Thu 13 Aug – Summer Breeze Open Air 2009
Das war es nun also, das Summerbreeze 2009. Alles in allem ein gelungenes Festival, meiner Meinung nach, mit vielen tollen Leuten und der Atmosphäre, die man nur auf Metal-Festivals findet.
Wir waren bereits Mittwoch in der Früh von Heilbronn aus aufgebrochen und waren gegen neun Uhr in Dinkelbühl und um dreiviertel Zehn auf dem Gelände. Die Ordner zeigten sich leider etwas uneinsichtig und wir durften nicht vor zu unseren Kumpels, bei denen es noch massenhaft Platz gegeben hätte, aber immerhin waren wir nur ein Zelt von dem Rest unseres aus drei Autos bestehenden Konvois.
Löblich muss auf jeden Fall erwähnt werden, dass bei den Anfahrtsbedingungen, die letztes Jahr wirklich katastrophal waren, die richtigen Konsequenzen gezogen wurden. Mit den 40 Schleusen auf dem Tagesparkplatz lief die Anreise deutlich reibungsloser und die Wartezeit hielt sich in Grenzen. Der einzige Nachteil war, dass man, so wie wir, von seinem Konvoi getrennt werden konnte. Hier wäre ein Wartebereich oder ähnliches noch ganz praktisch gewesen.
Danach ging es dann in Dinkelsbühl erst einmal Proviant (=Bier) einkaufen. Normalen Met gab es leider keinen im Rewe, ein deutliches Minus, aber ansonsten kann ich mich auch dort nicht beklagen.
Dann ging es auch schon aufs Festivalgelände, die Eröffnung durfte ich ja nicht verpassen. Ein bejubelter Auftritt des
Illenschwanger Musikvereins bildete den Startschuss für das diesjährige Summerbreeze. Bei der kleinen Traube Metalheads vor dem Traktor und seinen zwei Anhängern, die als Bühne dienten, herrschte vom ersten Song an ausgelassene Stimmung. Die Haare flogen, die ersten Crowdsurfer erhoben sich die Lüfte und manchmal musste man Angst haben, zwischen den Bolognaisen zermahlen zu werden.
Danach ging es dann allerdings erstmal zurück zum Zelt, noch ein wenig die Gemeinschaft genießen.
Abends ging es für mich dann zusammen mit ein paar Freunden zunächst einmal zu
Razor of Occam. War eigentlich eher Zufall, dass ich dort war, ich hatte von der Band noch nichts gehört und bin einfach mal mitgegangen. Ich wurde allerdings positiv überrascht, eine eigentlich ziemlich geile Blackened Thrash Band, die gegen Ende des Auftritts allerdings ein wenig eintönig wurde. Trotzdem ein guter erster Gig.
Danach gings nochmal kurz zum Zelt und dann wieder zurück zum Partyzelt, um vor
Powerwolf noch die Thrasher von
Cataract anzuschauen. Pustekuchen. Die hatten sich wohl etwas verspätet, also schaute ich mir eben
God Dethroned an. Diese konnten mich allerdings nicht wirklich überzeugen, ich hab an den Wellenbrechern bei der Technik ne Runde gedöst und war dann wieder munter für die erste von mir eingeplante Show: Powerwolf.
Der Aufbau sah schon einmal sehr vielversprechend aus. Mit einer eher düster-sakralen Bühnendeko wurde eine Atmosphäre erzeugt, die sehr gut zur Musik der Band passte. Über die Live-Qualitäten der Powerwolf-Songs muss ja nicht viel gesagt werden. Die beiden Greywolf-Brüder posten als gäbe es kein Morgen mehr, und der Keyboarder rannte bei der jeder sich bietenden Gelegenheit nach vorne um das Publikum anzuheizen. Komplettiert wurde das ganze dann durch Sänger Attila Dorn, der mit seinem Bühnenoutfit und bleich geschminktem Gesicht fast aussah wie Nosferatu höchstpersönlich.
