Do., 31. Jul. – Wacken Open Air 2008
Vorweg möchte ich erst einmal einen großen Dank an die Person schicken, die mir das dieses Jahr überhaupt möglich gemacht hat, obwohl schon alles ausverkauft war noch nach Wacken zu kommen:
Zwantji
Desweiteren geht ein Dank an den getreunen
Cargath, der sich als Fahrer bereit erklärt hat und mich dort hinbuchsiert hat.
Montag 28.07.
Eine relativ unkomplizierte Autofahrt, auf der ich auch tatsächlich meine Karte dabei hatte begann um 8 Uhr in der Früh am Bahnhof Bielefeld (Brake), wo neben dem Navi auch noch eine etwas frustrierte Frau vom EDEKA verrückt spielte und uns unbedingt von ihrem Parkplatz haben wollte obwohl eh kein Mensch in der Gegend war, der dort hätte parken wollen ging auf dem heiligen Gelände auf dem Campingground C zuende, wo unsere Kolonne ankam.
Mit circa 12 Personen und einem unglaublichen Komfort, wie 500 Liter kaltem Bier, einer eigenen Dusche, einer Fritöse, einem Kühlschrank und jeder Menge anderer Assecoires, die das Leben erleichtern begannen wir den ersten Tag nach dem Aufstellen der Zelte mit den ersten Bieren!
Eine interessante Nachbarschaft um uns herum eilte alsbald herbei und wurde Teil einer großen Familie, dazu gehörten auch die Jungs von den lustigen Paintballs, die mit paramilitärischen Bonbons, gefüllt mit Farbe für Erheiterung sorgten. Viel Bier floß durch die Kehlen der durstigen Camper bei Aussentemperaturen von über 30 Grad und die Party nahm ihren Lauf, es wurde viel gelacht, man verstand sich einfach, schließlich ging es ja nicht um das was im Alltag zählte, man machte Urlaub!
Und so entschied ich mich dann auch, obwohl ich mit dem Rauchen aufgehört hatte, nochmal kräftig den Schornstein anzuschmeissen und zu rauchen bis die Lunge glüht. Seit ich wieder daheim bin, hab ich da zum Beispiel überhaupt kein Bedürfnis mehr nach...
Der Montag abend stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Kennenlernens und Beschnupperns. So gegen 3 Uhr wurde dann auch der Bierhahn abgedreht und es ging ab in die Heia. Nächtliche Untermalung durch
Rammstein ließ einen Schlaf jedoch kaum zu.
Dienstag 29.07.
Der Dienstag begann so circa 3 Stunden später um 6 Uhr morgens mit einem absoluten Highlight. Ich meine, man kennt ja den Begriff Bierfrühstück und auch Katerfrühstück, aber das war dann noch ne Spur härter. Wenn morgens um 6 Uhr der erste Sambuca aufm Tisch steht und pinnchenweise schnell verzehrt wird, dann kann das nur schrecklich enden. Wenn dann jedoch auch noch jemand diesen Sambuca zur Hälfte allein trinkt und gerade vom
Force Attack kommt und davon auch in jedem 2ten Wort erzählt und noch von einigen anderen Dingen die keiner wissen will, dann ist das übel. Mal ganz davon abgesehen, dass es üble Auswirkungen auf ihn selbst hatte, da er ne Stunde später aufstand und nach 3 taumelnden Schritten mit dem Gesicht nach unten vor einem der Zelte liegen blieb und von Chris und David in "die Hölle" gelegt werden musste um auszunüchtern, war es doch recht amüsant.
Der Dienstag jedoch hatte neben brütender Hitze um die 35 Grad und einem mir selbst auferlegten Alkoholverbot noch einiges mehr zu bieten. Der Campingplatz war schon voll, als wäre bereits Mittwoch und bei etlichen Rundgängen konnte man schon einige Bekanntschaften mit den merkwürdigsten Menschen machen.
Tja, aber am Abend wurde nach 3stündigem Anheizen des ach so tollen Schwenkgrills dann auch mal wieder Wurst und Fleisch serviert. Dazu natürlich das gewohnte Kräuterbaguette, dass wohl in 10er Packs gekauft wurde, ich wette wir haben in der Woche über 100 Kräuterbaguettes durchgebracht... aber das ist nur ne Schätzung.
