue ist da tatsächlich in vielerlei Hinsicht ein passender Vergleich! Absoluter Liebling an dem Abend von Rhapsody war "Lamento Eroico" - ein großartiges Stück.


    Selbstverständlich haben die Kings of Metal den Abend dominiert, obwohl ich und sicherlich viele um mich herum bereits zu Beginn ihres Auftrittes heiser war und die Beine wie Hölle schmerzten.


    Manowar spielte gut zweieinhalb Stunden ein buntes Programm, wobei viele gute Lieder auf die man gewartet hat hinter Showeinlagen zurückstehen mussten. Da durfte beispielsweise ein Fan mit Gitarrenkenntnis auf die Bühne und mit einer Gitarre ausgestattet mit der Band zu The Gods Made Heavy Metal abrocken, während drei auf die Bühne geholte Zuckerschnecken im Hintergrund eine eigens mitgebrachte Fanclubfahne schwenkten. Großer Abschluss für den jungen Gitarrengott (dem man bei all zu exzessiven Alleingängen einfach ein wenig den Saft runterdrehte - was ihn, die Band und das Publikum nicht weiter störte) war der 30 Sekunden All-Inclusive Kuss mit einer der flott gegriffenen Fandamen auf der Bühne. Daumen Hoch!

    Für meine Begriffe etwas zu langatmig (aber ich bin auch kein 100%er Fan des aktuellen Albums) waren die letzten 30 Minuten, in denen ein Großteil von Gods of war mit einer aufwendigen Bühnenshow mit Wikingerboot und schwertschwingenden Wikingern inszeniert wurde. Klar, ich konnte das nur eingeschränkt genießen, weil ich fix und fertig war. Ich hätte mir am Ende noch ein paar schnelle und brettharte Stücke gewünscht, statt der opernhaften Inszenierung, aber klasse war es allemal.