Die optische Show ließ also keineswegs zu wünschen übrig und war stimmig mit der Musik, die dennoch eingängig genug war um selbst einem Powerwolf-Neuling wie mir zu erlauben, fast jeden Song mitzusingen, auch wenn ich vorher nur zwei der gespielten kannte.
Einziges Manko, meiner Meinung nach, war der vom Band kommende Bass. Einen Gast-Bassisten für Live-Shows aufzutreiben kann doch nicht so schwer sein, wenn man schon keinen in der Band haben will.
Zum Schluss noch die Songs, an die ich mich mit Titel erinnern kann (in keiner besonderen Reihenfolge):
Kiss of the Cobra King,
Raise Your Fist, Evangelist,
In Blood We Trust,
Resurrection By Erection,
Saturday Satan,
Prayer in the Dark.
Danach ging es dann fix ins Zelt, um ausgeschlafen zu sein für den ersten regulären Festivaltag.
Am nächsten Morgen ging es dann erstmal zu den Merch-Ständen: Bis zum Gig von
Kreator am Abend musste noch ein Kreator-Patch her! Nach einigem Suchen kam ich zu dem Schluss, dass es nur zwei Kreator-Patches geben kann (Enemy of God und Pleasure to Kill), ein anderer war an keinem Stand aufzutreiben. Ich entschied mich schließlich für den Enemy of God, kaufte noch ein paar andere Patches und ging zurück zum Zelt, nähen.
Darüber verpasste ich dann
Vader, die ich mir eigentlich anschauen wollte, was mir als Death Metal-Nicht-Freund allerdings nicht so viel ausmachte.
So wurde dann
Equilibrium zu meiner ersten Band an diesem Tag. Kein überragender Auftritt, das hatte ich auch nicht erwartet, aber ein wenig Kopf schütteln ging schon. Helge sah mit dem Bärtle nicht mehr ganz so böse aus, generell kam er sehr sympathisch rüber. Wir sind dann ein bisschen früher zur Main übergewandert um uns gute Plätze zu sichern für dass, was noch kommen sollte.
Gespielte Songs, erneut soweit mein mieses Gedächtnis ausreicht und wiederum in keiner besonderen Reihenfolge (was sich bei keiner Band ändern wird, also lass ich diesen Zusatz ab jetzt):
Blut Im Auge,
Met,
Ruf in Den Wind,
Wurzelbert,
Der Sturm,
Nordheim,
Unbesiegt.
Wie gesagt ging es dann etwa drei Lieder vor Ende der Equilibrium-Show vor die Main Stage, um Plätze möglichst weit vorne für
J.B.O. und später Kreator zu ergattern. Wir schafften es bis in die zweite Reihe und harrten dem Auftritt unserer aller Lieblings-Blödsinns-Verteidiger. Auch die Ordner waren vorbereitet und schlüpften in eigens angefertigte rosane Shirts, die sie als „Summerbreeze Grubenschlampen Deluxe“ kennzeichneten.
Die Band ließ allerdings auch nicht lange auf sich warten. Mit dem J.B.O.-üblichen Klamauk ging es durch eine durchaus lustige Show mit allem möglichen Unsinn in der Kommunikation sowohl innerhalb der Band als auch mit dem Publikum. Ein schöner und lustiger Gig, wie man ihn von J.B.O. Nicht anders erwarten konnte. Mehr Lieder von der am Tag darauf zu erscheinenden neuen CD, die man auf dem Breeze bereits vorab kaufen konnte, wären wünschenswert gewesen, dies ist jedoch durch die auf eine Stunde begrenzte Spielzeit zu entschuldigen.
Gespielt wurden:
Headbangboing,
Geh mer halt zu Slayer,
Kuschelmetal,
Rock Muzik,
Fränkisches Bier,
Verteidiger des wahren Blödsinns,
Ein Guter Tag Zum Sterben,
Gimme dope Joanna,
Ich möcht so gerne Metal hörn,
Ein Fest.