Der Dienstagabend machte sich nachtbereit als ich entschied ihn für beendet zu erklären, damit ich dann auch noch was trinken konnte. Da war es so gegen 22 Uhr. Und wenn mich nicht alles täuscht müsste das auch der Abend gewesen sein, an dem ich die erste verheerende Niederlage im Kartenspielen gegen eine Frau einstecken musste. Aber ich hab es gern getan.
Krank gelacht habe ich mich mit Christian, der einfach ne Ulknudel ist und wenn man so ne Steilvorlage bekommt, wie jemand der einem von einem Klogang aufs Dixi erzählt, der nach dem Scheißen zum Papier greift und merkt: "Hm, das reicht nicht!" und seine Hose an den Haken hängt um seine Boxershorts für den Rest der Sauerei zu benutzen, dann kann man auch nicht anders als lachen...
Was ich allerdings nicht mehr weiß ist, wieso "Who's that?" so lustig war. Ich meine, dass es dabei um einen Kerl ging, der seine Fäkalien in einer Plastiktüte sammelte und sie mit sich herumtrug und von zwei Polizisten, die scheinbar eine Englischschwäche hatten gefragt wurde "Who's that?" während sie auf die Scheiße zeigten und der Kerl mit "Werner" oder so antwortete... weiß ich echt nicht mehr, war auf jeden Fall ein Running Gag, wenn jemand neues bei uns ins Camp kam.
Aber den Vogel abgeschossen hab ich selbst, als ich versucht habe mit einem Bayern zu reden. Wir konnten uns nicht auf eine Sprache einigen, weil er sich weigerte Deutsch zu sprechen, weil er behauptete es nicht zu können, lieber englisch sprechen wollte. Na ja und so sprach ich: "Ich kann besser Deutsch als du Englisch!" Das war einer für die Geschichtsbücher, eigentlich wollte ich ja sagen, ich kann besser englisch als er deutsch, aber so herum war es schon recht amüsant. Wurde auch immer angewendet wenn irgendwer ins Camp kam, so wie z.B. bei dem betrunkenen Iren, der Nachts mit einem Deutschen bei uns vorbeikam. Jedoch wirkte er mehr wie ein Pflegefall, er suchte eine Jägermeisterfahne, da er da wohnen würde, sein Begleiter verschwand irgendwann einfach und der Ire pennte wie ein Stein. Christian und Ich entschieden uns dann, ihn da sitzen zu lassen, da schadete er ja keinem. Wir entschieden, dass wir zu betrunken waren um weiter zu machen, ich behauptete jedoch: „I can still land a Flugzeug on a Streichholzschachtel!“ worauf nur ein durch Lachen unterbrochenes: Ich kann besser Deutsch als du Englisch! kam.
In dieser Nacht bestimmten
Boehse Onkelz die Zeltplatzbeschallung.
Mittwoch 30.07.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Druckbetankung und der Sonnenanbetung. Der Tag an dem ich am längsten geschlafen hatte sollte auch der härteste der ganzen Woche werden. 13 Uhr Frühstück: 4 Bier, dazu ein Kräuterbaguette, dann erst einmal mit Sören bisserl rumlaufen und Lars, Judith und Olli besuchen, die nur zwei Zeltplätze entfernt ihr Lager aufgeschlagen hatten, nämlich auf H, wo wir am Vorabend schon waren und auf P die erste Liveband sahen... kein Plan wer das war, irgendwelche Metalcore Fuzzis aber abgesehen von der Musik an sich klang das für einen improvisierten Zeltplatz Gig recht professionell...
Nachdem wir die besucht hatten und sie dann einfach mit ins Camp genommen haben, ging es auch schon los. Der gute Lars langte so ordentlich zu, dass auch er sich bald in der "Hölle" wiederfand und dort ausnüchtern musste. Es war so dermaßen heiß, ich tippe mal so 40 Grad oder so also musste man viel trinken... tja Wasser ist teuer, also tranken wir Bier und Bier und Bier.
