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  • Emirsian in Stuttgart 26.01.09

    Jan 27 2009, 16h25

    Es ist kurz nach 20.00h und kalt in Stuttgart. Die Türen des Club Schocken sind noch verschlossen, ein Schild kündet den Einlass für 20.30h an.
    Kurz vor 21.00h hat man dann Erbarmen mit den 8 Menschen, die sich vor dem Schocken unter den Heizstrahlern drängen. Man lässt uns rein.
    Der Soundcheck ist gerade erst beendet, jetzt haben die Musiker und Tontechniker Hunger und essen erst einmal gemütlich eine Pizza. Wir nehmen derweil auf gemütlichen Sesseln Platz und warten auf "Electric Fleischpeitsche", den Support.
    Die Publikumszahl hat sich in der Zwischenzeit auf ungefähr 20 erhöht.
    Das Konzert beginnt: Ein junges, dünnes Männchen betritt die Bühne, nimmt auf einem Klappstuhl Platz und stellt sich vor: "Hallo Stuttgart, ich bin die electric Fleischpeitsche." Sein erster Song, den er zum besten gibt, heisst:"Geiseldrama an der Käsetheke". Es ist ein Liebeslied, wie eigentlich alle seine folgenden Lieder. Diese trägt er mit sehr viel Charme und Einsatz vor. Er erzählt viel von den letzten Konzerten, bis einer aus dem Publikum ruft: Sei ruhig und spiel!"
    Roni, die Fleischpeitsche steht noch am Anfang seines musikalischen Schaffens, aber er hat Potential. Und er macht Spass, keine Frage, aber wir warten auf Emirsian.
    Kurz vor halb elf kommt er denn auch, der Mann mit der unglaublich sanften Stimme.
    Und das tut er live genau so, wie auf CD. Er schmeichelt sich mit den Songs der CD "Yelq" direkt ins Herz der Zuhörer. Das Zusammenspiel mit den beiden Mädels, die am Bass bzw. Gitarre/Percussion mit dabei sind, klappt nicht ganz auf Anhieb, macht aber die ohnehin sehr intime Atmosphäre noch persönlicher. Nur zwischen den Songs muss Emirsian noch ein wenig das Plaudern lernen. Da verliert er schon mal den Faden, verhaspelt sich, ist nervös. Während der Songs aber geht er völlig darin auf.
    Am Schluss des Sets betritt ein armenischer Sänger die Bühne, den Emirsian schon als Kind bewundert hat. Zusammen tragen sie mehrere armenische Liebeslieder vor. Damit überfordern sie das Stuttgarter
    Publikum.
    In der Summe aber, trotz eisig kalter Füsse zu Beginn und dem etwas zähen folkloristischen Ende ein sehr gelungener, entspannter Abend.