Porträt von Dr. Albert Hofmann (R.I.P)

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Mai 2 2008, 21h07

Der Schweizer Albert Hofmann gilt als einer der bedeutendsten Chemiker unserer Zeit. Er ist der Entdecker von LSD, in dem er bis heute ebenso eine «Wunderdroge» wie ein «Sorgenkind» sieht. Darüber hinaus leistete er Pionierarbeit in der Erforschung anderer psychoaktiver Substanzen sowie der Wirkstoffe wichtiger Arzneipflanzen und Pilze. Unter dem Eindruck des bewusstseinserweiternden Potentials des LSD wandelte sich der Wissenschaftler zunehmend zum Naturphilosophen und kulturkritischen Visionär.
Am 11. Januar 1906 wird Albert Hofmann in der beschaulichen Schweizer Kleinstadt Baden geboren, als ältestes von vier Kindern. Sein Vater ist Werkzeugmacher in einer Fabrik, in der er Alberts spätere Mutter kennenlernt; als er schwer erkrankt, muss Albert, als Ältester, für den Unterhalt der Familie sorgen. Deshalb absolviert er eine kaufmännische Lehre. Nebenher büffelt er Latein und andere Sprachen; denn er will die Matura ablegen, was ihm an einer Privatschule gelingt. (Den Unterricht bezahlte ihm ein Taufpate.)
1926, mit zwanzig, nimmt Albert Hofmann an der Universität Zürich ein Chemiestudium auf. Vier Jahre später promoviert er dort mit Auszeichnung. Anschliessend ist er in den pharmazeutisch-chemischen Forschungslaboratorien der Firma Sandoz in Basel tätig, der er mehr als vier Jahrzehnte ununterbrochen die Treue hält. (1996 verschmolz Sandoz mit Ciba-Geigy zu dem Konzernriesen Novartis.) Dort befasst er sich vor allem mit Arzneimittelpflanzen und Pilzen. Besonders interessieren ihn die Alkaloide (Stickstoffverbindungen) des Getreidepilzes Mutterkorn. 1938 isoliert er den Grundbaustein aller therapeutisch bedeutsamen Mutterkornalkaloide, die Lysergsäure; diese versetzt er mit einer Reihe von Chemikalien. Die so gewonnenen Lysergsäure-Derivate testet er dann auf kreislauf- und atmungsanregende Wirkungen – unter anderem das LSD-25 (Lysergsäurediäthylamid). Weil die beobachteten Effekte hinter den Erwartungen zurückbleiben, verlieren die Pharmakologen von Sandoz jedoch rasch das Interesse daran.
Einer «merkwürdigen Ahnung» folgend, wendet sich Albert Hofmann fünf Jahre später dem LSD-25 erneut zu. Am 16. April 1943, während des Synthetisierens, überkommen ihn plötzlich sonderbare Empfindungen - «eine merkwürdige Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl» -, die ihn veranlassen, die Laborarbeit zu unterbrechen. Zu Hause «legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch äusserst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen – das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell – drangen ununterbrochen phantastische Bilder von ausserordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand.»