Abends ging es dann auch schon zum ersten offiziellen Konzert. Die
W:O:A Firefighters in einem völlig überfüllten Biergarten völlig betrunken angucken und während des Konzerts als Gimli einen auf VIP machen, den Sänger der
Red Hot Chili Peppers dabei haben und immer weiter nach vorne kommen, während um dich rum ständig Leute labern, du wärst ein VIP „Don’t touch him, want an autogramme?“ Das hat schon mal richtig gerockt, da mein Bierhumpen schon auf der Hälfte leer war verließ ich mich auf die lieben Leute um mich herum, die mir immer wieder kräftig nachschenkten, danke dafür. Als wir dann endlich in Bühnennähe standen, waren auch von den 6 oder 7 Leuten, die losgegangen waren nur noch Sven und Ich übrig. Irgendwo hat mir dann auch Darth Vader aufgelauert und wir haben für ein Foto ein wenig rumgemacht. Man ist es seinen Fans halt schuldig... Als das Konzert dann zu Ende war ging es zurück ins Camp, wo es dann mit Trinken weiterging. Und irgendwann im Laufe der Nacht saß ich dann mit Christian alleine auf der Bank und wir beömmelten uns wegen irgendetwas, als plötzlich eine traurige junge Frau zu uns kam.
Donnerstag 31.07.
Da ich ja kein Unmensch bin und irgendwie eh nicht schlafen konnte, viel zu betrunken für was anderes war, entschied ich mich die Nacht mit Kartenspielen und ihr zu verbringen. So gegen 8 Uhr morgens, nach einer in der Handfläche ausgedrückten Zigarette und tiefgründigen Gesprächen, deren Inhalt irgendwo in meinem Unterbewusstsein verschollen ist und nachdem wir irgendwann, vor allem ich mit meiner penetranten Lache, das komplette Camp wieder wach hatten, entschloss ich mich ein wenig schlafen zu gehen, wobei das Gehen an sich eine echte Herausforderung war, wie ich bemerkte. Als ich 3 Stunden später wieder aufwachte, lag ich genauso da, wie ich eingeschlafen war.
Ich machte mit Sören einen Rundgang, den ich jedoch im DRK Zelt beendete, wo ich direkt auf ne Trage gepackt wurde und mir direkt eine Infusion verpasst werden sollte. Glücklicherweise war Fachpersonal aus meiner Heimatstadt vor Ort und schickte mich stattdessen direkt ins Itzehoer Krankenhaus, ich hatte übelste Panik, vor allem, dass ich am Abend
Iron Maiden verpassen könnte. Na ja wie auch immer, ich muss auch kurz einmal ohnmächtig gewesen sein, weil ich als ich wieder was merkte in einem Krankenwagen festgegurtet war und vom Gelände gefahren wurde. Dank Sören hatte ich wenigstens meine Dokumente und wichtigen Pillen bei mir.
In der Notaufnahme angekommen traf ich erst mal auf eine ebenso kaputte Meute, wie ich mich fühlte, der eine hatte einen Glassplitter im Arm, der so groß wie ne Fensterscheibe war, daneben eine dehydrierte und auch sonst, sah man der Notaufnahme an, dass sie übervoll war. Tja ich hatte Glück, dass der Oberarzt nebenan vom Krankenhaus eine Praxis hatte und mich direkt aus der Notaufnahme mitnahm. Wir unterhielten uns über Metal und er erzählte mir, dass er am Abend auch mit seiner Tochter zum WACKEN käme zum Campen. (Dazu später noch was lustiges).
Na ja dann packte er mich in seine Praxis, wo ich Maren kennen lernte. Maren ist die Arzthelferin, deren einziger Grund noch in der Praxis zu sein ein Notfall war, der war ich. Na ja die beiden legten mich an Tropf und ich bekam erst mal ne Dosis Glucose und Kochsalz um mich wieder in Gang zu bekommen. Währenddessen plauderte ich circa 2 Stunden mit der gutaussehenden, äußerst netten Maren, die mich sogar mit Essen und Trinken verwöhnte. Und damit nicht genug. Als ich fertig war hielt sie mich am Arm fest und meinte so etwas nach dem Motto: „Warte kurz bis ich mich umgezogen hab, dann fahr ich dich zurück zum Festival... wenn du willst!“ Ich fand das tierisch nett, außerdem genoss ich jede Minute mit dieser Frau. Das ebbte auch nicht ab, als sie in Freizeitkleidung noch besser aussah und mit mir ihren neuen Golf Cabrio einweihen wollte. Dann holten wir ihre beiden Kinder ab, die mich scheinbar für ihren neuen Freund hielten und mich auf 30 schätzten und fuhren nach WACKEN zurück. Cabrio ist ne super Sache, aber nicht mit langen Haaren und bei gefühlten 70 Grad im Schatten, wenn die Sitze aus Leder sind. Aber trotzdem kam ich dann heil wieder in WACKEN an und bedankte mich natürlich in aller Form. Auf dem Weg durch das kleine Dorf dachte ich kurz nach, ob ich mich nicht einfach nächstes Jahr direkt bei ihr einmiete, aber ich konnte es nicht zuende denken, denn da war dann auch schon ein Fanaufmarsch am EDEKA, Borussia Dortmund Fans, da wo ich sie am wenigsten erwartet hätte. Setzte mich direkt dazu und genoss direkt ein Bierchen, um dann weiterzuziehen. Es war so verschissen heiß, dass ich dachte die Haut schmilzt von meinen Knochen. Aber nach ein paar Minuten kam ich dann wieder im Camp an, wo die Freude sehr überschwänglich war und ich natürlich erst mal berichten musste, was los war und so.