Für mich sehr überraschend leerte sich nach dem Auftritt von J.B.O. der Platz vor der Bürste stark. Das gute daran war, dass ich mir nun einen Platz in der ersten Reihe für den Auftritt von Kreator sichern konnte. Gestört wurde die einstündige Wartezeit vor allem durch die Scheiße, die von der anderen Bühne herüber schallte und von
Walls of Jericho fabriziert wurde. Das die nicht noch angefangen haben zu rappen war alles, was man positiv über sie sagen kann.
Doch auch diese Leidenszeit ging vorüber und endlich betraten Mille, Sami, Speesy und Ventor die Bühne und das Intro von Hordes of Chaos erklang.
Was folgte, waren 75 Minuten Old School Thrash vom Feinsten. Mille war sehr gut drauf und spuckte Gift, Galle und diverse weitere Körperflüssigkeiten. Es gab auch eine den Gig begleitende Videoshow, von der ich allerdings wenig mitbekommen habe. Ich hab in erster Linie den Boden und den Wellenbrecher gesehen, die sich irgendwie dauernd bewegt haben. Keine Ahnung, woran das lag.
Überschattet wurde der Auftritt lediglich von kleineren technischen Problemen, die zu einer längeren Pause führten. Andererseits bin ich so in den Genuss einer Live-Version des Patriarchen gekommen statt der üblichen Aufnahme.
Nach den übliche Zugaben mit Flag of Hate und Tormentor ging ich dann tief befriedigt zum Zelt zurück. Dieser Auftritt war ganz klar einer der Höhepunkte des Festivals, IHR PENNER (O-Ton Mille).
Gespielt wurden:
Hordes of Chaos (A Necrologue for the Elite),
Phobia,
Flag of Hate,
Tormentor,
Extreme Agression,
Pleasure to Kill,
The Patriarch,
Violent Revolution,
Enemy of God,
Terrible Certainty,
Betrayer,
Destroy What Destroys You.
Danach ging es erst einmal zurück zum Zelt, noch was essen, was dann wiederum von einem kurzen Abstecher zu
Corvus Corax gefolgt wurde, die mich allerdings nicht überzeugen konnte und ich sie dementsprechend auch schnell wieder verließ. Der Tag fand seinen Ausklang dann in netter Runde beim Zelt und dem nicht allzuspäten Rückzug ins Zelt, denn der Freitag versprach anstrengend zu werden.
Gegen 9 Uhr war ich dann wieder halbwegs wach. Nach dem Frühstück und dem Aufnähen meines ebenfalls neu erstandenen Avantasia-Patches ging es auch schon wieder zur ersten Band des Tages:
Battlelore
Trotz der relativ kurzen Spielzeit von nur einer halben Stunde legten die sieben Finnen eine solide Show hin. Der Sound war ok, der männliche Gesang hätte gerne etwas lauter sein können, gerade in Duetten ist der komplett untergegangen. Die Band ging allerdings gut ab und dies konnte sich auch auf die immer noch recht müde Ansammlung Metaller vor der Bühne übertragen. Die Setlist war auch gut gewählt, mir fehlten lediglich
Ghân of the Woods und
Forked Height.
Gespielt hingegen wurden:
Storm of the Blades,
Journey to Undying Lands,
Sons of Riddermark,
Third Immortal,
The Great Gathering,
We Are the Legions.
Danach zurück zum Zelt, ebbes zu Mittag essen und dann wieder vor ins Partyzelt:
Sacred Steel standen an. Musikalisch hatte ich vorher noch nichts von ihnen gehört, aber von der Beschreibung her klang die Band recht kurzweilig und als Heilbronner wollte ich die Jungs aus Ludwigsburg sowieso aufgrund der Nachbarschaft besuchen.
Begrüßt mit „Heiligs Blechle“-Sprechchören betraten die fünf die Bühne und legten los. Ich bin zwar eigentlich kein großer Freund von True Metal und hatte so die meiste Zeit ein Lächeln auf dem Gesicht, aber die Musik war samt Sound okay. Die Ansagen waren auch sehr unterhaltsam (Damals, 1967/68, kurz bevor wir Black Metal und Woodstock erfunden haben...).
An gespielte Songs kann ich mich nicht erinnern, weil ich keinen gekannt habe.
