Ich dachte mir es ist ja nicht schlecht seine Impressionen mal festzuhalten. Da ich grade Lust und Zeit hatte ist dieser Bericht entstanden...Vllt interessierts ja wen...
Im Wetterbericht waren von Temperaturen um die 10, 14° die Rede. Nicht schön, aber aushaltbar, dachte ich optimistisch und packte nur eine lange Hose ein (und das erst nach langem Zureden).
Am Mittwoch ging es dann morgens gegen halb neun los. Wir kamen recht gut durch und hatten die freie Platzwahl. Die Wahl fiel auf A2. Abends hatten wir dann schon mit unseren Zeltnachbarn eine Kommune gegründet und eine Menge Spaß. Da meldete sich dann auch das erste mal das Wetter. Es wurde kalt... sehr kalt. Ich musste meine optimistische Einstellung ein klitzekleines bisschen korrigieren.
Am Freitag gings dann zuerst mal zur Alterna. So gegen 2 Uhr mittags. Ich war recht kritisch, was das LineUp anging, da es meiner Meinung nach im Vergleich zu letztem Jahr wesentlich schlechter war. Trotz allem gab es recht gute Sachen zu sehen, auch wenn ich die meisten nur vom Namen her oder dem Ein oder Andern Titel her kannte.
Hardcore Superstar überraschte dann mit einer interessanten Mischung und einer guten Stimme, auch wenn ich mir die ersten 10 Minuten nicht ganz klar über das Geschlecht desjenigen war, der da singt.
Uns fiel auf, dass die Bands aus irgendeinem Grund nicht zum richtigen Zeitpunkt spielten. Prompt fiel Five Finger Death Punch aus. Sehr ärgerlich, denn die hätte ich mir wirklich gern mal angeguckt. Trotzdem folgte die nächste Überraschung auf dem Fuße. Rein musikalisch konnte und kann ich nicht so viel mit DragonForce anfangen. Ich wusste zwar, dass Herman Li ziemlich krass drauf ist, -wir hatten vorher schon gesagt:"Wenn Dragonforce ne halbe Stunde spielt, gibts ne viertel Stunde Solo und insgesamt 4 Lieder", was im Endeffekt nah an der Wahrheit lag- aber es ist einfach nochmal ne Spur genialer, wenn man das Ganze live erlebt. Hat tierisch Spaß gemacht und wenn sie mal wieder auf ein Festival meiner Wahl kommen, werde ich sie mir denke ich wieder angucken.
Danach kam dann Shinedown, die recht gut Stimmung gemacht haben und mir persönlich auch ziemlich gut gefallen haben.
Dann kamen Enter Shikari an die Reihe. Eine ziemlich abgespacte Mischung und plötzlich war es voll. Keine Möglichkeit mehr sich zu bewegen und teilweise war es ein Krampf zu versuchen auf den Beinen zu bleiben. (Die Zukunft sollte zeigen: "Schlimmer gehts immer") Ich war nicht so wirklich begeistert und musste mich fragen, warum man die Anzahl der Fans vorne in der Alterna nicht ebenfalls begrenzt. (Ne Toilette wäre im vorderen Bereich auch angebracht gewesen...)
Staind muss ich jetzt mal negativ erwähnen. Dabei haben sie noch nicht mal schlecht bzw. schlechte Sachen gespielt. Von der Musik war ich wieder positiv überrascht. Was ein bisschen merkwürdig war, war dass 0 Kommunikation mit dem Publikum stattfand. Die haben einfach ihren Krempel runtergespielt. Gegen Ende hin gabs dann mal die Ansage eines Songnamens und am Ende bedankte man sich fast schon gelangweilt.
Mit Killswitch Engage kam dann mal eine Band auf die Bühne die recht gut in meinen Musikgeschmack reinpasst. Kann man nichts meckern. Es kam mir fast so vor, als wäre der Sänger die Ausnahme und leidet nicht unter dem Zwang 10 fucks in einem Satz unterzubringen... Zum Schluß gabs dann Dio's "Holy Diver" auf die Ohren was auch nochmal tierisch Spaß gemacht hat...