Dann kam endlich das, weswegen wir überhaupt gekommen waren, die Musik. Da wir am Abend
Iron Maiden gucken wollten, entschieden wir so lange wie möglich im Camp zu bleiben und hörten daher den scheinbar genialen Auftritt von
Airbourne „nur“ vom Zeltplatz aus, wobei nur, die Untertreibung des Jahres ist, die waren so laut, dass man sich aufm Zeltplatz anschreien musste. Aber musikalisch gut. Danach bewegten wir uns langsam in Richtung Maiden, obwohl ich auch gerne
Alestorm gesehen hätte entschieden wir uns, dass es zu knapp würde sonst. Auf dem Vorfestivalgelände kam uns direkt eine Frau entgegen, die „Etwas“ aus den Ohren suppte, beide Trommelfelle durch und die rote Soße aufm Shirt... Soviel zur Lautstärke von
Airbourne. Mir kam es auch vor als ob alles danach irgendwie leiser war. Ich hätte ja gedacht bei
Iron Maiden würde es dann noch härter aber das war nicht. Tja, Sven hatte sich entschieden sich nach vorne zu kämpfen und verschwand irgendwo in der Menge, wir hatten uns hinten weiter einen Platz gesucht von dem aus man recht gut sehen und wo man noch stehen konnte ohne gequetscht zu werden. Muss vorne ja ganz schön übel gewesen sein. Na ja als das Konzert dann größtenteils vorbei war, machten wir uns auch wieder auf den Rückzug, ist ja eigentlich gar nicht so meine Band, aber gesehen haben wollt ich sie schon mal, wenn man schon mal da ist.
Na ja wie auch immer, ich denke in der Nacht hab ich außer mit
Juli Karten zu spielen nicht viel getan. Lachen ging nicht mehr, reden kaum, Stimme war schon so gefickt, dass es sogar mit der Verständigung schwer fiel. Bin glaub ich recht pünktlich inne Heia und hab auch verhältnismäßig lang geschlafen, glaub ich.
Freitag 01.08.
Ja der Freitag stand ganz im Zeichen der Musik, ging schon um 11 Uhr los mit
Primordial gucken, gelungener Auftritt, alle guten Lieder gespielt und Hammer Sound. Einziges Manko vielleicht, dass manchmal der Wind den Sound von
Grave rübergeweht hat. Auch noch nicht so überfüllt, weil die meisten wohl noch geschlafen haben. Die Schwüle kündigte Regen an und der war auch bitter nötig und kam dann auch... und zwar kräftig. Bei einem kurzen Zwischenstopp im Camp fertigten sich einige hübsche Forcepaints für
Ensiferum an und dann ging es auch schon hin. Ganz ehrlich, geiler Auftritt, ich weiß gar nicht, warum ich so wenig
Ensiferum höre, die sind eigentlich voll genial. Na ja war jedenfalls ein gelungener Auftritt, mich richtig in Stimmung gebracht.
Nach der Rückkehr ins Camp hab ich es irgendwie verpeilt, dass
Kamelot gespielt haben, irgendwann meinte Carsten glaub ich war es nur zu mir, dass Kamelot spielen würden, ich entschied mich dann auch nicht einen halben Auftritt anzusehen, angehört hat sich’s ganz passabel. Ich fragte mich jedoch schon seit Stunden wo Sven wohl sei. Carsten setzte mich dann ins Bild, dass er im Itzehoer Krankenhaus gelandet sei, nachdem er sich wohl beim gestrigen Maiden-Massaker den Arm ausgekugelt hat. Mit diesem Wissen machte ich mich allein, weil scheinbar niemand sonst Interesse hatte sich
Sabaton anzugucken auf den Weg vor die Party Stage. Ich muss sagen geil... genau das hatte ich erwartet. Party hoch 3. Der Knaller jedoch war, dass ich den Oberarzt vom Vortag dort traf und er sich erst mal nach meinem Gesundheitszustand erkundigte. Mit wallender Mähne und Wikingerhut auf versicherte ich ihm, dass alles in Ordnung sei.
