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  • I heard your voice singing. Your eyes danced the song,

    Jul 15 2008, 15h20

    Do., 10. Jul. – Loreena McKennitt

    Nie wieder so spät nach Stuttgart losfahren. Das dachte ich mir den ganzen Abend. Nach 12 Kilometern Stau, einer undurchdringbaren Verkehrssituation in der Innenstadt waren wir doch endlich da. Schon von Weitem erklangen die Töne von Loreena McKennitt über das alte Messegelände des Killesberges. Mist, es hatte also schon angefangen. Doch noch rechtzeitig zum Stück The Mummer's Dance traten wir auf die Freilichtbühne, die schon von gespannten und sichtlich genießenden Menschenmassen gefüllt war. Auf der Bühne saß sie dann - recht unscheinbar, in einem halb durchscheinenden Kleid. Im Hintergrund ihre Band, gespickt mit den Instrumenten, deren Töne man auf den CDs schon so oft gehört hat. Erst jetzt konnte man sie zuordnen. Sie bekamen ein Gesicht. Und mit jedem Ton wurde man mehr in den Bann von Loreenas Musik gezogen.

    Neben einigen Stücken aus dem neusten Album An Ancient Muse, von dem wohl Caravanserai das beeindruckenste Bühnenstück ist, trug sie viele alte und sehr geschätzte Lieder vor. Ob an der Harfe, am Flügel - nein, selbst am profan wirkenden Keyboard schaffte sie die Menge mit ihrem ganz eigenen Zauber zu belegen. Viele Anekdoten, Geschichten aus ihrem Leben oder humorvolle Kommentare über das Auftreten unter freiem Himmel ("Der kleine Käfer, der einem am Zeh knabbert, gehört wohl nicht zu den Vorzügen eines Open-Air-Auftritts.") entspannten die Atmosphäre immer weiter, bis sie sich schließlich sogar entschied die ganze Pause durchzuspielen. Man habe doch einen so schönen Platz vor der Bühne gefunden und es wäre doch schade, wenn man diesen für ein Bier oder eine fettige Wurst verlassen müsse.
    Die ganz besondere Intimität, die McKennitt in ihren Konzerten schafft, solle nicht zerstört werden.

    Am Ende des Konzert blieb schließlich vielen ein verträumtes Lächeln auf dem Gesicht. Man hat, wenn auch nur für einen kurzen Moment, einen flüchtigen Abend, den Zauber ihrer Musik spüren dürfen. Und man hat verstanden, warum Musik erst live aufgeführt zu leben beginnt.

    Für mich war wohl der sinnlichste, intimste Höhepunkt des Auftritts folgendes Lied (die Videoqualität ist schrecklich, aber für einen Eindruck sollte es genügen):