Dann kam Marilyn Manson der ja immer so hochgejubelt wird. Meiner Meinung nach hat ers nicht verdient. Vllt liegts an der Musik, an der Art, wie er sich bewegt oder was weiß ich... Vor allen Dingen taten mir die armen Schweine leid, die alle paar Sekunden rennen durften um sein Mikro aufzuheben.
Danach war ich dann auch zu sehr im Eimer, um mir Korn noch zu geben... Da ich die allerdings auch nie so intensiv gehört hab und ich einen überraschend guten Freitag erlebt hatte, hat mir das keine schlaflosen Nächte bereitet.
Samstag war dann der Tag der für mich am Vielversprechendsten war. Zum Einen fand ich die Bands tierisch geil und zum Andern schienen die Neuerungen auf der Centerstage sehr sinnvoll. (Tatsächlich erfüllen die Toiletten auf der rechten Seite ihren Zweck super... Es erleichtern sich wirklich wesentlich weniger Leute in Tetrapaks und sonstiges) Tja, zuerst mal regnete es wie aus Kübeln. (Zitat:"Hier legt gleich die Arche Noah an!") Auch wenn das schonmal ein kleiner Dämpfer war ließen wir uns nicht entmutigen und machten uns gegen halb zwei auf den Weg zur Centerstage. Wir kamen direkt in Zone A (nicht weiter verwunderlich) und Sevendust ging dann auch gut ab. Es war noch recht leer und die Stimmung trotz Regen super.
Bei Trivium war dann auch schon ein bisschen mehr los. Sie haben gute Sachen gespielt und gut Stimmung gemacht. Der Bassist begab sich dann zum Schluß noch unters Publikum, wodurch man ihm theoretisch auf die Schulter klopfen konnte, als er rausging (praktisch war da die Security im Weg :D)
Dann kam Flogging Molly. Innerhalb kürzester Zeit war die gesamte Zone A ein brodelnder Hexenkessel. Flogging Molly hatte dann auch das tierische Glück, dass der Regen während ihrem Konzert aufhörte und das Publikum tierisch gut mitgemacht hat. Wenn ich Preise vergeben könnte, ginge der für das beste Konzert an sie. Vielleicht kann mir ja noch jemand erzählen, warum der 6. Juni so bedeutsam im Zusammenhang mit Johnny Cash ist. Da sowohl Flogging Molly als auch Volbeat ihm jeweils einen Song gewidmet haben.
Volbeat war dann ebenfalls wieder eine sehr positive Überraschung. Endlich weiß ich, wie man den Namen richtig ausspricht :D
Danach sollte dann die Band auftreten, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Ich stand ca. in der 6. Reihe als Machine Head die Bühne betraten. Es war voll. Voller als bei Enter Shikari. Also ich weiß nicht, ob das Konzept 9000 Leute in Zone A nicht konsequent verfolgt wurde oder aber ob 9000 Leute immer noch zu viel war. Es war jedenfalls ein einziger Krampf. Man musste mindestens 3 mal die Minute gucken, dass man nicht umkippte oder darauf achten einem von den 9 Leuten mit denen man sich nen Quadratmeter teilte nicht auf die Füße zu treten. Machine Head selbst hat aber klasse gespielt. Größtenteils von Through the Ashes of Empires und Blackening. Das Intro war extrem cool und erster Song war dann Imperium. Hammer. Eine sehr schöne Geste war meiner Meinung nach, dass sie "Descend the Shades of Night" allen gewidmet haben, die einen Menschen verloren haben und speziell der Mutter eines Slipknot-Mitglieds, die wohl kürzlich gestorben ist. Ich würde Machine Head den Preis für die beste Performance geben, Spaß hatte ich leider trotzdem nicht.
Aufgrund meiner Erfahrungen nach Machine Head begab ich mich bei The Prodigy weiter nach hinten. Dummerweise hat das nichts gebracht. Kann mir keiner erzählen, dass das 9000 Leute da drin waren... (Trotzdem muss ich meinen Hut vor der Security ziehen. Am Sonntag hab ich nämlich zufällig gesehn, mit welcher Gewalt die Massen versuchten nach vorne zu kommen...) Ein einziger Alptraum. Ich kann mir gut vorstellen, dass Prodigy live ganz gut Stimmung machen können, aber bei Rock am Ring sind sie meiner Meinung nach fehl am Platz. Noch nicht mal wegen der Musik -auch wenn nach Machine Head und vor Slipknot nicht die Traumkombination ist- , sondern schlicht und ergreifend wegen der Enge, die im Allgemeinen vor den Bühnen herrscht. Im Endeffekt wurds mir zu viel und ich versuchte rauszukommen. Es blieb ca. ne Viertelstunde bei dem Versuch. Irgendwann gelang es mir dann mithilfe von ein paar Leidensgenossen doch den "Durchbruch" zu schaffen...
