Das
14. Juicy Beats lässt sich am besten durch 3 Attribute charakterisieren: bunt, gross und voll! Das JB ist ja immer ein buntes Festival, was sowohl für die Leute, als auch für die Musikauswahl gilt. Gross im rein geografischen Sinn ist es auch immer, so sehr dass es von uns den Spitznamen "Das Festival der langen Wege" bekommen hat. Und durch das gute Wetter dieses Jahr, in Kombination mit dem Line-Up, war es auch entsprechend voll. Wobei die weitläufige Location dafür sorgt, dass sich die Menschenmassen ganz gut verteilen. Nur die Schlange an der Kasse, ich war gegen 14:30 da, hat mich ziemlich abgeschreckt. So sehr, dass ich mich, ich war noch alleine und hatte schon ein Ticket, an der Schlange vorbeigemogelt habe. Ihr standet doch alle für die Kasse an, oder? Und zuletzt hatte ich den Eindruck, dass der Abtransport der Menschenmassen nicht gut funktioniert hat: die U-Bahn um 2 Uhr war auf jeden Fall brechend voll und es sah so aus, als wären noch nicht alle Leute mitgekommen. Da könnte man den 30-Minuten-Takt noch mal überdenken. Und als letzter Kritikpunkt, die Bierversorgung: betrifft mich nur am Rande, aber die Biertrinker unter uns haben sich wieder ziemlich aufgeregt. Zumindest an den grossen Bühnen waren die Verkäufer auch wirklich überfordert mit dem Ansturm. Dafür gab es eine Wasserstelle auf halbem Weg zwischen Main- und FZW-Stage, Selbstbedienung, da musste man nicht lange anstehen :) Aber unterm Strich überwogen die positiven Seiten bei weitem und es war wieder ein sehr schönes und buntes Festival!
Mit
Frittenbude um 3 Uhr nachmittags ging es schon ziemlich früh und heftig los. Die Jungs hatten die Party-Beats, die passende Stimmung und coole Coverversionen (Raveland, Raven gegen D) mitgebracht. Danach war ich warmgetanzt und in richtig guter Stimmung. Ich habe Frittenbude das erste Mal gesehen und muss sagen: Immer wieder gerne :)
Weiter ging's, immer noch an der FZW-Bühne, mit
The World/Inferno Friendship Society. Der komplizierte Bandname hat zwar den knuffigen Ansager überfordert, aber die Band hat die meiner Meinung nach beste Live-Show abgeliefert: Ein fettes Line-Up auf der Bühne und natürlich die witzigen Sprüche des Sängers, der Rotwein an's Publikum ausschenkt oder über die Absperrung klettert und die Crowd zum tanzen animiert. Wie immer ein dickes Plus für die Interaktion mit dem Publikum und abwechslungsreiche, aber tanzbare Musik.
In der Mitte des Gigs hat die Security allerdings auch bereits das erste, schon reichlich unkoordinierte, Drogenopfer der Tanzfläche verwiesen und Ihm nahegelegt, lieber auf der Wiese zu chillen, bis er wieder laufen kann. Insgesamt gab es recht viele Totalausfälle, wohl auch durch das sonnige Wetter und die Drogen der Wahl (Alkohol, Chemie) bedingt.
Dann habe ich meine Nachzügler eingesammelt und wir sind rüber zur Mainstage zu
Jazzanova. Nach 2 Party-Bands war deren eher chilliger Sound sehr enstpannend: weniger Beats, mehr Melodien, nicht wirklich voll, sehr angenehm :)
Auf dem Weg zurück zur FZW-Bühne haben wir einen Zwischenstop beim Cosmotopia eingelegt und sind bei
Ochmonek Turbostorm hängengeblieben. Schöne tanzbare Beats aus dem Laptop und ein paar Leute, die auf einer viel zu kleinen Bühne rumspringen, gut geeignet um nach Jazzanova wieder warm zu werden :) Auch wieder so ein typisches Juicy Beats Phänomen: Du hörst irgendwo gute Beats..."Lass uns da mal hingehen"...die ersten fangen an zu tanzen..."Cooler Sound, wer IST das eigentlich??"...Blick in's Programmheft..."An welcher Frucht sind wir gerade??" ;)
Dann sind wir aber doch weiter zu
Bonaparte die eine gute Show mit netten Kostümen abgeliefert haben. Jedoch war das musikalisch teilweise schon sehr abgedreht und hat das Publikum stellenweise sichtlich überfordert. Ich hätte mir weniger Experimente und mehr Party gewünscht, insbesondere da die Hardcore-Fans auf so einem Festival im Publikum eher die Minderheit sind.
Aber auch hier wieder ein schönes, kontrastreiches Bild: Unten im Publikum flitzen einem die Kinder im Grundschulalter um die Beine und spielen fangen, während die oben-ohne Tänzerin auf der Bühne alles schüttelt, was sie hat!
Bei
Deichkind an der Hauptbühne hatte ich dann das Gefühl, jeder einzelne der 20.000 Besucher wollte sich die Jungs unbedingt anschauen. Da war's dann so voll, dass wir zu weit hinten standen, um von der Bierdusche was abzubekommen. Natürlich war die Show trotzdem wieder genial und die Menge voll auf Party eingestellt, fette Beats und Luftbahn finde ich richtig schön :)
Typisch JB war dann wieder der Typ, der auf der Herrentoilette sein Bier-getränktes Hemd ausgewaschen und unter dem Fön getrocknet hat. Damit war das Live-Programm dann auch beendet und nach einer Erholungsphase ging es dann auf die Tour über die Dancefloors.
Das VRSTCK hatte wie immer die besten Beats, aber ich hatte den Eindruck, dass es trotz grossem Open-Air Floor genauso voll war, wie früher in dem kleinen Holz-Dings ;) Nach Deichkind hatte keiner mehr Lust auf kuscheln und so sind wir dann aus nostalgischen Gründen im Cosmo gelandet. Das war recht angenehm, die Leute haben sich bewegt, aber es war noch genug Platz, damit ein paar Mädels mit einer Decke "Dancefloor Camping" betreiben konnten ;) Musikalisch haben wir Funk-, Latin- und Balkan-Sounds mitbekommen. Nach 12 dann weiter zum grossen Sonnensegel um Bekannte einzusammeln. Eher bescheidene Stimmung und für einen House-Floor recht eintönige Musik, Party geht anders! Also weiter zum Funkhaus Europa, diese süsse, kleine World-Musik Bühne mitten auf dem Weg. Aber mit sehr guten, tanzbaren Latin-, Balkan- und Orient-Sounds, einer angenehmen Crowd und einer Bauchtänzerin auf der Bühne :)