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Balkan -Tour Review

Nov 6 2009, 17h20

So, wir sind wieder daheim, alle halbwegs gesund und am Leben und haben die Tour auch ganz gut überstanden. Doch das wollt ihr alle nicht wissen, euch interessiert eher, „Wie war´s?“. Ja wie war´s denn nun?: Na ganz einfach, „Saugeil“. Aber fangen wir lieber am Anfang an:

1.Tag: Tour-Start:

Die 21 Mann starke Crew - (als da wären: Black Tequila: Moppi, Kühni, Dirk, Charis, Steffen alias Mr.Tide und Jule, sowie unsere rechte und linke Hand Micha (unser Booker und Manager) unser Techniker und Busfahrer Lew, Dirks Freundin Miri, sowie Cluzzter: Fabi, Leo und Gary plus der hauseigene Fotograf Hannes, Stefan der Organisator der Tour und toni-Festival-Veranstalter, die 2 anderen Fahrer Maik und Carsten, Fotografin Tina Dangerous und Tech Danny, sowie Jessy, Maria und Friederike - traf sich am Do, dem 15.10.09 gegen 10.00 Uhr erstmal ganz gemütlich zum Kaffeetrinken im Pegasus. Gegen 12 Uhr gings dann los, aber immer schön locker, denn es stand schließlich nur die kleine Etappe bis Brno (ca. 450km)an. Tja denkste, denn die gefühlte Außentemperatur von ca. -20 Grad war gar nicht so weit hergeholt, schon nach einer halben Stunde Fahrzeit verwandelte sich die Außenwelt in eine Schnee-und Eislandschaft und spätestens an der tschechischen Grenze dachte jeder wehmütig über den Inhalt der gepackten Koffer nach. Um uns herum herrschte tiefster Winter! Relativ durchgefroren erreichten wir Brno auch erst gegen 20 Uhr, wobei sich das Wetter schon denkbar gebessert hatte. Beim ersten gemütlichen Beisammensein in der Motelkneipe konnten wir dann auch Cluzzter endlich mal etwas besser beschnuppern. Und die rochen gar nicht mal so schlecht.

2.Tag: Fahrt nach Belgrad:

Der 2. Tag fing dementsprechend viel zu zeitig an, hörte aber dafür auch nicht so schnell wieder auf. Nach einer Irrfahrt durch Brno, fanden die Fahrer die Autobahn Richtung Slowakei, schafften es über diese Richtung Ungarn, um dann noch mal eine Stunde durch Budapest zu rauschen. Erst am Abend erreichten wir die serbische Grenze, an der wir wiederum eine Stunde verbrachten, da wir den Zöllnern erklären mussten wem welcher Teil des Equipments gehört und warum. Die Grenzer schrieben dann alles fein säuberlich auf, damit wir dann alle mit einem mickrigen Zettel und einem blauen Auge davonkamen. Strafe für das vergessene ATA-Carnet (Dokument, das dafür gut ist, genau diese Stunde zu sparen). Natürlich kamen wir dann erst mitten in der Nacht in Belgrad an. Dort ging es zuerst ins Restaurant und später ins Hostel (Natürlich nicht, bevor wir uns noch mal ausführlich durch die Stadt schaukeln lassen haben).

3.Tag: Club Akademija

Inzwischen war es Samstag und wir erwachten im verregneten Belgrad um unser erstes Konzert dieser Balkantour zu spielen. Dementsprechend groß war die Vorfreude bei den Jungs von Cluzzter und uns. Gegen 17 Uhr kamen wir am Club an (übrigens der älteste Punkschuppen auf dem Balkan). Und genauso sah er auch aus, urige Kellergewölbe, verschachtelte Gänge und eine Bühne mit altem Metallzaun als Absperrgitter. Nichtsdestotrotz irre gemütlich. Nach ausgedehntem Soundcheck aller 3 Bands( Headliner waren an diesem Abend „Straight Mickey & the boyz“ aus Belgrad) füllte sich der Club etwas und gegen 10 Uhr eröffneten Cluzzter die Tour. Die Jungs habens live echt drauf, mit ihrem deutschem Blink-Fun -Punk, den etwas tiefer gehenden Rocknummern und super witzigen Ansagen begeisterten sie das Publikum. Dann endlich konnten wir auf die Bühne. Und zu unserem Glück war inzwischen auch das Punk-Konzert nebenan beendet und zusätzliches Publikum strömte in den Club. Und was soll man sagen, es war einfach nur gut. Die Songs liefen, das Publikum ging ab und unser Schweiß floss. Am Ende durften wir sogar noch 2 Zugaben spielen, bevor wir die Bühne für die serbischen Headliner räumten. Nach dem gelungenen Abend ging´s ab ins Hostel, wo fast die gesamte Crew den Abend feuchtfröhlich ausklingen lies. Der Tour-Auftakt in Belgrad war gelungen!