Zu Slipknot hab ich mich dann rein begeben. Ich hab mich kurz vor den hinteren Wellenbrecher gestellt. Ich wollte eigentlich nur noch die Musik genießen. Da hab ichs dann auch in Kauf genommen ein bisschen weniger zu sehen und meinen Blick auf die Großleinwand gerichtet. Slipknot war dann auch ne Hammer-Show. Von den hoch- und runterfahrenden Perkussionisten über den rotierenden Drummer bis zu den Flammenstößen. Slipknot ist auch unheimlich mobil, da sie schlicht und ergreifend so viele sind. Definitv die geilste Bühnenshow, die ich je gesehen hab.
Am Sonntag war leider nicht so viel für mich dabei. Los gings erstmal mit Pain. Peter Tägtren betrat mit drei Gastmusikern die Bühne und dann gabs erstmal ordentlich auf die Omme. Auch wenn der Sound im Zelt besser hätte sein können, war es tierisch geil. Zum Einen hatte es schon einen ziemlichen Insider-Charakter, da wenig Leute da waren und man fühlte sich wie in irgendeinem kleinen Club. Es war schön mal vier Typen zu sehen, die einfach nur ihre Haare durch die Gegend schleuderten und tierisch übers Parkett bretterten. Das Set war auch sehr gut. Besonders gefreut haben mich "Same old Song" und "Shut your mouth". Eine gute Gelegenheit um ordentlich mitzugröhlen ;)
Danach wollte ich mir die Guano Apes auf der Center angucken. Tatsächlich haben wirs sogar noch vor The Subways in Zone A geschafft. War ganz nett anzusehen, Stimmung war gut und friedlich ;)
Dann kamen die Guano Apes. Kannte nur 2, 3 Titel von ihnen, aber das werde ich wohl ändern müssen. War tierisch geil. Vor allen Dingen hat mich die Stimme von Sandra Nasić beeindruckt. Ziemlich viel Kraft dahinter^^
Billy Talent kann ich eigentlich nicht beurteilen. Hab mir die wieder von weiter hinten angeguckt, da sie nie so richtig mein Geschmack waren. Die Stimmung scheint aber ziemlich gut gewesen zu sein.
Bei Limp Bizkit hab ichs wie mit Slipknot gehalten. War ziemlich nett anzusehen und zu hören. Stimmung war super und ich konnte die Musik genießen. Vollkommen unerwartet war die Fannähe, die vor allem vom Frontmann praktiziert wurde. Da wurden Hände geschüttelt, Publikum durfte auf die Bühne und übernahm sogar kurz den Job des Sängers. Richtig überrascht war ich als ich nach einer längeren Ruhepause plötzlich hinter mir Geräusche hörte und als ich mich umdrehte setzte der Sänger das Konzert zwischen den Wellenbrechern fort. Anscheinend hat der Bassist am Ende sogar seinen Bass verschenkt. Wenn ich Preise vergeben könnte, bekäm Limp Bizkit den Sympathiepreis ;)
Fazit: Insgesamt hats ne Menge Spaß gemacht, auch wenn es mehr hätte sein können. Das neue Konzept an der Center gefällt mir ziemlich gut. -Erwähnte ich, dass das rote Kreuz Kranenwasser kostenlos verteilte?- Auch wenn es noch nicht völlig perfekt ist. Die Leute sind nach wie vor vollkommen bekloppt und freundlich. Was ich noch negativ erwähnen muss ist der Preis für ein simples durchsichtiges Regencape... 3 €. Das ist echt Wucher... (in Wacken kostet eins mal eben 50 cent und man hat nen Aufdruck drauf^^)