Danach blieb ich gleich im Zelt, um die Zeit bis Black Messiah mit
Skyforger zu überbrücken, die mir auf omegle empfohlen worden waren. Auch hier wurde ich positiv überrascht. Deutlich Thrash-basierter Pagan Metal mit guten Riffs, vermischt mit Flöten und Dudelsäcken, der durchaus zu gefallen wusste.
An Songtitel kann ich mich hier aber auch beim besten Willen nicht erinnern, zumal die eh alle lettisch waren.
Danach kamen dann schließlich
Black Messiah. Musik hatte ich von denen zuvor auch noch nicht gehört, aber der Name war mir durchaus ein Begriff. Und die Show war auch ziemlich gut. Die Band kam sehr sympathisch rüber und das Mitgröhlen war bei bekannteren Nummern auch kein Problem. Dank Ohropax gab es auch einen ausgewogenen Sound. Genervt haben nur die Idioten, die meinten, sie müssten da noch zu moshen anfangen, was mir die eine oder andere Bierdusche bescherte.
Songmäßig kann ich mich nur an die erinnern, die ich bereits anderweitig kannte:
Söldnerschwein und
Moskau. Und an das
Sauflied natürlich.
Danach gings dann endlich wieder an die frische Luft und in den hinteren Teil der Vorfelds der Mainstage, denn
Schandmaul standen an. Von der Show habe ich aufgrund des großen Abstands zwischen mir und Bühne nicht so viel mitgekriegt, was mir allerdings recht egal war, schließlich habe ich die Mäuler ja im April schon aus der zweiten Reihe gesehen. Und weiter hinten hatte man ausreichend Platz zum Tanzen. Das Set war eine gute Mischung aus älteren und neueren Sachen, die Thomas mit gewohnt teilweise blödsinnigen Ansagen einleitete.
Emotionaler Höhepunkt war die Gedenkminute für die Opfer des Amoklaufs in Winnenden, unter denen sich auch ein großer Schandmaul-Fan befunden hatte, die sogar Karten für das diesjährige Summerbreeze geschenkt bekommen hatte.
Gespielte Songs:
Vor der Schlacht,
Vogelfrei,
Frei,
Walpurgisnacht,
Kein Weg zu weit,
Herren der Winde,
Dein Anblick,
Die letzte Tröte und
Mitgift im Medley,
Der Wolfsmensch,
Missgeschick.
Danach ging es dann wieder vor die Pain Stage, wo die schwedischen Power Metaller von
Sabaton auftraten. Auch hier war mir vorher allenfalls der Name ein Begriff, aber anschauen kostet ja nichts. Musikalisch war es auch durchaus okay, der Sound war durchwachsen und die Texte für meinen Geschmack zu kriegerisch. Aber egal, Sodom machen das ja auch. Ansonsten eine nette Show, bei der der Sänger auch auf seine Deutschkenntnisse aus der Schule zurückgriff (Saba-Ficken-Ton), wobei es mich immer noch wundert, dass die in der Schule lernen, was „ficken“ heißt.
Songmäßig setzt mir hier aufgrund fehlender vorheriger Bekanntheit der Band meinerseits widerum das Erinnerungsvermögen aus.
Danach ging es dann zum Abendessen und ein paar Bier zurück zum Zelt. Als nächste Band stand dann
Amon Amarth an. Ich mag diese Band zwar eigentlich nicht besonders, aber ich wollte sie mir dennoch aus der Entfernung mal ansehen... Wie erwartet wurde ich nicht sonderlich vom Hocker gehauen, die Bühnenshow sah recht teuer aus und wirkte etwas übertrieben... wie viel Atmosphäre man mit einfachen Mitteln erreichen kann, hatten Powerwolf schon bewiesen. Ich setzte mich dann relativ früh ab um einen guten Platz bei
Haggard zu ergattern und ließ mich von dort aus dann noch mit dem restlichen Amon-Gig beschallen.
