Mo., 16. Nov. – Muse, Biffy Clyro
Hui, das war ja mal was. Nachdem ich die Tickets bereits im Sommer gekauft hatte und sich plötzlich lauter andere vielversprechende(re) Acts (
dredg ,
Editors ) für Köln im November ankündigten, hatte ich ja leichte Bedenken, ob es die richtige Entscheidung war, eben zu Muse zu gehen, angesichts von relativem Muse-Hype und der Gefahr von vielen kleinen Twilight - Biss zum abwinken-Mädchen. Aber gut, gekauft ist gekauft, das neue Album gefiel mir ja auch, mein liebster Begleiter wollte auch lieber zu Muse, weil er das neue
In This Light And On This Evening nach einem Mal halbherzigen Anhörens für öde befunden hatte, also eben Muse.
Um halb 6 vor der Kölnarena in der Schlange, zwischen "Ersties" vor uns und Schulkindern hinter uns, wuchsen meine Bedenken was das Publikum anging. Bin ich mit noch nicht ganz 25 jetzt schon zu alt für Muse? Aber gut, ich hatte ja auch mit 16 angefangen, damals mit
New Born auf Viva2. Okay, ich
bin alt.
In der Halle dann alles prima, Getränke zu perversen Preisen erstanden sowie ein Bandshirt mit dem tollen neuen
Resistance-Artwork, dann runter in die Halle. Und siehe da: Die blöden Saalordner kassieren die Tickets ein! Vermutlich, damit die nicht über die Brüstung auf die Ränge gereicht werden und sich Leute unbefugt in den Innenraum schleichen, aber...unfassbar. Weg waren unsere hübschen blauen Hardtickets. Gemütlich einen Platz abseits vom potentiellen Gemoshe aber nah genug zur Bühne belegt, komische Hochhaus-Deko auf der Bühne bewundert und dann: Leute kucken. Altersdurchschnitt maximal 20, gepush von einigen Papas und / oder Mamas, die ihren Nachwuchs begleiteten. Nett. Außerdem ein Mädchen in rosa Karoblusen mit Jeans in Stiefeln. Ein Junge mit rotem
Limp Bizkit-Basecap. Hmmm.
Sehr schön ein Pärchen, das sich darüber unterhielt, dass die alte Kölnarena doch irgendwie größer gewesen sei als die Lanxessarena jetzt....?!?!? Und das aufgedrehte Bierhol-Mädel, das längere Diskussionen um Volumen-Preis- und Schaum-zu-Bier-Verhältnis mit den armen Biermän geführt hat :D
Nunja, Hallenbeleuchtung aus, Vorband.
Biffy Clyro kannte ich zumindest dem Namen nach, waren nicht schlecht, ziemlich energisch, aber sicher besser, wenn man die Songs kennt. So ist bei mir irgendwie nicht viel hängen geblieben außer dem amüsanten zappelphillipigen dürren halbnackten Leadsänger mit unters Kinn geschnallter Gitarre, der dem Publikum stolz seinen tätowierten Rücken präsentiert hat. Jedenfalls ne solide Vorband, die sich brav nach ca. 30 Minuten wieder verabschiedet hat. Zu dem Zeitpunkt war es immernoch ziemlich leer in der Halle.
Es folgte die längliche Umbaupause mit Roadies auf den Hochhäusern und Leuten, die hoch in die Beleuchtung gezogen wurden und dann den Rest des Abends da hocken mussten, mit Kameras, ich glaube, für die Projektionen.
Gegen 20 oder viertel vor neun dann erneut: Funzel aus, in den Fenstern der Hochhaus-Deko gingen erst die Lichter an, dann stiegen mechanisch Leuchtemännchen Treppen hinauf, um anschließend wieder runterzupurzeln, das ganze untermalt vom Intro. Im linken Hochhaus blinkte schon hin und wieder Matts glänzige Gitarre durch die Tuch-Fassade, und dann, ZAPP, runter mit den Fassadentüchern, und da standen Muse, auf leuchtenden Quadern und unter leuchtenden Quadern und...was dann passierte, lässt sich nur ganz schlecht in Worte fassen. Lautes Refrain-Mitgegröle und Hände-in-die-Luft-Gestrecke bei den neuen Songs, die alten wurden komplett mitgesungen, als für
Feeling Good das Piano aus dem Bühnen-Boden auftauchte, hätte der Herr in der grünen Hose das Singen auch bleiben lassen können, vorne gab es von Matt gewürdigtes Moshen, Hopsen und Springen, außerdem tolle Projektionen, grünen Laser, die obligatorischen Luftballons von der Hallendecke, eine saucoole Drum & Bass-Einlage von Dom und Chris und und und, es war einfach grenzgenial. Exogenesis gegen Ende und zum Abschluss
Knights of Cydonia...irre.
Muse sind jedenfalls definitiv the biggest three-piece in the world, und live immer wieder unfassbar unglaublich wahnsinnig groß.
Beim Rausgehen gabs dann die Tickets wieder, aber so ein hässliches gelbes Pappdingen von irgendwem wollte ich dann auch nich.
Und da ja irgendwas den schönen Abend wieder runterziehen musste: Eine unverständliche Durchsage am Deutzer Bahnhof meldet krächz Zugausfall wegen krächz Personenschaden krächz bitte nehmen Sie die S krächz um 23 Uhr krächz nach Ehrenfeld krächz Busersatzverkehr krächz. Ich hoffe, sich vor den Zug schmeißen wird jetzt nicht zur Modeerscheinung. Jedenfalls gabs dann nen Ersatzbus mit einem Busfahrer, der sich null auskannte, ist ja mal...was anderes.
Muse waren TOLL! Und Chris Wolstenholme bekommt irgendwann nen Dachschaden von seinem Kopf-Gewackel.