Sabaton hatten ihr Publikum im Griff und die Rufe nach Bier zwischen den Liedern vom Sänger waren auch sehr lustig.
An dieser Stelle möchte ich dann mal kurz Kritik üben, denn wenn man schon gemeinsam zu einem Konzert gehen will, dann sollte man auch gemeinsam fertig sein. Wegen solcher Ungereimtheiten habe ich die erste Hälfte von
Sonata Arctica verpasst, meine Laune dementsprechend schlecht wurde jedoch durch die direkte Bühnensicht von der Seite etwas aufgeheitert. Tony hat zwar irgendwie einen auf Zirkusclown gemacht und sie haben mir zuviel von den neueren Sachen gespielt aber irgendwie war es trotzdem gut, auch wenn ich das gern von vorne gesehen hätte. Aber dann stand ich da 5 oder 6 Reihen vor der Bühne vor
Opeth, die mir ja mal gar nichts sagten und ich ja eh nicht so der Melodic-Death Fan bin. Dacht ich mir, ja gut, guckste dir mal an, aber schon nach dem ersten Titel hat ich die Schnauze irgendwie voll. Der Klang war fürchterlich, der „Sänger“ war nur zu verstehen, wenn das Dröhnen von Bass und Trommeln mal aufhörte und die Musik klang in meinen Ohren über weite Strecken immer gleich. Ich war froh, als die durch waren und ich mich in Richtung
Psychopunch aufmachen konnte. Die waren richtig gut, hatte ich aber auch nicht anders erwartet. Während dann die meiner Meinung nach völlig überbewerteten
Children of Bodom, die ja auch nicht meinem Musikgeschmack entsprechen gerockt haben, hab ich erst ne Weile im Biergarten gesessen um dann zurück ins Camp zu gehen, wo ich dann später mit dem großen Sören aufgebrochen bin um mal in
Corvus Corax reinzuschauen, dieses Unterfangen jedoch nach circa 10 Minuten unterbrach, weil es purer Langeweile gleichkam. Ich weiß gar nicht, warum so viele Menschen davor standen, wenn da nur ein paar Spielleute immer die gleiche Melodei dudeln und die Trommeln immer gleichbleibend vor sich hinbollern. Das hat mich wirklich enttäuscht, ich hatte was großartiges erwartet, immerhin hatten die ein Orchester auf der Bühne, vielleicht war ich auch nicht in der Stimmung. Der große Sören (mit 2,06m) entschied sich dann dazu sich im Zelt
van Canto anzusehen, ich dachte auch schon darüber nach, weil direkt im Anschluss
Saltatio Mortis dran gewesen wären, aber ich entschied mich für ein wenig Bier und Karten. Als ich dann im Camp irgendwie die Zeit vergas und hastig mit einer kleinen Gruppe in Richtung
Avantasia schlenderte konnte ich es nicht glauben, je näher man kam um so gayer wurde es. Ich glaube es ist nicht gut, wenn man auf der Bühne so Wechselspirentzken macht, so sehr ich Tobi mag, wegen Edguy, also ich glaube das wird der erste und einzige Auftritt von
Avantasia bleiben. Auf dem Gipfel der Gayness kam dann auch noch ein angetrunkener ich tippe mal Finne an und meinte: „Who`s that? They’re so damn fucking gay, aren’t they?“, und lacht sich eins… Also das war echt zu viel, ich sah hinüber zum Zelt, wo die SaMos spielten aber das war berstend voll, dass ich entschied lieber noch ein wenig mit Juli Karten zu spielen und Bier zu trinken und dann auch nach einer Diskussionsrunde über was aus dem WACKEN wurde und über trven Metal und die Flut von Corebands in diesem Jahr recht pünktlich, da es arschkalt geworden war über Nacht schlafen zu gehen.
Samstag 02.08.