Haggard legten dann einen sehr eindrucksvollen Auftritt hin. Die Bühne war mit nicht weniger als 15 Musikern (E-Gitarre/klassiche Gitarre/Gesang, E-Gitarre/Klassische Gitarre, Bass, Drums, Streicherquartett, 2 Bläser, Keyboard, Perkussion, 2 Soprane, Tenor/Tenorblöckflöte/Perkussion) gut gefüllt. Das Übertragen der teilweise doch aufwändigen Arrangements auf die Bühne gelang, zu meiner Überraschung, völlig reibungslos. Die Stimmung unter den Fans war ebenfalls hervorragend – kurz, es wurde eine deftige Death Metal-Renaissance-Mittelalter-Party gefeiert. Wer auf de Bühne nicht durch sein Instrument gefesselt war, lief kreuz und quer darüber – incl. dem Perkussionisten und dem Cellisten! Die Spielzeit von einer Stunde ging dementsprechend vorbei wie ihm Fluge.
Gespielt wurden:
Eppur Si Muove,
The Sleeping Child,
The Origin und noch einige andere, an die ich mich leider nicht mehr namentlich erinnern kann.
Der Tag war für mich allerdings immer noch nicht zu Ende, denn einer der Gründe, warum ich überhaupt auf diesem Festival war, stand noch aus: Die italienischen Power Metaller von
Elvenking, die sich mitten in der Nacht um 3:20 Uhr noch die Ehre gaben.
Um auch ja einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern, waren wir etwas früher im Partyzelt und durften unsere Ohren noch ein wenig von
Raunchy malträtieren lassen, deren miserable Musik durch Soundprobleme beim Schlagzeug noch unerträglicher gemacht wurde.
Glücklicherweise wurde bald deren letzter Song angekündigt und nach einer kurzen Umbaupause betraten die Elfenkönige schließlich die Bühne. Was folgte, war ein der vorangeschrittenen Stunde zum Trotz energiegeladener Auftritt mit einem Damnagoras, der über die ganze Bühne schwebte und Pirouetten drehte – O-Ton Pascal: „Ich hab noch nie so einen glücklichen Sänger gesehen.“ Und das seltsamerweise sogar bei den eher düsteren Liedern des Konzeptalbums „of Dess“ (im wahrsten Sinne des Wortes)
The Scythe, von dem einige Lieder zum Besten gegeben wurde. Womit mir eine kongeniale Überleitung zum ersten Schwachpunkt des Auftritts gelungen ist: Zu meiner nicht geringen Enttäuschung wurden ausschließlich Lieder von den letzten drei Alben
The Winter Wake, dem bereits erwähnten The Scythe und [album artist=Elvenking]Two Tragedy Poets (...and a Caravan of Weird Figures) gespielt... Kein Skywards, kein Pagan Purity. Dies mag durch die kurze Spielzeit von nur 40 Minuten halbwegs entschuldbar sein, hat in mir aber auf jeden Fall die Lust geweckt, die Jungs auch mal länger zu sehen.
Der zweite Schwachpunkt war der Sound, den man durchaus als katastrophal bezeichnen kann. Dazu gesellten sich die bereits erwähnten Probleme beim Schlagzeug, meiner Vermutung nach bedingt durch ein defektes Drummikro oder Kabel, es gab mehrmals sekundenlanges, lautes White Noise, das doch sehr störend war.
Ansonsten war es allerdings ein hervorragender Auftritt, der Lust auf mehr machte.
Gespielte Songs waren:
The Caravan of Weird Figures,
Horns Ablaze,
The Divided Heart,
From Blood to Stone,
The Wanderer,
Rouse Your Dream,
Infection.
Dann war aber auch dieser Tag geschafft, es ging zurück zum Zelt und ziemlich direkt auch hinein um doch nochmal eine Mütze Schlaf zu kriegen für den letzten Tag, der allerdings deutlich entspannter zu werden versprach.
