Es war ein ruhiger Samstagmorgen, kühl aber nicht kalt, zwar war es bewölkt trotzdem hielt sich das Wetter den ganzen Tag. Auf dem Parkplatz des Reitstadion in Stuttgart trafen die ersten Leute ein, sie waren die Ersten von knapp 10 000 Menschen die ein Ticket für das HipHop Event des Sommers hatten. Punkt 9 Uhr öffnete das, etwas zu kleinliche, Sicherheitspersonal die Tore zum
HipHop Open 2007.
Nach einem Gang durch das Festivalgelände, auf dem neben den üblichen, zu teuren, Verpflegungsständen auch die Graffiti Sideshow und ein kleiner Stand von Electronic Arts waren, konnte man sich in Richtung Bühne machen, denn es ging schon früh los. 10 Uhr war der Startschuss.
Den Auftakt zur fast 13 Stunden Show machten
Umse, ein Rapper Trio aus Nordrhein-Westfalen. Gefolgt von
KIZ, auf die einige Fans scheinbar schon sehnlichst gewartet haben. Des Weiteren gab es Multikulturelles, mit
Leeroy aus dem schönen Frankreich und
Ceza aus Istanbul. Nach den Auftritten von
Prinz Pi und
Freeman &
K.rhyme Le Roi war auch der letzte Besucher am Kopfnicken. Alles in allem kann man sagen, das LineUp und die Reihenfolge der Auftritte waren ausgezeichnet arrangiert.
Leider gab es in der ganzen Zeit kaum Pausen, nur zwischen den Konzerten gab es etwas Luft. Verständlich, da das Programm wirklich voll gestopft war und ein top Act den Nächsten jagte. Und als
D-Flame, der das ganze moderierte,
Boundzound ankündigte war es vor der Bühne richtig voll, denn ab da ging es richtig los. Demba der jetzt auch ohne Seeed Musik macht, spielte zwar etwas ruhigere Töne, das hielt die Leute aber nicht davon ab ausgelassen mitzutanzen. Trotzdem schien das Publikum nur auf eins zu warten.
Jetzt betrat mein persönlicher Favorit die Bühne,
Dendemann, der reine Raptitan Dendemann. Mit einem spitzen Auftritt und jeder Menge Gags brachte er die HipHop Fans zum lachen, doch auch er bildete nur den Fuß des Eisberges. Auf dem Programm stand nun Lady Sovereign, diese war aber leider nicht erschienen, ich glaube krankheitsbedingt. Als Ersatz wurden die Berliner Puppenkiste gerufen, niemand anderes als die
Puppetmastaz. Diese hatten hinter ihrer Box scheinbar viel Spaß, leider haben viele Leute, inklusive mir, auf die Britin gehofft.
Nun wurde es Bayrisch auf der Stuttgarter Bühne, dann nun kam der T, der O, der P, der F. Als
Blumentopf auf die Bühne kamen wurde es laut, leider hatten die Jungs Probleme mit der Technik. Davon ließen sich die Alten Hasen der Rapszene aber nicht aufhalten und lieferten eine klasse Freestyle Session. Den Beat dazu gab’s vom Publikum. Die Startprobleme hinderten den Topf auch nicht daran eine gute Show hinzulegen, leider schien es aber so, dass sie ein wenig aus dem Konzept gekommen waren. Blumentopf war gut, aber nicht 100%.
Jetzt etwas ganz Anderes. Es war diese Gruppe, auf die alle ausgerichtet waren. Es war diese Gruppe, die seit langer, langer Zeit nicht mehr vereint auf einer Bühne stand. Es war diese Gruppe, die das Fass zum überlaufen brachte, niemand anderes als der Wu-Tang Clan. Und sie haben alles getopt was bisher auf der Stage stand. Jetzt war auch die trübste Trübnase aufgewacht und bewegte sich, oder zumindest die Hände zum Takt. Es war definitiv der Headliner der Show, auch wenn es schade war das mehr als die Hälfte der Leute nur wegen Wu-Tang gekommen waren.
Nach dem
Wu-Tang Clan dachte man, besser geht’s nicht mehr. Weit daneben, die Leute waren immer noch dabei und jetzt wurde es funky, jetzt wurde das Festival zur Disco und zwar zur Disco No.1.
Jan Delay animierte alle zum mitmachen und so war es auch, alle schienen mitzumachen. Eine unglaubliche Show, als dann noch D-Flame und
Samy Deluxe auftauchten war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Stuttgart war am brennen.
Doch um ehrlich zu sein, Jan Delay war nur die Vorband, alle waren nur die Vorband für das Konzert schlechthin. Jeder weis sicherlich von was ich Rede und auch D-Flame machte es kurz: „Hier sind
Freundeskreis“. Diese Worte genügten. Und alle schienen die Auftritte davor vergessen zu haben, denn jetzt hieß es nur noch FK10. Ohne große Worte, als ob alles Routine wäre, ging es gleich los, Esperanto machte den Anfang. Alle großen Hits und auch die neuen Songs wurden zum Besten gegeben und die Leute schienen wie verzaubert, wie hypnotisiert. Und als die letzte Zugabe zu Ende gespielt war und der letzte Ton auf der Bühne erklang, gab das Publikum noch einmal alles. Ein tolles Event, Klasse LineUp, starke Auftritte und jede Menge Spezialitäten
Als kleinen Kritikpunkt sollte ich jetzt aber noch das Sicherheitspersonal nennen, welches wirklich ein bisschen zu streng eingestellt war. Jemanden zur Sau machen weil man sein Mädchen auf die Schulter nimmt oder den vorderen Bereicht der Bühne abzusperren, finde ich schon etwas zu radikal.
Von mir geschrieben auf
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