4.und 5.Tag:Abhängen in Belgrad:

Nach dem Ausschlafen am Sonntag folgte eine kurze Grüppchenbildung: Cluzzter zogen los um sich mit einer serbischen Irish Dance Group zu treffen, einige begannen mit Sightseeing im leider immer noch verregneten Belgrad und Kühni, Moppi, Charis, Micha und ich zogen zusammen mit Tina und Danny, sowie Maik und Carsten los, um das Sonntagsspiel von FC Partizan Belgrad zu verfolgen. Leider war das Stadion fast völlig leer, das Spiel war auch mäßig und es gab weder Wurst noch Bier, lediglich ein paar viel zu salzige Nüsse konnte man kaufen. Das Highlight war dementsprechend: der Partizaner Fanblock sang komplette 90 Minuten durch. Nach dem üblichen Abendgelage folgte der genauso verregnete Montag an dem wir es uns dann wiedermal im Hostel gemütlich machten, nur unterbrochen von einem kurzen Einkaufsbummel über den Markt, sowie dem erneuten Besuch im Akademija um das Equipment wieder einzuladen. Die Abendgestaltung war allerdings super. Beim gemeinsamen „Charadespielen“ bewies das Team „Untenrum“(Martin, Charis, Leo, Hannes, Micha und meine Wenigkeit) den längeren Atem und stellte das Team „Ansage Nr.8“ (Moppi, Dirk, Steffen, Miri, Fabi, Gary, Danny) deutlich in die Ecke!

6.Tag: Fahrt nach Skopje:

Nach den 2 geruhsamen Tagen und dem erneuten Einladen des Equipments ging es mal wieder auf Fahrt. Diese lief bis zur Grenze ok, aber beim Mazedonischen Grenzposten wurde es dann richtig gut: Die gut gelaunten Grenzsoldaten ließen sich in aller Ausführlichkeit von unseren Konzerten berichten und empfingen dann noch CDs und T-Shirts von uns. Natürlich gab es auch für den Zöllner der uns extra deswegen noch mal anhalten ließ auch noch ´ne CD gratis. Dann ging es ab nach Skopje! Leider waren wir dieses Jahr nicht mehr im gemütlichen Art Hostel untergebracht, sondern bewohnten ein Hotel das zum Club in Skopje gehörte in dem auch unser letztes Konzert stattfinden sollte: Das MKC Hotel. Schweigen wir darüber...

7.Tag: Konzert in Tetovo:

Nach dem Frühstück folgte ein kurzer Stadtbummel bei strahlendem Wetter, an dem sich dann schon die Konzertvorbereitungen anschlossen, Equipment wieder in Bus, Klamotten zusammensuchen und los...Ja und bei los, war dann auch schon wieder Schluß, während unser Bus zwar ´ne eingefahrenen Schraube im linken Vorderrad hatte, aber tadellos weiter tuckerte, platze dem 2. Bus nach der ersten Kurve der linke Vorderreifen. Nach dem zügigen Reifenwechsel zeigte sich ein kleiner verdächtiger Cut an der Innenseite, über den nun wild spekuliert wurde (eingestochen oder nicht...bla,bla,bla...)