Nach entspanntem Aufstehen und Nachmittag ging es dann auf halb fünf vor die Main Stage, wo bereits eine recht kleine Traube Metalheads auf die Lokalmatadoren
Brainstorm warteten. Die tief stehende Sonne, die noch knapp über der Bühne stand machte mir gerade zu Beginn doch zu schaffen – zumal ich genau in der hintersten Reihe stand, die nicht mehr im Schatten der Bühne war. Aber egal, die fünf Schwaben legten einen sehr unterhaltsamen Auftritt hin, nicht zuletzt dank des Blödsinns, den Sänger Andy Franck anstellte. Seien es nun Ansagen („Wollt ihr mit mir durchs Feuer gehen? Oh man, was für 'ne beschissene Ansage... Fire Walk With Me!“), Rumgeblödel mit seinen Bandkollegen oder das Anheizen des Publikums, bei dem er fast zu jedem persönlich hingegangen wäre, der seine Arme nicht gehoben hatte.
Und auch musikalisch konnte ich mich nicht beschweren... eine gute Dreiviertelstunde Power Metal, der den Nacken durchaus forderte. Auch das Publikum war voll und ganz dabei, entgegen allem, was der Band vorher verzählt worden war (also nochmal FUCK YOU!, lieber Andy =P ).
Allerdings kannte ich diese Band musikalisch vorher ebenfalls noch nicht und kann mich daher einmal mehr an keinen Songtitel, außer dem erwähnten
Fire Walk With Me erinnern.
Danach ging es dann in ein brühheißes Partyzelt zum Auftritt der
Excrementory Grindfuckers oder auch „Der abgefahrensten Umbaupause aller Zeiten“.
Nach etwa 10 Minuten der 30 Minuten währenden Umbaupause waren die fünf Knalltüten nämlich schon soweit – anfangen durften sie aber erst wie im Programm vorhergesehen um 18:00. Es folgten also 20 Minuten Blödsinn vom feinsten, unterbrochen durch das Verschenken von T-Shirts und dem Nachdenken, wie man die Zeit denn nun nutzen sollte.
Schließlich gab es dann doch Grünes Licht und es wurde losgebrettert. Auch hier war der Auftritt gefühlsmäßig schon wieder vorbei, als er doch gerade erst angefangen hatte. Eine herrlich unsinnige Show, wie sie eben nur so verkorkste Typen wie Excrementory auf die Beine stellen können.
Gespielt wurden:
Staatsgrind Nr. 1,
The Excrementory Grindfuckers Open The Stomachs Of Natural Born Anus And Strangle Them With Their Guts,
Picknick im Zenit metaphysischen Wiederscheins der astralen Kuhglocke,
Das Kuh,
Halb und Halb,
The Final Grinddown,
Vater Morgana,
Karamba, Karacho, Ein Grindcore,
I've been looking for Grindcore,
Grindcora,
Grindin'.
Nachdem nach dem Gig der Sauerstoffgehalt im Zelt jedoch gefährlich nah bei der 0%-Marke lag, machten wir uns schnell aus dem Staub und vor die Pain Stage, um uns noch ein wenig modernen Thrash Metal Marke
Legion of the Damned zu geben. Meine Erwartungen waren aufgrund dessen, was ich bereits zuhause gehört hatte, nicht sehr hoch, und sie wurden auch erfüllt. Schlimmer als die Band war lediglich das T-Shirt, das vor mir stand (Backprint: Heathen Spirit, Aryan Blood & Hallowed Soil; mit irgendner schwarzen Sonne auf dem Ärmel). Etwa bei der Hälfte des Sets begab ich mich dann vor den Technik-Turm vor der Main Stage, um mir von dort aus
Volbeat anzuschauen.
Deren Show begann auch ganz gut. Die etwas ungewöhnliche Mischung aus Metal und Rockabilly präsentierte sich von meiner Position aus in einem durchaus guten Sound. Störend waren allerdings die Begleiterscheinungen dieser Mischung und dem breiten Bandspektrums des Summerbreeze': Während Sad Man's Tongue, meinem absoluten Lieblingssong dieser Band (bei dem live leider die geniale Bottleneck-Gitarre gefehlt hat), beschwerten sich meine Nachbarn, die von Kleidung und Auftreten her irgendwie an eine Mischung aus genereller Mainstream-Musik und Mainstream-Skater-Punk erinnerten, darüber, dass sie von meinen Haaren ein bisschen ausgepeitscht wurden. Tut mir herzlich Leid, aber das Summerbreeze ist nunmal ein Metal-Festival, und da kann durchaus mal vorkommen, dass jemand headbangt.