Drei Tage später, am 19. April 1943, begibt sich Hofmann auf den ersten freiwilligen LSD-Trip der Menschheitsgeschichte. Weil er die enorme Wirksamkeit der Droge noch nicht einschätzen kann, nimmt er um 16:20 Uhr mit 250 Mikrogramm eine relativ hohe Dosis ein – und lernt die halluzinogene Macht der Substanz intensiv kennen. (Siehe Text zum Schwerpunktthema am Freitag, 13. Januar 2006.)
Mit der Entdeckung des LSD hat Albert Hofmann einen Schneeball ins Rollen gebracht, der im Nu zu einer Lawine anschwillt. Sie beeinflusst das ausgehende zweite Jahrtausend, zumindest in der westlichen Welt, in einem Masse, das nur noch mit der «Pille» vergleichbar ist. (Siehe Info-Text «LSD».) Von einer «Atombombe des Geistes» sprachen Bewusstseinsforscher ehrfürchtig.
Zur Forschung, die nun weltweit einsetzt, trägt Albert Hofmann mit eigenen Studien wesentlich bei. So gelingt es ihm 1958 als erstem, aus den mexikanischen Zauberpilzen (Psilocybe mexicana) die psychoaktiven Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin zu isolieren; in Ololiuqui, den Samen einer Trichterwinde, findet er Inhaltsstoffe, die dem LSD verwandt sind. Er isoliert und synthetisiert die Wirkstoffe bedeutender Arzneipflanzen, um deren Wirkung zu untersuchen. Seine Grundlagenforschung beschert Sandoz mehrere erfolgreiche Arzneimittel: so das Geriatrikum Hydergin, das Kreislaufmittel Hydergot und das in der Gynäkologie eingesetzte Methergin.
Bis zu seiner Pensionierung 1971 bleibt Hofmann bei Sandoz tätig, zuletzt als Leiter der Forschungsabteilung für Naturheilmittel. Danach widmet er sich verstärkt dem Schreiben und Vortragen. Für seine wissenschaftlichen Pionierarbeiten findet er zunehmend Anerkennung: Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, die Universität Stockholm und die Freie Universität Berlin verleihen ihm Ehrendoktorwürden, er wird ins Nobelpreiskomitee berufen.
Ausgezeichnet wurden dabei herausragende Forschungsbeiträge – doch Albert Hofmanns Lebenswerk umfasst weitaus mehr. Von Anfang an begleitet er wohlwollend die Bemühungen von Ärzten und Psychotherapeuten, LSD in neue Ansätze zur Behandlung von vielerlei chronischen Krankheiten einzubeziehen. LSD nützt aber nicht nur bei speziellen Diagnosen – nach Hofmanns Überzeugung käme das «psychedelische» Potenzial der «Wunderdroge» jedem von uns zugute. In den veränderten Bewusstseinszuständen, die LSD auslöst, sieht sein Entdecker keineswegs bloss psychotische Wahnzustände eines chemisch manipulierten Gehirns, sondern Fenster zu einer höheren Wirklichkeit – wahrhaft spirituelle Erfahrungen, in denen sich ein gewöhnlich tief verschüttetes Potenzial unseres Geistes, die Göttlichkeit der Schöpfung, unsere Verbundenheit mit ihr offenbart. «Der einseitige Glaube an die naturwissenschaftliche Sicht des Lebens beruht auf einem folgenschweren Irrtum», schreibt Hofmann in Einsichten - Ausblicke. «Zwar ist alles wahr, was sie enthält – aber dies repräsentiert bloss die eine Hälfte der Wirklichkeit; nur deren materiellen, quantifizierbaren Teil. Ihr mangelt es an all jenen spirituellen Dimensionen, die nicht in physikalischen oder chemischen Begriffen beschrieben werden können; und gerade diese schliessen die wichtigsten Charakteristika alles Lebens ein.»