Mit einiger Verspätung erreichten wir dann das ca. 1h entfernte Tetovo und den Club Amnesia, vor dem wir erst etwas entsetzt verharrten. Der gute Club war im wesentlichen eine kleine Bar ohne Anlage. Glücklicherweise klärte uns die schon anwesende mazedonische Band Conquering Lion darüber auf, dass das alles kein Problem sei, die Anlage komme dann noch, und gespielt hätten sie in dem Club auch schon. Ja gut, „schaun mer ma“! Und tatsächlich stellte sich nach und nach raus, dass der Club bespielbar war und wozu braucht man eigentlich eine Bühne?! 2 Stunden später legten die Mazedonier als erste Band des Abends los und brachten das Publikum zum Tanzen. Natürlich wollten wir trotz aller Umstände nicht kneifen und legten nach, und siehe da! Es machte richtig Spass. Das Publikum, das sich bis zur Decke in den Club gestopft hatte, ging ordentlich ab, tanzte und es gab sogar Leute, die zu unserer Überraschung unsere Texte mitgesungen haben. Der Höhepunkt dieses Abends waren aber zweifelsohne Cluzzter, die das Publikum sogar zum Stagediven brachten. Der mittlerweile völlig betrunkene Clubeigentümer und seine ca. 10-köpfige Crew (was weiss ich was die ganzen Leute hinterm Tresen sonst da gemacht haben), waren aber noch lange nicht fertig mit uns! Natürlich gab´s Tequila und sonstige Getränke in Massen und erst durch das Drängeln der Fahrer und unseres Reiseleiters Stefan ließen wir uns von der feiernden Meute losreißen um die Rückfahrt nach Skopje anzutreten. Das wiederum ließen die Mazedonier nicht auf sich sitzen und blockierten noch mit einigen sehr witzigen Straßenblockaden unseren Bus, ehe wir tatsächlich aufbrechen konnten. Aber auch zurück in Skopje waren nicht alle müde genug um ins Bett zu fallen. So klang der Abend in der Hotel - „Küche“/TV-Room (wo der Fernseher war fragen wir uns noch heute) bei Poker, Bier und Thunfisch aus!

8.Tag: Der Berg ruft!:

Da das Konzert in Kumanovo leider kurz vor der Tour abgesagt worden war, hatten wir mal wieder ´nen Tag frei. Und da gab´s für einige von uns nur ein Ziel: Rauf auf den Berg. Und zwar den mit dem Millemnium Cross! Da das im letzten Jahr schon ´ne halbe Odyssee war, marschierten wir diesmal schon gegen 11 Uhr los, bzw. ließen uns mit Taxis auf halbe Höhe kutschieren. Nach ca. einer halben Stunde Fußmarsch, kam es allerdings mal wieder zu einem Gruppensplitting: Leo, Hannes und Micha mussten krankheitsbedingt aufgeben und so keuchten nun nur noch 8 Mann gen Gipfel. Den hatten wir dann auch gegen 13 Uhr erreicht, machten stolz unsere Gipfelfotos, streichelten die Gipfelkatze (übrigens dieselbe wie letztes Jahr) und genossen die zwar etwas dunstige aber wirklich schöne Sicht auf Skopje und die umliegenden Berge. Und dann kam der Abstieg. Leider schafften wir es bei dieser Klettertour wieder, uns zu verlaufen und so kamen wir erst gegen 17 Uhr relativ fertig am MKC an. Nach einer kurzen Dusche ging es dann aber auch schon wieder los um den Rest der Gruppe wieder im Art Hostel zu treffen. Die beiden Aushilfssterneköche Hannes und Micha hatten in der Zwischenzeit ein geniales Curry gebastelt. Und dann konnten wir endlich unsere Freunde aus dem letztem Jahr und vergangenen Sommer wieder in die Arme schließen. Tanja aus dem Art Hostel, sowie Irena, Alex, Cristina und Lela (aus dem Jugendaustausch) führten uns in eine mazedonische Bar in der wir den Abend gemütlich ausklingen lassen konnten.

9.Tag: Konzert in Prilep:

Nach einer wiedermal viel zu kurzen Nacht, machten wir uns gegen 16 Uhr auf den Weg ins 2,5 h Stunden entfernte Prilep. Allein die Fahrt durchs wunderschöne mazedonische Hinterland war eine ganze Fotoserie wert, aber auch Prilep hatte einen wunderschönen Kleinstadtcharme, den wir allerdings nicht lange genießen konnten, da wir nach einem kurzen Pizzeriabesuch zusammen mit Katie, unserer mazedonischen Freundin aus dem Austauschprogramm, schon wieder im Club A mit den Konzertvorbereitungen begannen. Zu unserer Überraschung füllte sich dieser bereits gegen 8 Uhr und tröstete uns über das Warten auf die Anlage, die erst gegen 9 Uhr eintraf hinweg. Doch wir hatten uns ja inzwischen auf die mazedonische Mentalität eingestellt und waren nicht weiter besorgt deswegen. Als dann gegen 10 Uhr die mazedonische Band Toxic den Abend eröffnete konnte man im Club kaum noch treten, Katie hatte werbetechnisch ganze Arbeit geleistet!
Als wir gegen halb 12 die Bühne betraten, war der Club zum Bersten gefüllt und voller EpiCore - begeisterter Musikfans, die klatschend und johlend uns und unsere Show zum Glühen brachten. Nach einer guten Stunde räumten wir dann nur aufgrund des Zeitmangels das Feld für Cluzzter. Dieser Abend war eindeutig einer der Höhepunkte unseres bisherigen Konzertlebens. Vielen Dank an Katie und alle anderen die ihn mit uns geteilt haben.