Wenig später gingen mir der zweite Gitarrist (der nebenbei mit seinem Gesang das wunderschöne Stück The Garden's Tale kaputt machte) und der Bassist, in Verbindung mit den dauernden Rufen „Make Some Nooooiiiiise“, das ich überhaupt nicht abkann, und dem Misfits-Cover und seiner Wall of Love derhaft auf die Nerven, dass ich vor die Pain Stage zu Nico zurückkehrte und mir den Rest des Auftritts von dort aus zu Gemüte führte und auf
Voivod wartete.
Mein Fazit dieses Auftritts: Volbeat sind auf Platte sehr geil, live muss ich sie mir allerdings nicht unbedingt antun. Gespielt wurden diese Songs:
Guitar Gangsters And Cadillac Blood,
Sad Man's Tongue,
The Garden's Tale,
Caroline #1,
Pool of Booze Booze Booza,
We,
Radio Girl sowie ein neuer Song ohne Text, bei dem der Sänger etwas lustiges hinein zu improvisieren versuchte, was aber wohl das selbe wie auf Wacken war.
Und so stand mir nun der letzte Gig (für mich) des SummerBreeze Open Airs 2009 bevor: Voivod. Auch hier war es mir leider nicht gelungen, vor dem Festival noch Material aufzutreiben, und so war ich einigermaßen gespannt auf diesen der Beschreibung nach doch interessant klingenden Mix.
Und enttäuscht wurde ich nicht. Ein absolut verrückter Mix aus amerikanischem Old School Thrash und allerlei kranken Elementen, reichlich Dissonanzen (ich sage nur: Piggy Chords!) und einem gewöhnungsbedürftigen Sänger. Wenn mich jemand bitten würde, ihren Stil zu beschreiben, würde ich höchstwarhscheinlich anfangen von Psychedelic Cyberpunk Progressive Thrash Metal oder ähnlichem zu reden.
Ich jedenfalls habe mich halb schlapp gelacht über diese verworrenen Einwürfe – ein großer Progressive-Fan war ich nie und werde es wohl auch nie werden - , aber Voivod haben da glaube ich die richtige Dosis gefunden. Eine Band, an der ich auf jeden Fall dranbleiben sollte.
Danach war vom konzertalen Standpunkt aus das Festival für mich vorbei. Es ging noch einmal zurück zum Zelt, wo einige unserer Gruppe bereits im Aufbruch begriffen war und somit Pavillon und Tisch bereits abgebaut waren. Dennoch wurde es noch ein schöner Abend, der sein weniger rühmliches Ende dann noch einmal im Partyzelt fand – mit der Metal Hammer Night, bei der es angeblich „die größten Metal-Hits aller Zeiten“ und „Goodies, Geschenke und Give-aways satt“ geben sollte. Nun, die größten Metal-Hits aller Zeiten stellten sich – mit Ausnahme von Metallicas For Whom the Bell Tolls als der trendige moderne Death Metal- und Metalcore-Scheiß heraus und die Goodies, Geschenke und Give-aways als irgendwelche unlustigen T-Shirts, um die sich manche Idioten wohl auch noch halb zerfleischten. Dementsprechend machten wir dort relativ schnell wieder einen Abgang.
Am nächsten Morgen wurde dann relativ schnell noch alles zusammengepackt, und wie durch ein Wunder passte auch alles ins Auto, so dass wir uns schnell wieder auf dem Heimweg befanden, der ebenfalls relativ stau- und ereignislos verlief.
Rückblickend betrachtet war das diesjährige Summerbreeze wieder ein absoluter Hammer mit einem breiten Spektrum an Bands, aber dennoch genug richtig geiler, einer Orga, die Probleme erkennt und behebt und der einzigartigen Atmosphäre, die es eben nur auf einem Metal-Open-Air gibt.
Bis nächstes Jahr!