Von einer Chemikalie, welche diese Aspekte der Welt erkennen hilft, profitiert nicht nur der einzelne Konsument; für Hofmann könnte sie Defizite heilen helfen, an denen die westliche Welt chronisch krankt: «Materialismus, Entfremdung von der Natur (...), Mangel an beruflicher Erfüllung in einer mechanisierten, leblosen Arbeitswelt, Langeweile und Ziellosigkeit in einer wohlhabenden, saturierten Gesellschaft, das Fehlen einer sinnstiftenden philosophischen Grundlegung des Lebens». Von Erfahrungen ausgehend, wie LSD sie vermittelt, könnten wir «ein neues Bewusstsein der Wirklichkeit entwickeln», das «zur Grundlage einer Spiritualität werden könnte, die nicht auf den Dogmen bestehender Religionen beruht, sondern auf Einsichten in einen höheren und tieferen Sinn» – darauf, dass «wir die Enthüllungen im Buch, das der Finger Gottes schrieb, erkennen, lesen und verstehen». Wenn solche Einsichten «Eingang in unser kollektives Bewusstsein finden, könnte sich daraus ergeben, dass die naturwissenschaftliche Forschung und die bisherigen Zerstörer der Natur – Technologie und Industrie -, dazu dienen werden, unsere Welt in das zurückzuverwandeln, was sie einst war: in einen irdischen Garten Eden.»
Mit dieser Botschaft wird aus dem genialen Chemiker ein tiefsinniger Naturphilosoph und kulturkritischer Visionär. Die kritische Distanz zur LSD-Euphorie von Hippie- und Flower Power-Bewegten hat Albert Hofmann allerdings nie aufgegeben; dass er ein «Sorgenkind» in die Welt gesetzt hat, betont er schon im Titel seines bekanntesten Werks. Stets weist er auf die Risiken eines unkontrollierten Konsums hin. Andererseits wird er nicht müde zu betonen, was LSD von den meisten anderen Drogen grundlegend unterscheidet (siehe Info «Drogen – Eine Klassifikation»): Auch bei wiederholtem Gebrauch macht es nicht abhängig; es schränkt das Bewusstsein nicht ein; in üblicher Dosis ist es völlig ungiftig. Die pauschale Verteufelung von Psychedelika, die Massenmedien und konservative Politiker und Regierungen von den sechziger Jahren an betrieben, konnte er nie nachvollziehen; für ihn spricht nichts dagegen, dass psychisch stabile Persönlichkeiten in ausgeglichener Stimmungslage und angenehmer Umgebung (Set und Setting) LSD konsumieren.
Um so enttäuschter war Albert Hofmann, als er miterleben musste, wie der Gebrauch von LSD seit den ausgehenden sechziger Jahren weltweit kriminalisiert und verboten wurde – sogar zu therapeutischen und Forschungszwecken. (siehe Info-Text zum Schwerpunktthema am Freitag, 13. Januar 2006.) Falls vom Basler Symposium Anstösse zu einer Kehrtwende ausgehen, so wäre dies gewiss das schönste Geburtstagsgeschenk, das man Albert Hofmann zu seinem Hundertsten machen könnte.