10.Tag: Konzert in Skopje:

Und da war er auch schon gekommen: unser letzter Abend in Skopje und unser letztes Konzert der Balkantour und - by the way - unser allerletztes Konzert mit Mr.Tide. Nichtsdestotrotz warteten noch einige Höhepunkte auf uns. Denn erst einmal trafen wir Miyatta, die mazedonische Powerfrau mit der Superstimme wieder, mit der wir das Konzert im MKC eröffnen sollten! Leider hatten wir für die Probe mit ihr nicht soviel Zeit wie uns lieb gewesen wäre, und so gingen wir mit etwas gemischten Gefühlen auf die Bühne. Das Publikum empfing uns jedoch mit einem warmen Applaus und Miyatta, ein echter Bühnenprofi, schmetterte mit unserer Unterstützung 4 ihrer Hits von der Bühne. Danach rockten die Jungs von Cluzzter ein letztes Mal den Balkan! Inzwischen konnten auch wir „Michael Ballack“ ganz passabel mitsingen. Und dann war es soweit: Mit „Like a slave“ eröffneten wir unser Konzert und konnten feststellen, dass uns auch dieses mazedonische Publikum wohlgesonnen war. Nach einer Stunde und unserem letzten Song „Crux“, zahlreichen Dankesworten an alle Anwesenden und alle Mitgereisten kam es dann zum krönenden Tour- Abschluss beider Bands: zusammen mit Cluzzter formierten wir uns zu einer neuen 9-Mann Band, deren Highlight ganz klar das Schlagzeugduo „Travis Leo Barker“ und „Mr.Tide“ war. Völlig ungeprobt und nur durch einige Absprachen gemanaged gaben wir gemeinsam den Blink 182 Hit „Feeling This“ zum Besten. Erst nach diesem furiosen Finale räumten wir die Bühne für die mazedonische Band „Fluks“ die den Abend musikalisch ausklingen ließ. Doch wir waren noch lange nicht fertig, nachdem wir uns an Irenas selbstgebrauten Walnusslikör verköstigt hatten, folgte eine längst überfällig gewordene Gruppenumarmung für unseren Techniker und Busfahrer Lew (he`s funky), die leider notwendige Verabschiedung aller alten und neuen Freunde aus Mazedonien und ein letzter gemütlicher Abend bei Bier und Wein im MKC. Erst gegen halb 7 trieb es die letzten Partygeister ins Bett.

11., 12.und 13.Tag: Rückfahrt

Das späte „Ins Bett fallen“ sorgte natürlich für nette Gesichter beim letzten Erwachen in Mazedonien! Schon um 10 Uhr mussten die Busse gepackt werden und gegen 11 Uhr ging´s zurück nach Belgrad ins Chillton Hostel. Nach einer Übernachtung und einmal Bus aus und wieder einpacken starteten wir dann gegen 9 Uhr am Montag Richtung Brno, welches wir gegen 20 Uhr auch wieder erreichten. Unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir dann in immer kleiner werdender Runde vor den Moteltüren. Nach letzten Ausfälligkeiten und Gummibärcheneskapaden hieß es dann Dienstag Morgen Abschied nehmen, da sich unsere Kolonne ab hier trennte, da Cluzzter direkt nach Cottbus zurück fahren würden und wir einen Zwischenstopp an unserem Proberaum in Dresden einlegen würden. Und so kam es dann auch: nach innigen Knutschereien zwischen Leo und Steffen, sowie Dirk und Miri, stiegen wir in die Busse und fuhren zurück in heimatlich Gefilde.

15.Tag: Der fast Tag danach:

Mein Fazit: Die Tour war superschön, tolle Leute, gute Bands, super Stimmung! Mehr davon!!!
Und ein großer Dank geht an alle Tour-Teilnehmer, insbesondere an Stefan von toni-Concerts
Liebe Grüße Jule / BT-Team

Black Tequila
BT Homepage
BT myspace


Cluzzter

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