Also der Samstag war so der Höhepunkt der Gammligkeit, irgendwie hab ich glaub ich keine Band gesehen am Samstag, weil ich mir weder
Killswitch Engage noch
As I Lay Dying oder
Hatebreed geben wollte, es war irgendwie so, dass ich schon morgens fahren wollte, hätte nicht kurz vor Schluss noch was interessantes gespielt. Durch den Tag ging es eher schleppend, bis Sven plötzlich wieder da war, den Arm in Gips. Dann erzählte er erst mal von seinen Erlebnissen aus dem Krankenhaus und selbst da waren die Schwestern wohl Oberknaller. Ich glaub nächstes Jahr plan ich einen Tag für Krankenhaus pauschal mit ein. Na ja nach viel Spaß, Grillen und Bier und einem im Suff abgebauten Zelt, einigen hundert Kartenrunden, zig Zigaretten aus Langeweile und 2 Regenschauern sowie 8 Stunden Zeit entschied ich mich dann kurz vor der Abfahrt noch mit Carsten und Juli zu
Axxis zu gehen. Das war zusammen mit
Sabaton das beste Konzert und definitiv das unterhaltsamste. Ich war überrascht, wie viele Lieder ich mitsingen konnte, es waren alle. Kurz vor
Lordi begann es dann zu regnen und ich setzte mich ein paar Minuten in den geschützten Bereich bei den Bierbuden und sah mir das an, entschied dann aber, weil auch der Regen stärker wurde und mir kalt in Richtung Camp zu gehen und verabschiedete mich dort von den noch Anwesenden um dann mit Micha und Kim, die den kleinen (1,87???) Sören und mich netterweise mitnahmen in den überladenen Fiesta zu steigen und heim zu gondeln. Meine Stimme und mein Hals starben tausend Tode auf dem Heimweg.
FAZIT
Tja alles in allem bleibt das Fazit, dass es ein arschteurer Trip war, der versöhnlich endete und eigentlich über die meiste Zeit richtig fett war. Ich kann ehrlich gesagt noch nicht sagen, ob ich beim 20. auch dabei bin, ich würde schon gern aber wenn ich bedenke, dass ich spätestens zu Weihnachten ne Karte brauch... und da sind wir auch schon bei der Kritik, also während ich dieses Jahr sehr froh war nur einen 2 Minuten weg zur Bühne zu haben und irgendwie alles so komfortabel war, muss ich doch sehr kritisieren, wie man beschissen wird. Hey wer glaubt denn wirklich, dass da 75.000 Leute waren? Letztes Jahr war es ja schon voll bei inoffiziellen Zahlen so um die 80.000, dann waren es dieses Jahr aber sicher 100.000! Die Stimmung auf den Campgrounds im Hauptbereich, also C und P auf jeden Fall war irgendwie aggressiv. Ich weiß nicht, ob dass an den Corekindern lag oder einfach daran, dass es so lange so heiß war, aber wenn ich dann inner Festivalzeitung von Abbrennen eines Dixiblocks samt Auto von einem Unbeteiligten lese, dann frage ich mich was der Scheiß soll? Ehrlich, wir haben die Rauchwolke gesehen und die Krankenwagen, die da hin sind. Lustig ist das nicht, das ist mutwillige Randale und Vandalismus... Es sagt ja keiner was, wenn man seinen im Matsch hängen gebliebenen Wagen abfackelt, wenn man das unbedingt muss... aber ich finde wenn andere in Mitleidenschaft gezogen werden hört der Spaß auf. Das macht die Familie kaputt, so als wenn der jüngste im Wohnzimmer den Teppich anzündet...
Und das Programm insgesamt war dieses Jahr nicht breit genug, irgendwie war nur der Freitag wirklich ständig Bühne und der Samstag fast tote Hose. Ich hab ja gar nix gegen die Corekinder, aber muss man auf einem METALFESTIVAL den Schwerpunkt darauf legen? Letztes Jahr war das gut geregelt mit dem Donnerstag auf der extra dafür eingerichteten Partystage, das störte keinen und der Umgang war einigermaßen angenehm. Zur Partystage fällt mir auch noch ein, warum zur Hölle mussten die Bäume weg? Die haben letztes dafür gesorgt, dass es nicht ganz so von den Hauptbühnen rüberschallert. Aber ansonsten war es wie schon gesagt einfach nur ein saugeiler, aber auch sauteurer Urlaub.
Am Ende möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich es saugeil fand als wir, damit meine ich alle im Camp Judas Priests
Painkiller performt haben. Geil!