Comentários

  • Gottverlassen

    "Die letzten Worte konnte ich nur noch mit großer Mühe niederschreiben. Schon jetzt war es mir klar, daß Lysergsäurediäthylamid die Ursache des merkwürdigen Erlebnisses vom vergangenen Freitag gewesen war, denn die Veränderungen der Empfindungen und des Erlebens waren von gleicher Art wie damals, nur viel tiefgehender. Ich konnte nur noch mit größter Anstrengung verständlich sprechen und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch orientiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad ? ein Auto war im Augenblick nicht verfügbar, Autos waren während der Kriegszeit nur wenigen Privilegierten vorbehalten nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. Schließlich doch noch heil zu Hause angelangt, war ich gerade noch fähig, meine Begleiterin zu bitten, unseren Hausarzt anzurufen und bei den Nachbarn nach Milch zu fragen. Trotz meines rauschartigen Verwirrtheitszustandes konnte ich für kurze Augenblicke klar und zweckgerichtet denken? Milch als unspezifisches Entgiftungsmittel. Schwindel und Ohnmachtsgefühl wurden zeitweise so stark, daß ich mich nicht mehr aufrechthalten konnte und mich auf ein Sofa hinlegen mußte. Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. Alles im Raum drehte sich, und die vertrauten Gegenstände und Möbelstücke nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau, die mir Milch brachte ich trank im Verlauf des Abends mehr als zwei Liter erkannte ich kaum mehr. Das war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze. Aber schlimmer als diese Verwandlungen der Außenwelt ins Groteske waren die Veränderungen, die ich in mir selbst, an meinem inneren Wesen spürte. Alle Anstrengungen meines Willens, den Zerfall der äußeren Welt und die Auflösung meines Ich aufzuhalten, schienen vergeblich. Ein Dämon war in mich eingedrungen und hatte von meinem Körper, von meinen Sinnen und von meiner Seele Besitz ergriffen. Ich sprang auf und schrie, um mich von ihm zu befreien, sank dann aber wieder machtlos auf das Sofa. Die Substanz, mit der ich hatte experimentieren wollen, hatte mich besiegt. Sie war der Dämon, der höhnisch über meinen Willen triumphierte. Eine furchtbare Angst, wahnsinnig geworden zu sein, packte mich. Ich war in eine andere Welt geraten, in andere Räume mit anderer Zeit. Mein Körper erschien mir gefühllos, leblos, fremd. Lag ich im Sterben? War das der Übergang? Zeitweise glaubte ich außerhalb meines Körpers zu sein und erkannte dann klar, wie ein außenstehender Beobachter, die ganze Tragik meiner Lage. Sterben ohne Abschied von meiner Familie ? meine Frau war mit unseren drei Kindern an diesem Tag zu ihren Eltern nach Luzern gefahren. Ob sie jemals verstehen würde, daß ich nicht leichtsinnig, verantwortungslos, sondern äußerst vorsichtig experimentiert hatte und daß ein solcher Ausgang in keiner Weise vorauszusehen war? Nicht nur, daß eine junge Familie vorzeitig ihren Vater verlieren sollte, auch der Gedanke, meine Arbeit als Forschungschemiker, die mir soviel bedeutete, mitten in fruchtbarer, zukunftsreicher Entwicklung unvollendet abbrechen zu müssen, steigerte meine Angst und Verzweiflung. Dazwischen tauchte voll bitterer Ironie die Überlegung auf, daß ebendieses Lysergsäurediäthylamid, das ich in die Welt gesetzt hatte, mich nun zwang, sie vorzeitig zu verlassen. Der Höhepunkt meines verzweifelten Zustandes war bereits überschritten, als der Arzt eintraf. Meine Laborantin klärte ihn über meinen Selbstversuch auf, da ich selbst noch nicht fähig war, einen zusammenhängenden Satz zu formulieren. Nachdem ich ihn auf meinen vermeintlich vom Tode bedrohten körperlichen Zustand hinzuweisen versucht hatte, schüttelte er ratlos den Kopf, da er außer extrem weiten Pupillen keinerlei abnorme Symptome feststellen konnte. Puls, Blutdruck und Atmung waren normal. Er verabfolgte daher keine Medikamente, trug mich ins Schlafzimmer und wachte an meinem Bett. Langsam kam ich nun wieder aus einer unheimlich fremdartigen Welt zurück in die vertraute Alltagswirklichkeit. Der Schrecken wich und machte einem Gefühl des Glücks und der Dankbarkeit Platz, je mehr normales Fühlen und Denken zurückkehrten und die Gewißheit wuchs, daß ich der Gefahr des Wahnsinns endgültig entronnen war. Jetzt begann ich allmählich das unerhörte Farben- und Formenspiel zu genießen, das hinter meinen geschlossenen Augen andauerte. Kaleidoskopartig sich verändernd, drangen bunte, phantastische Gebilde auf mich ein, in Kreisen und Spiralen sich öffnend und wieder schließend, in Farbfontänen zersprühend, sich neu ordnend und kreuzend, in ständigem Fluß. Besonders merkwürdig war, wie alle akustischen Wahrnehmungen, etwa das Geräusch einer Türklinke oder eines vorbeifahrenden Autos, sich in optische Empfindungen verwandelten. Jeder Laut erzeugte ein in Form und Farbe entsprechendes, lebendig wechselndes Bild. Am späten Abend kehrte meine Frau aus Luzern zurück. Man hatte ihr telefonisch mitgeteilt, ich hätte einen rätselhaften Zusammenbruch erlitten. Sie ließ die Kinder bei ihren Eltern zurück. Ich hatte mich nun schon wieder so weit erholt, daß ich erzählen konnte, was vorgefallen war. Erschöpft schlief ich dann ein und erwachte am nächsten Morgen erfrischt mit klarem Kopf, wenn auch körperlich noch etwas müde. Ein Gefühl von Wohlbehagen und neuem Leben durchströmte mich. Das Frühstück schmeckte herrlich, ein außerordentlicher Genuß. Als ich später in den Garten hinaustrat, in dem nach einem Frühlingsregen nun die Sonne schien, glitzerte und glänzte alles in einem frischen Licht. Die Welt war wie neu erschaffen. Alle meine Sinne schwangen in einem Zustand höchster Empfindlichkeit, der noch den ganzen Tag anhielt. Dieser Selbstversuch zeigte, daß es sich bei LSD-25 um einen psychoaktiven Stoff mit außergewöhnlichen Eigenschaften handelte. Es war meines Wissens noch keine Substanz bekannt, die in so extrem niedriger Dosierung so tiefgreifende psychische Wirkungen hervorrief und derartig dramatische Veränderungen im Erleben der äußeren und der inneren Welt und im Bewußtsein des Menschen erzeugte. Von großer Bedeutung schien mir auch, daß ich mich an alle Einzelheiten des im LSD-Rausch Erlebten erinnern konnte. Das war nur so zu erklären, daß trotz der intensiven Störung des normalen Weltbildes selbst am Höhepunkt des LSD-Erlebnisses das registrierfähige Bewußtsein nicht außer Kraft gesetzt war. Auch war ich mir während der ganzen Dauer des Versuches bewußt, im Experiment zu stehen, ohne daß ich allerdings aus der Erkenntnis meiner Lage heraus und bei aller Willensanstrengung fähig gewesen wäre, die LSD-Welt zu verscheuchen. Ich erlebte sie in ihrer erschreckenden Wirklichkeit als ganz real, erschreckend, weil das Bild der anderen, der vertrauten Alltagswirklichkeit im Bewußtsein voll erhalten geblieben war. Was ich ferner an LSD erstaunlich fand, war seine Eigenschaft, einen derart umfassenden, gewaltigen Rauschzustand zu erzeugen, ohne einen Kater zu hinterlassen. Ganz im Gegenteil fühlte ich mich am Tag nach dem LSD-Experiment, wie schon beschrieben, in ausgezeichneter physischer und psychischer Verfassung. Ich war mir bewußt, daß der neue Wirkstoff LSD mit derartigen Eigenschaften in der Pharmakologie, in der Neurologie und ganz besonders in der Psychiatrie von Nutzen sein müsse und das Interesse der Fachgelehrten wecken werde. Allerdings konnte ich mir damals aber nicht vorstellen, daß die neue Substanz außerhalb des medizinischen Bereichs später auch in der Drogenszene als Rauschmittel gebraucht werden könnte. So wie ich LSD bei meinem ersten Selbstversuch in seiner erschreckenden Dämonie erlebt hatte, konnte ich gar nicht auf den Gedanken kommen, dieser Stoff könne jemals sozusagen als Genußmittel Anwendung finden. Auch den bedeutungsvollen Zusammenhang des LSD-Rausches mit spontanem visionären Erleben erkannte ich erst später, nach weiteren Versuchen, die mit viel niedrigeren Dosierungen und unter anderen Bedingungen durchgeführt wurden."

    Dez 13 2008, 23h19
  • Black-LaVa

    WE TE EF xD

    Jan 14 2010, 9h47
  • Bockskopf

    IN MEMORIAM! Albert Hoffmann forever in our brains!

    Mar 3 2010, 17h31
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